„Vati van Buyten müde“ – nicht nur tagsüber

Die letzten drei Gegentore gehen auf das Konto des Belgiers. Dass Daniel van Buytens Unwendigkeit immer wieder zum Problem werden kann, weiß auch Bayern-Coach Louis van Gaal. Warum er dennoch zu ihm hält.
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Daniel van Buyten ist gegen Gladbach wohl nicht dabei
MIS Daniel van Buyten ist gegen Gladbach wohl nicht dabei

BASEL - Die letzten drei Gegentore gehen auf das Konto des Belgiers. Dass Daniel van Buytens Unwendigkeit immer wieder zum Problem werden kann, weiß auch Bayern-Coach Louis van Gaal. Warum er dennoch zu ihm hält.

Ein Bewegungswunder war Daniel van Buyten noch nie. Was wohl auch zu viel verlangt wäre von einem 1,96 großen Hünen mit 96 Kilo Lebendgewicht und einer Catcher-Figur. Dass der Belgier gegen wendige und schnelle Gegner oft alt aussieht, daran hat man sich gewöhnt. Dass diese Unwendigkeit vor allem in der Champions League - man denke nur an das Finale gegen Inters Milito - immer wieder zum Problem werden kann, weiß auch Bayern-Coach Louis van Gaal. Er schätzt den Belgier wegen seiner Loyalität, seiner passablen Spieleröffnung und seiner Torgefährlichkeit.

Doch van Buytens Fehler häufen sich. Zuletzt gegen Mainz war er durch Stellungsfehler an beiden Gegentoren zumindest mitschuldig, gestern in Basel bereitete er das erste Gegentor sogar selbst vor. Erst durch van Buytens katastrophalen und fahrlässigen Fehlpass im Mittelfeld, konnten Basels Streller und der Ex-Dortmunder Alex Frei bis in den Strafraum eindringen und Keeper Jörg Butt mit einem Schlenzer ins Eck düpieren. Dass ein wendigerer Innenverteidiger seinen Fehler vielleicht noch kurz vor dem Torschuss hätte gut machen können, war da auch schon egal.

Tatsächlich steht der Belgier seit Mitte August neben sich. Seit der Geburt seiner Tochter Lou-Ann häufen sich die Fehler. Das mag Zufall sein, doch selbst van Gaal warb schon für Verständnis. Nachts schreie die Kleine, und tagsüber sei „Vati müde", sagte der Coach.

Eine Ansicht, ganz nach van Gaals ganzheitlichem Prinzip. Überhaupt spricht nur wenig dafür, dass der Trainer an seiner Nibelungentreue zu seinem Abwehrboss, der neben dem Platz stets mit besten Manieren glänzt, rütteln könnte. Martin Demichelis, immerhin argentinischer Nationalspieler, sitzt seit Saisonbeginn nur auf der Bank. Wie gering sein Stellenwert beim Niederländer ist, zeigte sich, als er in der Schlussphase van Buyten in den Sturm schickte und statt Demichelis in Anatoly Timostschuk lieber einen Mittelfeldspieler einwechselte und in die Viererkette schickte.

Van Buyten ist bei Bayern gesetzt. Ganz anders als in seiner Nationalmannschaft. Nach dem 0:1 der Belgier gegen die DFB-Elf, bei der van Buyten Kloses Tor verschuldet hatte, wurde er in der Presse hart kritisiert. Van Buyten sprach gar von medialem Lynchmord. Bei Bayern hielt sich die Kritik in Grenzen. Bis jetzt?

Filippo Cataldo

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