Van Gaal und seine Baustellen

Vor dem Start sind bei den Bayern noch immer Fragen offen. Experten wie Hitzfeld zweifeln an Ribérys Spielmacher-Qualitäten sowie an der neuen Defensive. Und: Hält Toni still?
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it Spaß bei der Arbeit – doch momentan tut sich für Bayern-Coach van Gaal eine Baustelle nach der anderen auf.
dpa it Spaß bei der Arbeit – doch momentan tut sich für Bayern-Coach van Gaal eine Baustelle nach der anderen auf.

Vor dem Start sind bei den Bayern noch immer Fragen offen. Experten wie Hitzfeld zweifeln an Ribérys Spielmacher-Qualitäten sowie an der neuen Defensive. Und: Hält Toni still?

MÜNCHEN Es gibt eine gute und eine richtig gute Nachricht beim FC Bayern, das ist doch schon mal was. Zwei Mal dreht es sich um Franck Ribéry. Erstens: Der Franzose trainiert wieder. Zweitens: Er lacht wieder, hat Spaß. Sogar währenddessen.

Fünf Wochen nach dem Trainingsauftakt am 1. Juli hatte Ribéry seinen ganz persönlichen Trainingsauftakt am Mittwoch. Und unnötigen Ballast hat der 26-Jährige auch nicht angesammelt in Zeiten der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit wegen seiner Patellasehnenblessur, die Kapitän Mark van Bommel fachmännisch als „Scheiß-Verletzung“ eingestuft hat. Präsident Franz Beckenbauer konnte per Ferndiagnose erkennen: „Franck hat kein Übergewicht. Er ist ein absoluter Profi. Er findet schnell ins Spiel.“ Nur: Wann und wo?

Die Frage nach dem Zeitpunkt des Comebacks ist offen, möglich wäre sogar eine Rückkehr rechtzeitig zum Bundesliga-Start am Samstag in Hoffenheim (18.30 Uhr). „Das kann ich noch nicht sagen“, meinte Trainer Louis van Gaal, „ich weiß nur, dass er nicht von Anfang an spielen wird.“ Wenn er spielt, dann auf der „10“, direkt hinter den Spitzen – das steht fest. Aber genau das könnte ein Problem werden, und es ist nur eine von so vielen Baustellen rund um die Bayern-Mannschaft.

PASST RIBÉRY DIE 10?

„Jetzt muss ich Franck in die Mannschaft integrieren, das ist schwierig“, sagte van Gaal. Der Holländer baut seine Mannschaft um Ribéry als zentrale Figur auf, doch in den ersten beiden Jahren hat der Franzose auf dem linken Flügel gespielt. „Ich bin gespannt, wie er auf der neuen Position zurecht kommt. Er braucht für sein Spiel Platz, das hat er als Zehner nicht“, sagte Beckenbauer. Und Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld meint: „Ich sehe Ribéry als Spieler, der auf der Seite Weltklasse ist. Hinter den Spitzen hat er das noch nicht unter Beweis stellen können.“

HÄLT TONI STILL?

Noch ist der Italiener Reha-Patient, sein Comeback wird noch länger auf sich warten lassen. Aber dann? Setzt er sich auf die Bank und klatscht bei Treffern des vorerst gesetzten Sturm-Duos Klose/Gomez? Hitzfeld glaubt: „Probleme könnte es mit Toni geben, wenn er nicht spielt. Er ist ein Weltmeister der Unzufriedenheit.“ Auch Beckenbauer ist sich sicher: „Der stellt natürlich seine Ansprüche.“ Fünf Stürmer (inklusive Olic und Müller) sind wohl einer zu viel. Doch nur Sampdoria Genua und West Ham hatten mal Interesse an Toni.

HÄLT DIE ABWEHR DICHT?

Es wird sich erst zeigen, ob der Verkauf von Lucio wirklich eine sinnvolle Geschichte war. Was die Alternativen betrifft, wird es nun, da auch Martin Demichelis wegen eines Bänderrisses im rechten Sprunggelenk länger ausfällt (siehe unten), eng. Und dass Michael Rensing trotz seiner Ernennung zur neuen Nummer eins weiter ein gewisses Sicherheitsrisiko darstellt, zeigte sich im Pokal.

IST DER KADER ZU GROSS?

Seit Arbeitsantritt hatte van Gaal die Überbesetzung moniert, abgegeben wurden Lucio und Borowski. Doch nun, da die Saison beginnt, wird die Unzufriedenheit bei den Zuschauern steigen. Da muss man kein Prophet sein, einfach nur ein erfahrener Trainer wie Hitzfeld. „Wenn man 26, 27, 28 Mann hat, das ist einfach zu viel. Das kann Unruhe bringen innerhalb der Mannschaft“, meinte er. Der Schweizer Nationalcoach glaubt: „Auch Timoschtschuk könnte ein Problemkind werden.“ Der Elf-Millionen-Einkauf aus St.Petersburg hat keinen Stammplatz erobern können.

Klingt stark alles nach: Es drohen schlechte Nachrichten.

Patrick Strasser

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