Urlaub, Trainingslager, Testspiel: Bayerns Triple-Fahrplan nach Lissabon

Die Bayern-Stars gehen in einen zweiwöchigen Urlaub, um erholt das Triple anzugreifen – danach müssen sie erneut in Quarantäne. Im Achtelfinale gibt's wohl ein "Heimspiel dahoam" gegen Chelsea.
von  Patrick Strasser
Peilt den Triumph in der Champions League an: Bayern-Trainer Hansi Flick.
Peilt den Triumph in der Champions League an: Bayern-Trainer Hansi Flick. © imago/Lackovic

München - Niklas allein zu Haus': Auch am Dienstag, dem ersten von 13 Urlaubstagen der Bayern-Profis, trainierte Niklas Süle (24) an der Säbener Straße mit einem der Reha-Coaches. Ansonsten sind die Stars nach der Double-Party und den Marketing-Terminen am Montag ausgeflogen.

Flick erteilt Trainingsverbot in den Ferien

Und die erste Woche der Ferien sollen die Spieler laut Hansi Flick nichts, aber auch gar nichts machen, nicht mal lockere Läufe, das Motto lautet: "Komplett frei. Da möchte ich auch nicht, dass sie trainieren!" Ein angenehmes Verbot. Klingt nach echter Erholung am Ende einer elfmonatigen Mammut-Saison. Die aber noch nicht zu Ende ist – im August steigt die Finalrunde der Champions League. Das (zeitversetzte) Triple ist greifbar, drei Siege würden reichen.

"Ich freue mich drauf, mich nach dem Urlaub mit der Mannschaft auf das nächste Ziel vorbereiten zu können", meinte Flick und demonstrierte Optimismus: "Das ist klar das Finale in der Champions League in Lissabon." Die AZ erklärt den Fahrplan für den Triple-Traum.

Für die zweite Woche haben die Urlauber von Fitnesstrainer Holger Broich einen individuellen Plan bekommen, die Inhalte seien "aber auch sehr moderat", so Flick. Seine Hoffnung, die zugleich das Ziel der (Nichtstun-) Übung ist: "Die Spieler haben jetzt Zeit, mal durchzuatmen, sich auch mental zu erholen, um neue Energie freizusetzen."

Eine Woche Kurz-Quarantäne für die Bayern-Stars

Weil die Double-Sieger in die verschiedensten Urlaubsregionen reisen, wird ab 20. Juli eine Woche Kurz-Quarantäne samt drei Corona-Testreihen angesetzt. Von München aus, die Spieler sind bei ihren Familien. Wie im Mai wird es Cyber-Training per Video-Konferenz geben, geleitet von den Physios an der Säbener Straße. Ab 23. Juli sieht man sich wieder im Mannschaftstraining, jedoch zunächst in Kleingruppen, ab 26. Juli in größerer Runde. Alles wie gehabt im Frühling.

Anders als sonst entfällt ein Marketing- und Testspieltrip in die USA oder, wie für diesen Sommer geplant, nach China. Kurzfristig überlegt der FC Bayern, Anfang August ein Kurztrainingslager abzuhalten, um das Team auf die Endphase der Königsklasse einzuschwören. Eventuell geht es an den Gardasee, wo man früher öfter zu Gast war. In dieser Zeit soll auch ein Testspiel steigen, der einfacheren Umsetzung wegen der Hygiene-Auflagen wohl in der Allianz Arena. Ein Gegner wird noch gesucht.

FC Bayern sucht Testspiel-Gegner

Denn ohne ein Freundschaftsspiel will man nicht ins Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea (7. oder 8. August) gehen, das nach geänderten Plänen der Uefa laut der spanischen Zeitung "AS" nun doch nicht in Nordportugal (Porto oder Guimaraes) ausgetragen wird, sondern in München – natürlich als Geisterkick. Vor allem Manchester City und der FC Barcelona hätten beim Verband Druck gemacht, ihre Achtelfinal-Partien gegen Real Madrid bzw. Neapel zu Hause spielen zu dürfen. Die Uefa präferierte zunächst ein Austragungsland für alle wegen der einfacheren Umsetzung der Anti-Corona-Regularien.

Wenn die Bayern das Achtelfinale überstehen - was sie nach dem 3:0 im Hinspiel in London schaffen sollten - geht's nach Lissabon. Dort stehen vom 12. bis zum 15. die Viertelfinals auf dem Programm, am 18. und 19. die Halbfinals (allesamt jeweils nur ein Spiel) und am 23. das Endspiel im "Estádio da Luz" von Benfica Lissabon. Die Auslosung für den kompletten Weg ins Finale steigt diesen Freitag ab 12 Uhr am Uefa-Sitz in Nyon.

Das "Estádio la Luz" in Lissabon
Das "Estádio la Luz" in Lissabon © Jan Woitas/dpa

Dann kennen die Bayern ihre möglichen Gegner – qualifiziert fürs Viertelfinale sind erst vier Teams (Atalanta Bergamo, Paris SG, RB Leipzig und Atlético Madrid). Ob es ein Nachteil ist, dass andere europäische Ligen abgesehen von der abgebrochenen Ligue 1 am Ball und im Rhythmus bleiben? Die Primera División bis zum 19. Juli, die Premier League bis 26. Juli, die Serie A bis 2. August. Womöglich ist es für die Bundesligisten sogar ein Vorteil, auch mal zwei Wochen durchatmen zu können. Kommt drauf an, wie man's macht. Und Flick hat seinen Masterplan ja schon ausgetüftelt.

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