Upamecanos Signale: Mit dem neuen Vertrag könnte es jetzt schnell gehen
Vor dem Einstieg in den warmen Mannschaftsbus machte Dayot Upamecano in den Katakomben der Salzburger Arena doch noch mal Halt. Es gab ja auch spannende Fragen zu klären: Verlängert der Innenverteidiger seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim FC Bayern oder nicht? Und woran hakt es eigentlich? Upamecano, lässig mit schwarzer Kappe auf dem Kopf, zeigte sich ganz entspannt. "Für mich gibt es keinen Druck, keine Deadline", sagte der 27-jährige Franzose: "Wir reden, alles gut." Er hoffe, so Upamecano weiter, "dass es bald eine Lösung gibt und ich weitermachen kann". Beim FC Bayern.
Positive Signale für Vertragsverlängerung
Denn Upamecano ließ durchblicken, dass er seine Zukunft bei den Münchnern sieht. Er sendete positive Signale. "Ich rede mit Max (Sportvorstand Eberl, Anm.d.Red.) und Christoph (Sportdirektor Freund). Ich bin sehr zufrieden, für diesen großen Verein zu spielen." Den Rest regle sein Berater. Und offenbar wird es nicht mehr lange dauern, bis das neue Arbeitspapier auch unterschrieben ist. "Bild" berichtete am Mittwoch von einer grundsätzlichen Übereinkunft. Upamecano stehe kurz vor der Verlängerung, nur noch letzte Details seien zu klären. Die Unterschrift solle noch im Januar erfolgen. Upamecano wird wohl ein üppiges Handgeld und eine Ausstiegsklausel erhalten - sogar schon für den Sommer 2027. Von einer Gehaltserhöhung auf 20 Millionen Euro brutto pro Jahr ist die Rede.

Geht es jetzt ganz schnell? Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatte in den vergangenen Tagen bereits den Druck auf den Abwehrstar erhöht. "Upa hat ein Angebot von uns vorliegen, das wir auch noch mal verbessert haben", sagte Dreesen bei einem Fanklub-Besuch. Der Boss drückte dort aufs Tempo. "Wenn man ein Kaugummi zu lange kaut, ist der Geschmack irgendwann raus. Deshalb darf sich das nicht wie Kaugummi ziehen", betonte Dreesen: "Ich glaube, das, was er jetzt da liegen hat, das sollte er unterschreiben, denn es wird nicht besser."
Paris Saint-Germain gibt wohl auf
Bayerns CEO umschwärmte Upamecano, nannte ihn "einen der besten Innenverteidiger, die es auf der Welt gibt", und ergänzte: "Wir haben ihm ein außerordentlich gutes Angebot gemacht, weil er seit anderthalb Jahren jetzt auch sehr gut gespielt hat." Zweifellos. Doch mit starken Leistungen steigen auch die Ansprüche. Zumal mit Paris Saint-Germain ein anderer attraktiver und reicher Klub an Upamecano interessiert war.

Die Franzosen sollen inzwischen aber vernommen haben, dass sich Upamecano in Zukunft beim FC Bayern sieht. Der Poker steht vor dem Abschluss. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Rahmenbedingungen Upamecano überzeugt haben. "Es spielen oft noch andere Faktoren bei solch einer Entscheidung eine Rolle, nicht nur das Finanzielle. Da darf es nicht um den letzten Euro gehen", sagte Dreesen vor dem Jahreswechsel im AZ-Interview: "Dass der Trainer und das Trainerteam verlängert haben, ist ebenso wichtig. Es geht auch um die Frage, ob sich die Familie wohlfühlt, ob ich ein gutes Standing in der Mannschaft und beim Trainer habe. Ob ich in einem ambitionierten Klub spiele, der auch was gewinnt. Ob wir attraktiven Fußball spielen. Und ich meine, das sind gute Gründe für ihn, beim FC Bayern zu bleiben."
Genau diese Punkte haben Upamecano überzeugt, speziell sein Verhältnis zu Trainer Vincent Kompany ist exzellent. Und so dürften sich das Bayern-Interesse an anderen Abwehrkandidaten erledigt haben. Nico Schlotterbeck verhandelt gerade mit Borussia Dortmund über eine vorzeitige Verlängerung über Vertragsende 2027 hinaus - und Marc Guéhi von Crystal Palace könnte schon in der Winterpause zu Manchester City wechseln.

