Trotz Freund-Ansage: Palhinha kämpft um seinen Platz beim FC Bayern

Der Portugiese soll den FC Bayern eigentlich verlassen, doch er sagt der AZ: "Der Plan ist, die Position hier zu behalten." Sportdirektor Freund bestätigt, dass ein Talent das Mittelfeld verstärkt.
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Er soll verkauft werden, will aber beim FC Bayern bleiben: João Palhinha.
Er soll verkauft werden, will aber beim FC Bayern bleiben: João Palhinha. © IMAGO/HMB Media/Claus

Nach dem 1:2 im ersten Testspiel bei Drittligist SV Wehen Wiesbaden schrieb João Palhinha noch entspannt Autogramme für drei junge Fans der Hessen, die am liebsten auch das Trikot des Portugiesen ergattert hätten. Doch Palhinha hatte keins dabei, er kam frisch aus der Dusche. Ob es sein letzter Auftritt im Dress des FC Bayern war? Der 31-Jährige klang selbst nicht danach. "Der Plan ist, die Position hier zu behalten", sagte Palhinha, als ihn die AZ vor dem Verlassen des Stadions auf seine Zukunft ansprach. Er wiederholte mit Nachdruck: "Die Position hier zu behalten."

Palhinha mit Tom Bischof (l.).
Palhinha mit Tom Bischof (l.). © IMAGO/Gerhard Schultheiß

Eine Rückkehr in die Heimat zu Benfica oder Sporting Lissabon stand zuletzt im Raum, genauso ein Wechsel nach England zu Aston Villa. Doch der defensive Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Saison an Tottenham Hotspur ausgeliehen war, will sich offenbar in der Vorbereitung beweisen und bei Bayern bleiben. Palhinhas Kampfansage!

Klarer Trennungswunsch der Bayern-Bosse

Die kam insofern überraschend, als Bayerns Sportdirektor Christoph Freund sich wenige Minuten zuvor noch ganz anders geäußert hatte. "Sie wissen Bescheid", sagte Freund über Palhinha und Rechtsverteidiger Sacha Boey, der ebenfalls verkauft werden soll. "Sie trainieren mit, werden aber in unseren Planungen keine große Rolle mehr spielen." Beide seien "gute Spieler", ergänzte Freund, "sie trainieren ordentlich, werden jetzt dabei bleiben und spielen, aber der Plan ist, dass sie ihre nächsten Schritte woanders gehen."

Bei Coach Vincent Kompany (l.) hat Palhinha keine Perspektive.
Bei Coach Vincent Kompany (l.) hat Palhinha keine Perspektive. © IMAGO/Fotostand / Fabian Werner

Deutlicher kann man es kaum formulieren. Palhinha, Boey und Bryan Zaragoza, der in Wiesbaden angeschlagen fehlte, haben keine Zukunft bei Bayern. Das ist die Vorgabe der Bosse, die mit Verkäufen Einnahmen generieren wollen. Aktuell beträgt das Minus in dieser Transferperiode etwa 70 Millionen Euro. Weitere Leihgeschäfte sind daher nicht vorgesehen – eigentlich. "Das ist nicht unser Plan, aber auf dem Transfermarkt können wir nichts ausschließen", sagte Freund über Palhinha und Boey: "Ich halte beide für gute Spieler, die auf dem Markt gefragt sind. João hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Tottenham in der Premier League den Klassenerhalt geschafft hat. Sacha hat in der Türkei gute Spiele gezeigt. Ich halte sie für gute Spieler, die in viele Mannschaften passen würden."

Soll ebenfalls verkauft werden: Sacha Boey.
Soll ebenfalls verkauft werden: Sacha Boey. © IMAGO/Gerhard Schultheiß

Hoher Einkaufspreis für Palhinha

Doch bislang fehlen die Angebote, die Bayern von einem Verkauf überzeugen würde. Bis zum 1. September können Spieler noch abgegeben werden. Auch Verteidiger Hiroki Ito ist ein Wechselkandidat. Am meisten Geld könnte Palhinha einbringen, sein Marktwert liegt bei 15 Millionen Euro. Ein Verlustgeschäft droht in jedem Fall. Der Portugiese kam 2024 für 51 Millionen Euro vom FC Fulham – und war noch ein Wunschspieler von Ex-Trainer Thomas Tuchel. Dessen Nachfolger Vincent Kompany hatte hingegen keine Verwendung für Palhinha.

FC Bayern holt Talent Ndiaye

Daher ist es fraglich, ob Palhinha jetzt den vierten Platz im defensiven Mittelfeld bekommt, hinter Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof. Zumal Bayern auf dieser Position ein anderes Talent verpflichtet: Bara Sapoko Ndiaye.

War mit Senegal bei der WM: Bara Sapoko Ndiaye.
War mit Senegal bei der WM: Bara Sapoko Ndiaye. © IMAGO/STEPHEN BRASHEAR

Der 18-Jährige war in der vergangenen Rückrunde bereits von der gambischen Fußball-Akademie Gambinos Stars Africa an die Münchner ausgeliehen, er hat Kompany überzeugt. "Letzte Details sind noch zu klären, aber ich gehe davon aus, dass er mit uns in die Saison startet", sagte Freund: "Bara wird am kommenden Montag die Leistungstests machen und dann zum Trainingslager an den Tegernsee kommen."

Die Ablöse für den senegalesischen WM-Teilnehmer soll bei weniger als fünf Millionen Euro liegen. Ndiaye wird wohl der Hauptgrund dafür sein, dass Palhinhas Kampfansage letztlich ohne Wirkung bleibt.

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