"Sowieso immer gefragt, wie er das macht": FC-Bayern-Star Díaz bekommt Sonderurlaub
Luis Díaz setzte schon zum Jubel an, da ging die Fahne hoch. Der Flügelstürmer des FC Bayern hatte in jener 30. Minute gegen Union Berlin (7:0) per Heber getroffen, doch stand im Abseits. Nichts war es mit dem Erfolgserlebnis. Eines, das dem Kolumbianer in seiner aktuellen Situation gutgetan hätte. Díaz wirkte in den ersten Wochen der neuen Saison überspielt, nicht so frisch wie in der vergangenen Spielzeit. Das bestätigte sich gegen die Eisernen.
Tah relativiert Mini-Krise von Díaz
Die Show gehörte am Freitagabend zweifelsohne seinen Mitspielern Harry Kane und Michael Olise. Dem 29-Jährigen dagegen fehlte etwas der Esprit, wenngleich sein Wille durchaus erkennbar war. "Einige wären froh, wenn sie so eine Delle hätten", verteidigte Sportvorstand Max Eberl die Leistung von Díaz. Auch die Teamkollegen relativierten seine erste Mini-Krise in München.
"Er war vielleicht in einem Spiel müde", meinte Jonathan Tah: "Aber ich glaube, dass das normal ist, wenn man so viele abspult wie er." Konkret absolvierte Díaz alleine für die Bayern in der zurückliegenden Spielzeit wettbewerbsübergreifend 51 (!) Spiele, den Großteil davon über die volle Spielzeit. Dazu kam unter anderem die Weltmeisterschaft mit Kolumbien.
Ich habe mich sowieso schon immer gefragt, wie er das macht, dass er jedes Spiel rauf und runter sprinten kann.
Díaz hat sein Lächeln nicht verlernt
"Ich habe mich sowieso schon immer gefragt, wie er das macht, dass er jedes Spiel rauf und runter sprinten kann", so der Innenverteidiger: "Seine aktuelle Situation darf man nicht überbewerten. Wir wissen, was wir an ihm haben und was er uns geben kann." Mit anderen Worten: Beim FC Bayern steht man hinter dem Offensivspieler. Sein verschmitztes Lächeln hat Díaz ohnehin nicht verlernt.
Nach dem Kantersieg gegen Union grinste er beim Gang durch die Mixed-Zone in Richtung der Reporter, ehe er sich auf den Heimweg machte. Wohl auch, weil er wusste, dass er in den nächsten Wochen die Akkus aufladen kann. Nach Rücksprache mit Kolumbiens Nationaltrainer Néstor Lorenzo wird Díaz in der XXL-Länderspielperiode nicht für sein Heimatland auflaufen.

FC Bayern begrüßt Pause für Díaz
Das verkündete der Coach der Südamerikaner vor dem Spiel: "Ich habe mit ihm gesprochen und gesagt: 'Du siehst müde aus, Lucho. Dir fehlt dein gewohnter Antritt, was ist los mit dir?'" Als ihm dieser von seiner enormen Belastung berichtete, entschlossen sie sich dafür, "dass er sich ausruhen soll". Ohnehin hat Kolumbien in den nächsten Wochen nur Freundschaftsspiele.
Das begrüßt man natürlich beim FC Bayern. "Das tut einem Spieler auch mal gut", meinte Eberl: "Er selbst hat gesagt, er würde gerne eine Pause nehmen." Sofern Díaz das Oktoberfest-Fieber packt, kann er die kommenden Tage mit seiner Familie auf der Theresienwiese verbringen. "Er wird erstmal ein bisschen Urlaub machen und dann peu à peu wieder ins Training einsteigen."
Er selbst hat gesagt, er würde gerne eine Pause nehmen.
Davies reist ebenfalls nicht zur Nationalmannschaft
Einen solchen Sonderurlaub bekommt übrigens nicht nur der Flügelflitzer. Auch Alphonso Davies reist nicht zur kanadischen Nationalmannschaft. Der Außenverteidiger wird stattdessen mit seiner Sheyenne die Flitterwochen genießen. Und, wie Díaz, Anfang Oktober mit vollen Akkus zurück an die Säbener Straße kommen.
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