"Soll verboten gehören": Laimer verpasst wilde Party des FC Bayern wegen der Dopingkontrolle

Nach Abpfiff kannte die Freude beim FC Bayern keine Grenzen. Die Spieler fielen sich in die Arme, die Fans zündeten die letzten Reserven an Pyrotechnik. Der aktuelle Lieblingsfangesang "Wir gewinnen sowieso" wurde im Berliner Olympiastadion angestimmt. Die Münchner sind nach dem 3:0 gegen den VfB Stuttgart zum 14. Mal Doublesieger. Das Partyprotokoll der Bayern:
Akt 1: Siegerehrung auf dem Platz
Um 22.07 Uhr wird die Zone rund um die Trainerbank zur Partymeile. Luis Díaz hat sich eine Kolumbienflagge um die Hüfte gebunden. Zusammen mit seinen Teamkollegen hüpft der Flügelflitzer im Kreis – noch ohne Pokal. Der wird währenddessen auf dem Podium platziert. Nach einem Hinweis von einem DFB-Mitarbeiter verformt sich der Jubelkreis langsam in ein Spalier für die Schwaben.
Leon Goretzka tröstet den konsternierten Alexander Nübel. Die Ex-Schalker unter sich. Um 22.17 Uhr sind die Bayern dann dran. Finalkapitän Joshua Kimmich betritt als erster Münchner das Podest. Mittlerweile steht auch der Kakadu neben dem Pott. Voller Vorfreude wird der Pokal inspiziert. Nach wie vor gilt: Nicht anfassen. Manuel Neuer muss das trotz Wadenproblemen als erster übernehmen. Und der kommt ganz zum Schluss aufs Podest.
Um 22.19 Uhr streckt Neuer das Ding in den Berliner Nachthimmel. Von einer Schwächung durch die Blessur ist nichts zu sehen. Der goldene Lamettaregen setzt ein. Das Feuerwerk auf dem Stadiondach bleibt allerdings diesmal aus. Stattdessen sorgen die Bayern-Fans mit den letzten Überbleibseln aus dem Spiel für eine Mini-Pyro-Show. Nach dem obligatorischen Siegerfoto wird die Party dorthin verlagert.

Der Pokal haftet wie ein Magnet in den Händen von Harry Kane. Neuer dagegen hat sich einen Seidenschal aus der Kurve mit der Aufschrift "Rekordpokalsieger" gesichert. Kimmich wedelt eine XXL-Fahne. Die Stadionmusik ist mittlerweile leise gedreht. So hört man die "Goretzka"-Sprechchöre lauter. Der Mittelfeldspieler wird von den Ultras nochmal gebührend verabschiedet, wird sogar aufgefordert auf den Zaun zu springen. Goretzka lehnt aber ab.

Um 22.33 Uhr kommt auch Trainer Vincent Kompany vor der Ostkurve. Der Belgier braucht offensichtlich Platz. Kompany scheucht die Fotografen wie ein Ordner zur Seite. Das belgische Feierbiest hat etwas vor. Er luchst Kane den Pokal für einen Moment ab und stemmt ihn in Richtung Fans, lässt seinen Emotionen dabei freien Lauf. Dafür stimmen die Ultras auch für ihn Sprechchöre an.
Akt 2: Kabinenparty
Erst um 22.46 Uhr verlagert sich die Party in die Kabine. Nur für einen nicht: Konrad Laimer. Er muss zur Dopingkontrolle. Währenddessen befüllen seine Teamkollegen den Pokal mit Bier. Die Ü30-Generation hat Durst! Goretzka kippt Kane einen dicken Schluck aus dem Pott in den Mund. Es wird gegröllt, gefeiert. Erst um 23.26 Uhr verlässt Min-jae Kim als erster Bayern-Spieler die Kabine in Richtung Mannschaftsbus.
20 Minuten später kommen auch die Buddies Lennart Karl, Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic raus. Das Trio hat schon jetzt die Sonnenbrillen auf. Lässig. Getoppt wird ihr Style aber von Michael Olise. Der Franzose trägt ein Tanktop und hat ein Tuch in seine Mütze eingeklemmt. Erst um 23.56 Uhr kommt Laimer aus der Kabine. Von der Feier hat er laut eigenen Angaben nur zwei Minuten mitbekommen.

"Es soll verboten gehören, die Doping-Schei**e nach dem Pokalsieg", scherzt er: "Ich habe bis jetzt gebraucht. Dabei habe ich extra eine Chance vergeben, dass es mich nicht erwischt." Bitter. Aber die Berlin-Party ist noch nicht vorbei. Um kurz nach Mitternacht macht sich der Feierbus der Bayern ins 35 Autominuten entfernte Kraftwerk auf.
Akt 3: Party im Kraftwerk
Mittlerweile ist die neueste Errungenschaft des FC Bayern in den Händen von Alphonso Davies. Wie schon bei der Meisterfeier vor einer Woche am Nockherberg präsentiert er den geladenen Partygästen den DFB-Pokal als Erstes. Diese haben für den Empfang ein Spalier gebildet. Gefolgt von seinen Teamkollegen packt der Kanadier einen Tanzmove aus und gibt damit den Startschuss für die Party, von der die Letzten erst um 6.30 Uhr gingen.