Servus, Adidas! Was sich fürs DFB-Team mit dem Wechsel zu Nike alles ändert

Die Nationalmannschaft bereitet sich zum letzten Mal bei Ausrüster Adidas in Herzogenaurach auf Länderspiele vor. Ab Januar übernimmt Nike. Die AZ erklärt, was sich dadurch alles ändert.
von  Maximilian Koch
Zum letzten Mal zu Gast bei Adidas: Bundestrainer Jürgen Klopp und das DFB-Team wechseln im neuen Jahr zu Nike.
Zum letzten Mal zu Gast bei Adidas: Bundestrainer Jürgen Klopp und das DFB-Team wechseln im neuen Jahr zu Nike. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul

Vor den Toren des Homeground in Herzogenaurach werden sich am Montag zum vorerst letzten Mal Fans versammeln, wenn nach und nach die DFB-Stars eintreffen zur Vorbereitung auf die Nations-League-Spiele in Serbien (13. November) und gegen die Niederlande (16. November). Vielleicht hat mancher von ihnen Glück und ergattert ein Foto oder ein Autogramm – in Zukunft wird das nur noch in Frankfurt am Main möglich sein.

Abschied nach über 70 Jahren mit den drei Streifen

Es ist der finale Akt der beim langjährigen Ausrüster Adidas, mit dem die Nationalmannschaft alle vier Weltmeistertitel (1954, 1974, 1990 und 2014) gewann. Ab Januar übernimmt Nike – nach mehr als 70 Jahren mit den drei Streifen.

Immer gut bewacht: Der Homeground in Herzogenaurach.
Immer gut bewacht: Der Homeground in Herzogenaurach. © Klaus Bergmann

Rekorddeal mit Nike – DFB-Spitze lobt Vision für Breiten- und Frauenfußball

Im März 2024 hatte der DFB verkündet, dass er ab 2027 bis 2034 eine Partnerschaft mit Nike eingehen werde. Der US-Konzern soll dem Verband dem Vernehmen nach künftig 100 Millionen Euro pro Jahr zahlen – und damit circa doppelt so viel wie Adidas. Aus wirtschaftlicher Sicht gab es also nicht viel zu überlegen, als das Nike-Angebot beim DFB einging.

Läuft in Zukunft ganz im Nike-Dress auf: Bayerns Jamal Musiala.
Läuft in Zukunft ganz im Nike-Dress auf: Bayerns Jamal Musiala. © IMAGO/Marc Schueler

"Nike hat das mit Abstand beste wirtschaftliche Angebot abgegeben und zudem mit seiner inhaltlichen Vision überzeugt, die auch ein klares Bekenntnis für die Förderung des Amateur- und Breitensports sowie die nachhaltige Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland beinhaltet", sagte Holger Blask, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFB GmbH & Co. KG.

Und Präsident Bernd Neuendorf ergänzte: "Die künftige Partnerschaft ermöglicht es dem DFB, auch in der kommenden Dekade zentrale Aufgaben mit Blick auf eine umfassende Entwicklung des Fußballs in Deutschland wahrzunehmen."

Statt bei Adidas bereitet sich das DFB-Team ab Januar am Campus in Frankfurt am Main vor.
Statt bei Adidas bereitet sich das DFB-Team ab Januar am Campus in Frankfurt am Main vor. © IMAGO/Harry Koerber

Vom idyllischen Homeground zum geschäftigen DFB-Campus

Neben dem Finanziellen gibt es weitere Änderungen, die der Ausrüster-Wechsel mit sich bringt. Die für die Spieler wichtigste Neuerung ist wohl das Quartier. Zur EM 2021 wurde in Herzogenaurach der Homeground fertiggestellt, der bei der Mannschaft sehr beliebt war und ist. Hier kann sich das Team in aller Ruhe vorbereiten, die Spieler wohnen in 15 Mini-Häusern mit bis zu vier Zimmern. Auch einen Dorfplatz, einen Swimmingpool, Tischtennisplatten und Basketballkörbe findet man auf dem Gelände. Das gefällt den Stars.

Sportlichen Erfolg brachte das Quartier allerdings nicht: 2021 kam das Aus im EM-Achtelfinale, 2024 bei der Heim-EM im Viertelfinale und bei der WM 2026 im Sommer im Sechzehntelfinale. Vor der WM 2022 in Katar (Vorrundenaus) gab es kein Treffen in Herzogenaurach, damals flog der Tross direkt in den Nahen Osten.

Der DFB-Campus in Frankfurt am Main.
Der DFB-Campus in Frankfurt am Main. © IMAGO/Herbertz / Nico Herbertz

Neustart in Frankfurt mit mehr Trubel und kurzen Wegen

Es kann nur besser werden. Vor allem wird es ab Januar: anders. Am DFB-Campus in Frankfurt am Main, wo künftig die Vorbereitung auf Länderspiele stattfindet, herrscht deutlich mehr Trubel.

Dort arbeiten etwa 700 Menschen, Trainer und Schiedsrichter werden ausgebildet, auch die Nationalmannschaft der Frauen und die Nachwuchsteams haben ihre Heimat auf dem riesigen Gelände in der Kennedyallee, das 2022 eröffnet wurde. Daran müssen sich Bundestrainer Jürgen Klopp und die Mannschaft erst gewöhnen.

Erstes Nike-Trikot erinnert an den WM-Triumph 1974

Und das gilt auch für die neuen Trikots. Das erste Nike-Shirt des DFB-Teams, das der US-Konzern bereits während der WM auf einem Boot in New York zeigte, wird in klassischem Weiß gehalten sein und einen schwarzen Rundhalskragen haben – ähnlich also wie beim WM-Triumph 1974, als Franz Beckenbauer und Co. in Adidas aufliefen. Ein gutes Omen?

Zunächst wird Klopps Team alles versuchen, sich gebührend im Adidas-Dress zu verabschieden – mit zwei Siegen gegen Serbien und die Niederlande.

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