Schlotterbeck im Fokus: "Hatte ein bisschen Glück"

Drei Wochen hatte Nico Schlotterbeck gefehlt, gegen die Bayern gab der Nationalverteidiger sein Comeback für den BVB. Und was für eins. An vielen Szenen auf beiden Seiten war er beteiligt.
dpa |
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Nico Schlotterbeck erzielte gegen die Bayern die BVB-Führung
Nico Schlotterbeck erzielte gegen die Bayern die BVB-Führung © David Inderlied/dpa
Dortmund

Selbstkritik nach dem Wechselbad der Gefühle: Nico Schlotterbeck hat ein intensives Startelf-Comeback für Borussia Dortmund im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayern München erlebt. An den meisten entscheidenden Szenen beim 2:3 (1:0) am Samstagabend war der 26-Jährige direkt beteiligt. In Bezug auf einen heftigen Moment war der Nationalverteidiger anschließend ehrlich: Nach gut einer Viertelstunde hätte Schlotterbeck bereits vom Feld fliegen können. 

"Ich glaube, dass man da schon Rot geben kann. Da hatte ich ein bisschen Glück, ja", bekannte Schlotterbeck bei Sky zu seinem heftigen Foul an Josip Stanisic, für das er nur die Gelbe Karte sah. Schlotterbeck hatte Stanisic mit den Stollen am linken Bein getroffen und mit beiden Beinen das Sprunggelenk des Kroaten eingeklemmt. 

Auch Ricken sieht Schlotterbeck-Foul als rot-würdig an

"Es ist hier schon eine brutale Intensität", sagte später auch Dortmunds Sportchef Lars Ricken im ZDF-"Sportstudio": "Da haben wir schon ein bisschen Glück gehabt, dass es nur eine Gelbe Karte ist." Vier Tage zuvor hatte Schlotterbeck beim Dortmunder Champions-League-Aus bei Atalanta Bergamo als Ersatzspieler die Rote Karte gesehen. 

Einen Platzverweis hätte der Dortmunder auch am Samstag nach der heftigen Szene sehen können. Nur acht Minuten nach seinem Einsteigen gegen Stanisic hatte Schlotterbeck sein Team per Kopf in Führung gebracht und dabei so intensiv gejubelt, dass er über die Bande sprang und mit den Fans jubelte. Eine zweite Gelbe Karte sah er dafür nicht. 

Schlotterbeck entgeht Platzverweis gleich dreimal

"Wir können jetzt auch alles ausmustern", echauffierte sich der Abwehrspieler später. "Wenn man alles ausmustert, dann haben wir keinen Fußball mehr. Aber dann, ich sage es dir ehrlich, dann spiele ich irgendwann Schach. Weil wenn ich dafür eine Gelbe bekomme, dann hört es auf."

Auch im zweiten Durchgang stand Schlotterbeck wieder im Blickpunkt, als er in der 70. Minute wieder Stanisic - diesmal im Strafraum - traf und einen Elfmeter verursachte. Den verwandelte Torjäger Harry Kane zum 2:1 für den Rekordmeister. Auch hier hätte Schlotterbeck wieder Gelb und damit Gelb-Rot sehen können. "Ich finde, es war schon ein sehr, sehr leichter Kontakt", sagte er dazu. "Und mir dann dafür Gelb zu geben, wüsste ich jetzt nicht." Schlotterbeck hatte zuletzt erst wegen einer Gelbsperre und dann muskulärer Probleme gefehlt.

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  • Südstern7 vor 7 Minuten / Bewertung:

    "Nach gut einer Viertelstunde hätte Schlotterbeck bereits vom Feld fliegen können. "

    Die Reaktionen der geneigten Zuschauerschar nach dieser Aktion hat mich irgendwie an alte Zeiten in Kaiserslautern erinnert, als der Lokvenc unserem Scheppe Kraus in die Nieren trat und sich vom Publikum feiern ließ. Die gelbe Wand nicht mal, sondern die normalen Tribünenbesucher erregten sich weil der Schiedsrichter die Stirn hatte überhaupt dieses Einsteigen als Foul zu bewerten. Schlotterbeck zeigte ja auch nach seinem Tor aufreizend den (allerdings stattlichen) Bizep.

    SO habe ich das Dortmunder Publikum nicht in Erinnerung. Da ging es gestern weniger um Sport als viel mehr um das Fertigmachen eines Gegners - egal wie. Dass Gegner ausgepfiffen und Schiris beeinflusst werden sollen gehört ja dazu in jedem Stadion der Welt - auch in München. Aber das war gestern Abend einfach nur KAISERSLAUTERN. Überzogen und übertrieben.

    Man verzeihe mir dieses persönliche Statement.

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