"Schlimmer als Madrid und Athen": Bayern-Fans rechnen mit Polizei ab

Vor dem Topspiel Dortmund gegen Bayern kommt es zu Zusammenstößen zwischen Gäste-Fans und Polizisten. Nun äußern sich Münchner Fanbetreuer zu den Vorfällen. Sie werden deutlich.
AZ/dpa |
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Wegen der Zusammenstöße vor Anpfiff boykottieren einige Bayern-Fans die Partie in Dortmund. (Archivbild)
Wegen der Zusammenstöße vor Anpfiff boykottieren einige Bayern-Fans die Partie in Dortmund. (Archivbild) © Federico Gambarini/dpa

Nach den Zusammenstößen zwischen Bayern-Fans und Polizisten vor dem Anpfiff des Bundesliga-Topspiels in Dortmund haben Münchner Fan-Betreuer die Ordnungskräfte heftig kritisiert. "Ein Vorgehen dieser Intensität und Undifferenziertheit gegenüber Fußballfans haben unsere langjährig erfahrenen Mitarbeitenden in dieser Form bundesweit bislang nicht wahrgenommen", heißt es in einer Mitteilung des Fanprojekts München.

Am Samstagabend war es vor Spielbeginn zu Auseinandersetzungen von Polizisten mit Bayern-Anhängern gekommen. Die Polizei Dortmund gab an, dass einige Gäste-Fans gut zwei Stunden vor Spielbeginn eine Einlasskontrolle durchbrechen wollten. Fünf Einsatzkräfte, ein Ordner und vier Unbeteiligte seien verletzt worden. Es gab laut Polizei 30 Strafanzeigen. Darüber hinaus habe Borussia Dortmund Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt.

Fan-Begleiter: "Undifferenzierter Einsatz von Schlagstöcken"

Die Münchner Fan-Betreuer distanzieren sich laut Mitteilung grundsätzlich von Gewalt und strafbaren Handlungen. Zum Vorgehen der Polizei danach aber schrieben sie: "Aus unserer Sicht standen einzelne Maßnahmen in keinem erkennbaren Verhältnis zu den vorausgegangenen Vorkommnissen."

Die Dortmunder Fans solidarisierten sich mit den Bayern-Anhängern. Die Polizei gibt ein Update zu den Ermittlungen.
Die Dortmunder Fans solidarisierten sich mit den Bayern-Anhängern. Die Polizei gibt ein Update zu den Ermittlungen. © Federico Gambarini/dpa

Sie warfen der Polizei etwa einen "undifferenzierten Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray gegen alle Anwesenden" vor. Davon betroffen waren demnach unter anderem auch Vereinsverantwortliche und Personen von Fanprojekten. "Nach unseren Erkenntnissen kam es im Zuge dieser Maßnahmen zu mehreren Verletzten, darunter auch Personen mit teils schweren Verletzungen", hieß es.

Bayern-Fans über Polizei: Schlimmer als Madrid und Athen

Die aktive Fanszene der Bayern hatte schon am Sonntag in einer gemeinsamen Stellungnahme Kritik geübt. Nach dem ersten Vorfall habe die Polizei die Situation mehrfach erneut eskaliert und sei "in breiter Front" gegen wartende, unbeteiligte Fans vorgegangen. Durch den Einsatz von Schlagstöcken und Reizgas habe es mehrere Knochenbrüche und Gesichtsverletzungen gegeben. Auch kurz vor Abpfiff seien Polizisten gegen Anhänger vorgegangen.

"In Quantität wie Intensität übertraf das Maß an Polizeigewalt in Dortmund vergleichbare Übergriffe, die wir in Madrid oder Athen erleben mussten", hieß es von den Fan-Vereinigungen aus der Münchner Südkurve.

Der stellvertretende Dortmunder Polizeipräsident Achim Stankowitz hatte dagegen erklärt: "Die reflexhafte Schuldzuweisung an die Polizei wirkt nach Ansicht der Videodaten, die wir auch in das Strafverfahren einbringen können und werden, mehr als befremdlich."

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  • Südstern7 am 03.03.2026 20:54 Uhr / Bewertung:

    Im Austeilen sind diese Herrschaften nicht zimperlich. Vandalismus ist an der Tagesordnung, unflätiges Verhalten sowieso. Sie scheuen sich auch nicht Plakate zu malen um einem Menschen den Tod zu wünschen. Dem Verein, dem sie vorgeben dienen zu wollen, bringen sie Woche für Woche mit ihrem Pyro-Dingsbums in die Bredouille. Sie sind ein eigener Mikrokosmos unter dem Deckmantel eines Fußballvereins.

    Sie tanzen seit Jahren dem Verein auf der Nase, verstoßen Woche für Woche gegen das Recht des Hausherrn und der einzige im Verein, der sie harsch kritisiert ist Uli Hoeneß. Ansonsten Schweigen. Die Fanbeauftragten eine einzige Enttäuschung.

    Nun ist das Gejammer groß, nachdem endlich mal ein Club sein Hausrecht in Anspruch genommen hat und diese Krawallbrüder aussortiert hat. Im Grölen sind sie stark, im Einstecken aber nur heulende Memmen. Diese feige Horde hat natürlich kein Rückgrat. Nichts anderes habe ich erwartet.

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  • rotweiss am 04.03.2026 11:18 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Südstern7

    Der Wolf ist nur im Rudel stark ! Überwiegend sind das Memmen !
    Das gilt bei allen Ultras,von jedem Verein !

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  • Flansi Hick am 05.03.2026 00:38 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Südstern7

    Betreffend der Krawallbrüder gebe ich Dir recht. Wer austeilt muss auch einstecken. Trotzdem muss man so einen überharten Polizeieinsatz auch kritisch beurteilen dürfen. Da werden eben auch Leute mit einer, teilweise unverständlichen, Brutalität seitens der Polizei konfrontiert die nicht dieser Szene angehören. Die scheinbar nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort stehen. Das geht nicht. Ich kann nicht willkürlich, und der Eindruck der Willkür entsteht bei solchen Einsätzen, auf völlig unbeteiligte Personen einwirken. Wenn man solche Einsätze manchmal verfolgt, sei es bei Demos, Fußballspielen oder anderen 'Anlässen' drängt sich einem schon ab und zu die Frage auf, ob da in den Reihen der Polizei nicht auch ultraähnliche Beamte vertreten sind. Deeskalierend wirkt das oftmals nicht, sondern leider schon manchmal auch bewußt gewollt. So etwas stachelt dann die Szene der geistigen Dünnbrettbohrer wiederum noch mehr an. Eine Endlosschleife diesbezüglich ist dadurch vorprogrammiert.

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