"Schauen, ob die Ärzte einen Zaubertrank zaubern": Upamecano wird wohl auch gegen den FC Augsburg ausfallen

Min-jae Kim sieht gegen Union Saint-Gilloise die Ampelkarte, fehlt dadurch gegen Eindhoven. Schon gegen Augsburg kann der Verteidiger wohl Wiedergutmachung betreiben.
von  Kilian Kreitmair
Seine Zukunft ist weiterhin ungewiss: Dayot Upamecano.
Seine Zukunft ist weiterhin ungewiss: Dayot Upamecano. © IMAGO

Chefcoach Vincent Kompany war stocksauer. Nicht aber auf seine Mannschaft. Die führte nach einer wenig erwärmenden ersten Hälfte bei Minustemperaturen gegen Union Saint-Gilloise (2:0) in dieser 64. Minute schon mit 2:0 durch einen Doppelpack von Harry Kane. Nein, es ging um die Ampelkarte für Min-jae Kim, die den Belgier auf die Palme brachte. Der Südkoreaner hatte Raul Florucz mit der Hand am Arm festgehalten, wurde mit seinem zweiten (!) Foul am Mittwochabend des Feldes verwiesen. Bitter. 

Neuer und Eberl stellen sich vor Kim

"Dass er direkt eine zweite Gelbe Karte bekommt, da kann man ein bisschen mehr Gefühl haben", sagte Sportvorstand Max Eberl in der Mixed-Zone in Richtung des Unparteiischen, Rade Obrenovic. Auch Kapitän Manuel Neuer meinte: "Ich glaube, dass er in beiden Situationen nicht viel machen kann." Ändern tut das aber nichts: Kim wird im letzten Gruppenspiel gegen die PSV Eindhoven am kommenden Mittwoch (21 Uhr) gesperrt fehlen.

Der Verteidiger verließ geknickt die Arena. Zuvor hatte er sich schon beim Gang in die Kabine bei den Bayern-Fans, wie es für die südkoreanische Kultur klassisch ist, entschuldigt. "Er soll sich keinen Kopf machen", baute ihn Eberl auf. "Das ist Fußball." Mit anderen Worten: Kim soll den Platzverweis schnell abhaken. Denn nicht einmal sein Trainer ist ihm für die Aktionen böse. 

Da half alles Betteln nix! Min-jae Kim musste das Feld Mitte der zweiten Hälfte räumen.
Da half alles Betteln nix! Min-jae Kim musste das Feld Mitte der zweiten Hälfte räumen. © IMAGO

Kim wird wohl auch gegen den FC Augsburg starten

"Auch weil ich Innenverteidiger war, weiß ich, dass sowas passieren kann", so Kompany. Außerdem hilft den Münchnern ein enttäuschter Kim nicht weiter. Denn schon am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg wird er wohl in der Startelf gebraucht. Dann kann der 29-Jährige seine Ampelkarte mit einer starken Leistung wieder gutmachen. Denn Dayot Upamecano, der für die Partie gegen den amtierenden Meister aus Belgien kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel, wird wohl nicht rechtzeitig gesund. 

Auch weil ich Innenverteidiger war, weiß ich, dass sowas passieren kann.

Vincent Kompany

"Ich glaube, es wird eher schwierig", gab Eberl ein Update: "Er ist schon angeschlagen. Aber schauen wir mal, ob unsere Ärzte für ihn einen Zaubertrank zaubern können." Es bräuchte wohl einen bayerischen Miraculix an der Säbener Straße, um Upamecano rechtzeitig wieder zu vollen Kräften zu bringen. Und wenn dieser Druide schon Zaubermischungen parat hat, könnte er auch ein Gemisch brauen, das die Entscheidungsfreudigkeit des Franzosen bezüglich seiner Zukunft beschleunigt.

Muss weiter mit der Upamecano-Seite verhandeln: Sportvorstand Max Eberl.
Muss weiter mit der Upamecano-Seite verhandeln: Sportvorstand Max Eberl. © IMAGO

Verlängerung mit Upamecano zieht sich weiter 

Ohne einen solchen Trank scheinen sich die Gespräche um eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages weiter zu ziehen. Ein Ende der Verhandlungen ist aktuell nicht wirklich in Sicht. Und das, obwohl die Münchner eine schnelle Einigung anstreben und ihm laut Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen ein "außerordentlich gutes" Angebot unterbreitet haben. "Ich glaube, das, was er jetzt da liegen hat, sollte er unterschreiben, denn es wird nicht besser", betonte der CEO des FC Bayern jüngst.

Doch solange es keinen Zaubertrank für Entscheidungsfreudigkeit gibt oder Upamecano von sich aus eine Entscheidung getroffen hat, bleibt Eberl nur, wie nach dem Spiel gegen Saint-Gilloise, eine Standardantwort: "Wir reden mit ihm und dann werden wir etwas verkünden, wenn es etwas zu verkünden gibt. In welche Richtung auch immer." 

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