Sammer wertet Kimmich-Worte vor Abreise vom DFB als klares Signal

Das Spiel im eigenen Wohnzimmer gegen Serbien am Donnerstag verpasst Joshua Kimmich ebenso wie das Auswärtsspiel in Griechenland am Sonntag (beide 20.45 Uhr) Bundestrainer Jürgen Klopp entschied sich dafür, den Mittelfeldakteur des FC Bayern nur für den ersten Kader zu nominieren.
Kimmich wollte beim DFB-Team bleiben
Und das, obwohl Kimmich als Kapitän nach der Niederlage gegen die Griechen in Augsburg (0:1) weiter Teil des Aufgebots bleiben wollte. "Ich hatte bis zuletzt gehofft, zu bleiben – und wäre natürlich gerne geblieben", so die Worte des Nationalspielers: "Aber ich verstehe, dass der Trainer einfach auch andere Jungs kennenlernen möchte."
Aleksandar Pavlović oder Tom Bischof zum Beispiel. Beide können sich durchaus Hoffnung machen, gegen die Serben in der Allianz Arena Spielminuten zu bekommen. Kimmich dagegen muss zuschauen, wie seine Teamkollegen um den ersten Sieg unter dem neuen DFB-Coach spielen. Eine ungewohnte Rolle für den Führungsspieler.
Sammer: "Er soll sich da jetzt nicht verrückt machen lassen"
"Er soll sich da jetzt nicht verrückt machen lassen", sagt Bayerns ehemaliger Sportvorstand Matthias Sammer der AZ: "Ohne, dass ich es weiß, wird Jürgen Klopp zu ihm gesagt haben: 'Bleib ruhig. Ich kenne dich. Ich will die anderen kennenlernen. Fahr nach Hause und mach dir keinen Kopf.'" Immerhin ist es die Intention von Klopp, sich durch die beiden Kader zunächst ein Bild über sein Spielermaterial verschaffen.
Dass Kimmich dennoch gerne beim Team geblieben wäre, dafür hat er vollstes Verständnis. Mehr noch: Sammer wertet es als positives Signal. "Josh versucht nach dem Spiel gegen Griechenland, das nicht so gut lief, zu zeigen, dass er der Kapitän ist und vorangehen will", so der Ex-Nationalspieler: "Ich finde es immer gut, wenn Menschen Verantwortung spüren und sagen: 'Eigentlich dürfe ich hier nicht weg, weil wir verloren haben.'"

Sammer sieht Situation um Kimmich gelassen
Ob er an der Stelle Klopps ähnlich gehandelt hätte und seinen Kapitän nur in einen Kader gepackt hätte? "Ich habe mir nicht so viel Gedanken wie Jürgen gemacht, um die Spieler kennenzulernen", meint Sammer zur AZ und betont nochmal: "Wenn das jetzt nicht ganz am Anfang wäre, sondern nach einem halben Jahr, hätten sie vielleicht nochmal sprechen müssen, ob er nicht dableiben will. Aber so ist es ganz entspannt."
Kimmich selbst wird es sicherlich auch verkraften. So kann er seine Akkus aufladen. Immerhin stehen in den nächsten Wochen mit dem FC Bayern noch reichlich Spiele in der Bundesliga, dem DFB-Pokal und der Champions League an.