Sammer verspricht Ende der Alibis: "Gibt keinen Spielraum mehr"

Matthias Sammer will für die kommende Spielzeit zusätzliche Reizpunkte setzen - auch durch Transfers. Er erklärt, warum es beim FC Bayern aber keinen Schnitt wie nach der WM 1990 geben wird.
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Matthias Sammer gewann mit dem FC Bayern in seiner ersten Saison als Sportvorstand das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League.
Augenklick / RAUCHENSTEINER Matthias Sammer gewann mit dem FC Bayern in seiner ersten Saison als Sportvorstand das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League.

München - Die alte Saison kaum abgehakt, die neue noch nicht einmal in die Vorbereitung gestartet, aber Sportvorstand Matthias Sammer macht den Spielern des FC Bayern gleich einmal Druck. Nicht nur, dass er seinen Kickern "manches Alibi, das zum Ende dieser Saison genutzt werden konnte", nehmen will, er verspricht auch größeren Konkurrenzkampf.

Denn der FC Bayern wird nach Aussagen Sammers in der "Welt am Sonntag" auf dem Transfermarkt zuschlagen. Mit Joshua Kimmich vom VfB Stuttgart (letzte Saison an RB Leipzig ausgeliehen) steht erst ein Neuzugang fest. "Wir werden die Mannschaft punktuell auffrischen und Reizpunkte setzen", sagte Sammer. Allerdings schließt Sammer bei den Einkäufen Aktionismus aus. Vielmehr werde der FC Bayern mögliche Neuzugänge auf das Genaueste unter die Lupe nehmen. "Neue Spieler müssen vor allem zum wunderbaren Charakter unserer Mannschaft passen", erklärt Sammer ein Verpflichtungs-Kriterium.

Sammer: Schweinsteiger-Diskussion offen

Den von einigen Experten erwarteten und beschrieenen Umbruch schließt Sammer daher für den Sommer aus. "Einen solch großen Schnitt gab es beim FC Bayern 1990 nach der Weltmeisterschaft. Der ging ziemlich in die Hose", erinnert das Vorstandsmitglied an den daraus resultierenden Absturz auf Platz 10 in der Spielzeit 1991/92. "Wir werden keine bestehenden Hierarchien zerstören, das wäre kontraproduktiv. Unser Mannschaftsgefüge hat sich bewiesen", führt Sammer aus. "Es besteht keine Notwendigkeit, die Nerven zu verlieren."

Stattdessen heißt es eben Reizpunkte setzen. Die will Sammer. Reizpunkte setzen und Alibis nehmen. Zu sehr wurmte ihn auch das Auftreten und die Nachlässigkeiten im Saisonschlussspurt, die bei der Konkurrenz für Verärgerung sorgten. "Es konnte sich ein wenig hinter dem Trainer versteckt werden, denn es gab die öffentlichen Diskussionen um ihn, einen Umbruch und die Altersstruktur", sagt Sammer. Dies sei aber mit der kommenden Saison ein für alle Mal beendet. "Auch von mir gab es zuletzt einen gewissen Schutzmantel für die Mannschaft. Den wird es in der neuen Saison nicht geben. Es gibt keinen Spielraum mehr für eventuelle Entschuldigungen."

Der Saison nach der WM mit der 25. deutschen Meisterschaft und den Halbfinal-Teilnahmen im DFB-Pokal und in der Champions League gab Sammer eine "2+" als Zensur, wünscht sich aber künftig ein dominanteres Bayern-Team. "In der neuen Saison hat die Mannschaft andere Voraussetzungen: kein Turnier und ausreichend Urlaub. Wir müssen sie mehr in die Pflicht nehmen und in den Mittelpunkt stellen. Sie muss ihre Ausstrahlung, ihre Dominanz wieder stärker darstellen, die Spieler können mehr Verantwortung übernehmen", sagt Sammer. "Mit den Ideen des Trainers. Auf dem Feld aber muss die Mannschaft selbst Entscheidungen treffen können."

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