Rote Feierei und eine verlorene Meisterschale: OB findet FC Bayern "absurd gut"
Rot dominiert an diesem Tag im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses. Rote Trikots und rote Schals machen sofort klar, hier wird der FC Bayern gefeiert, hier feiert der FC Bayern.
Die Stimmung ist gelöst, es gibt Getränke und Häppchen für die geladenen Gäste. Und als nach kurzer Zeit die Mannschaft im Saal einläuft, gibt es viel warmen Applaus der Gäste für die Spieler des FC Bayern und ihren Trainer.
Verdienter Lohn für eine überragende Saison. OB Krause spricht davon, dass der FC Bayern "absurd gut" sei, lobt ausdrücklich Torjäger Harry Kane, der mit seinen 36 Treffern viel zum neuen Torrekord (122) beigetragen hat.
Aber Lob gab es auch für das Erscheinungsbild des FC Bayern außerhalb des Spielfeldes. Krause verweist auf Trainer Vincent Kompany, der in einer viel beachteten Pressekonferenz nach einem Vorfall beim Spiel zwischen Benfica Lissabon gegen Real Madrid "rassistische Strukturen" im Fußball thematisiert hatte. Dafür wird ihm vom Oberbürgermeister "Haltung" bescheinigt.

Warum Kompany noch Hilfe von Ehefrau Carla brauchte
Vor der großen Meisterparty auf dem Rathausbalkon benötigte Kompany übrigens auch noch die Hilfe seiner Ehefrau Carla. "Auf einmal waren wir hier und es hat die Meisterschale gefehlt - und dann habe ich mich erinnert, die ist bei mir zu Hause", gestand der lachende Erfolgstrainer nach der Feier. "Meine Frau hat sie zurückgebracht." Die Schale habe "in der Küche oder so" gelegen, berichtete Kompany.
Es ist das erste, aber wahrscheinlich nicht das letzte Mal, dass der junge OB mit dem FC Bayern feiert. Ein wenig aufgeregt sei er da schon, gibt Dominik Krause (Grüne) in seiner Begrüßungsrede zu.
Zuvor hatte er die Mannschaft an der Pforte zum Rathaus begrüßt und von dort zum Großen Sitzungssaal begleitet. Großer Applaus von den Gästen, als Krause und der Kader des FC Bayern in langer Reihe in den Saal einziehen.
Viel Lob, wenig Kritik: So lief die große Meisterparty
Kritische Töne, wie der Stadtratsantrag, dass künftig der FC Bayern und nicht die Stadt solche Meisterfeiern finanzieren soll, scheinen an diesem (Feier-)Tag kein Thema zu sein.
Stattdessen gibt es viel Lob. FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer ist stolz auf das Team. Und er beschwört die Einigkeit. „Hand in Hand“ wollen der Verein und die Stadt gehen.

Dass der OB aber (noch) kein Bayern-Fan ist, stellt der Präsident fest. "Das ist ungewöhnlich", sagt Hainer mit einem Schmunzeln. Daran werde man arbeiten.
Lob auch von Stadtrat Clemens Baumgärtner (CSU). Ob er denn Bayern-Fan ist? Für ihn gibt es aber kein Entweder-Oder, sagt er. "Der FC Bayern für das internationale Renommee, die Löwen fürs Lebensgefühl." Für beides sei Platz in München, sagt er und feiert weiter.
Allzu exzessiv dürften die Feierlichkeiten aber nicht werden. Schließlich gilt es, noch das Double zu holen. Und es damit den Frauen gleichzutun. Die haben, freut sich Hainer, das Double für den FC Bayern bereits eingefahren.
"Wäre ein schöner Einstand als Oberbürgermeister."
Auch OB Krause hofft auf einen Sieg im Finale. "Das Double wäre ein schöner Einstand als Oberbürgermeister." Möge der Kakadu als Glücksbringer bei ihnen sein. Die Kicker müssen also nochmal ran und haben damit etwas mit dem OB gemeinsam: "Ich muss morgen wieder arbeiten", erklärt Krause. Dann geht’s raus zum Balkon.
Der Marienplatz, getaucht in Rot und Weiß, ist schon seit Stunden gerammelt voll. Die U-Bahn fährt den Bahnhof Marienplatz zwischenzeitlich nicht mehr an. Tausende harren hier bereits seit Stunden aus. Und feiern jetzt mit ihren Helden.
Dominik Krause empfängt das Münchner Aushängeschild zur Feier der Meisterschaft im Großen Sitzungssaal im Rathaus. Viel Applaus für Mannschaft und Trainer
Viel Lob für
Trainer und Mannschaft
