Robert Lewandowski und der Neuner-Fluch

Robert Lewandowski kann die Erwartungen beim FC Bayern bislang nicht erfüllen. Hamann wünscht den Stürmer auf die Insel und sagt, Trainer Guardiola sei „ziemlich unfair mit ihm umgegangen“
| Matthias Eicher
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Kann sich beim FC Bayern bisher nur schwer durchsetzen: Stürmer Robert Lewandowski.
sampics/augenklick Kann sich beim FC Bayern bisher nur schwer durchsetzen: Stürmer Robert Lewandowski.

München - Ob an der Säbener Straße bald Angebote aus der Premier League eingehen werden? Der ehemalige Bayern-Profi und England-Legionär Didi Hamann hatte mehrere Premier-League-Klubs aufgefordert, für diesen einen Bayern-Spieler zu investieren: für Stürmer Robert Lewandowski, dessen Dasein als Stoßstürmer bei den Bayern bisher ziemlich unglücklich verlief.

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„Egal ob Manchester United, Liverpool oder Arsenal – Lewandowski wäre maßgeschneidert für die Premier League. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, ihn zu kaufen, würde ich an deren Stelle das Vereinskonto plündern“, sagte Hamann dem englischen TV-Sender „Sky Sports“. Und weiter: Der Ex-Dortmunder sei „momentan die beste Nummer Neun der Welt“.

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Einziges Problem: Es läuft derzeit eben ganz und gar nicht bei der Nummer Neun. In 29 Pflichtspielen hat der Torjäger nur elf Treffer erzielt – eine magere Quote für einen Bundesliga-Stürmer, die sich für einen Angreifer des Liga-Primus nochmal schlechter liest: Acht Liga-Tore, zwei in der Champions League, eines im DFB-Pokal. Damit dürfte der 26-Jährige den Anspruch der erfolgsverwöhnten Bayern-Bosse (noch) nicht erfüllen. Zum Vergleich: Beim BVB schoss er in 187 Spielen 102 Tore, wurde im vergangenen Jahr mit 24 Liga-Treffern Torschützenkönig. An wem liegt es denn nun, dass es für Lewandowski nicht läuft?

Liegt’s an ihm selbst? An Einsatz mangelt es dem Stürmer nicht, er spult regelmäßig mit die meisten Kilometer im Team der Bayern ab. Seine überschaubare Trefferquote resultiert auch aus vergebenen Großchancen, die er im schwarz-gelben Dress des BVB blind verwertet hätte.

Liegt’s also am Trainer? Pep und Lewy, das scheint noch nicht zu passen. Guardiola sei „in den letzten Wochen mit Lewandowski ziemlich unfair umgegangen“, sagt Hamann. Gegen Schachtjor Donezk musste der Pole 75 Minuten auf die Bank, der Trainer vertraute stattdessen Thomas Müller an vorderster Front. Gegen den HSV „spielte Lewandowski 70 Minuten auf dem Flügel. Der Trainer wird gedacht haben, es war die richtige Entscheidung, weil sie 8:0 gewonnen haben.“ Aber: Der Stürmer trug trotz der satten acht Treffer nur einen bei, als er den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste.

Ist es das System? Beim BVB war das Spiel auf Lewandowski als Vollstrecker zugeschnitten, bei den Bayern ist er einer von vielen Stars. Hamann: „Das Konterspiel in Dortmund hat ihm gelegen, in München bekommt er nicht genügend Bälle, die brauchen eher einen Strafraumstürmer. So wie das Team unter Guardiola spielt, da gibt es für Lewandowski einfach keinen Raum.“ Den beanspruchen andere: Arjen Robben (14 Treffer) überragt momentan alle, auch Mario Götze und Thomas Müller (je 9) haben mehr Liga-Tore auf dem Konto als Lewandowski.

Oder ist es gar der Fluch des Stoßstürmers? Die Bayern wurden schon mehreren Torjägern zum Verhängnis: Mario Mandzukic musste vor der laufenden Saison trotz respektabler Trefferquote, einer kilometerfressenden und daher für die Fans begeisternden Spielweise gehen. Wohl auch, weil er sich nicht hinter Lewandowski angestellen wollte und auch nicht das beste Verhältnis mit Guardiola hatte.

Jetzt schießt er seine Tore für Atlético Madrid, hat sowohl in der spanischen Liga (11) als auch in der Königsklasse (5) öfter getroffen als sein Nachfolger Lewandowski. Man denke auch an Mario Gomez oder Roy Makaay, deren Torausbeute nicht mehr gut genug war: Dabei ging Gomez im Sommer 2013 mit 75 Treffern in 115 Liga-Spielen nach Florenz, der damals besten Bilanz aller aktiven Stürmer. Und Makaay war 2007 trotz 16 Liga-Treffern in die Kritik geraten, musste schließlich den Neueinkäufen Luca Toni und Miro Klose weichen.

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