Real-Wirbel um Bayern-Juwel Karl: Wo ist der Skandal?
Es hat im neuen Jahr nicht lange gedauert bis zum ersten Aufreger-Thema - zumindest für die, die sich an einem 17-Jährigen abarbeiten wollen. Lennart Karls Sätze beim Fanklub-Besuch am Sonntag wurden von Bayern-Fans auf Social Media zum Teil mit Entsetzen aufgefasst. Manch einer legte Karl sogar einen sofortigen Vereinswechsel nahe. Weil es das Mittelfeldjuwel des FC Bayern doch tatsächlich gewagt hatte, auf die Frage eines Fans eine ehrliche, unverstellte Antwort zu geben. Welch schlimmes Vergehen!
Ob er einen Traumverein außer den FC Bayern habe, wurde Karl gefragt. Und der Youngster antwortete in dieser lockeren Atmosphäre so: "Der FC Bayern ist ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, dort zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid, das ist mein Traumverein. Aber das bleibt unter uns. Natürlich ist Bayern etwas sehr Besonderes und es macht sehr viel Spaß." Wo ist da der Skandal?
Karl gibt sich auch am Mikrofon forsch
Wer sich jetzt beklagt und Karl für seine Aussage kritisiert, der sollte in Zukunft auch nicht mehr nach Typen im Fußball schreien oder authentische Antworten einfordern. Karl ist erfrischend anders in einem Business, in dem Interviews geglättet werden und junge Spieler aufgrund von Medientraining oft wie Roboter in der Öffentlichkeit sprechen. Wenn sie sich - anders als der mutige und offene Karl - überhaupt mal vor die Mikrofone trauen.
Sicher: Unter professionellen Gesichtspunkten waren Karls Sätze vielleicht unglücklich gewählt, manch einer erkennt womöglich fehlende Demut. Aber Karl ist nun mal ein junger Mensch, dem Unachtsamkeiten passieren dürfen. Lasst ihn bitte 17 sein!
Karls Real-Traum ist nicht verwerflich
Zumal Karls Äußerungen im Kern nachvollziehbar sind. Wenn es einen Klub in Europa gibt, der in Sachen Renommee, Champions-League-Titel und Anziehungskraft über dem FC Bayern steht, dann ist es Real Madrid. Dass ein Youngster wie Karl davon träumt, irgendwann in ferner Zukunft das weiße Real-Trikot zu tragen, ist weder überraschend noch verwerflich.
Im Gegenteil: Es zeigt den Ehrgeiz dieses jungen Mannes, es ganz nach oben in die Weltspitze zu schaffen. Und davon wird nicht zuletzt der FC Bayern in den kommenden Jahren profitieren.
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