Real macht's Bayern vor

Madrid hat vor dem Ende der Transferperiode zugeschlagen – und den Kroaten Modric geholt
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MÜNCHEN Sogar Hans-Dietrich Genscher haben sie bemüht. Weil der ersehnte Transfer von Javi Martinez an die Säbener Straße weiter auf sich warten lässt, zitierte ein User auf Twitter den berühmten Satz des früheren Außenministers auf dem Balkon der Prager Botschaft von 1989: „Liebe Bayern-Fans, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute die Ausreise von Javi Martinez...”.

Der Wechsel von Martinez von Bilbao nach München droht zur unendlichen Geschichte zu werden. Immerhin mit einem absehbaren Ende: Am Freitag um 18 Uhr schließt das Transferfenster. Und Martinez ist bei Weitem nicht der einzige Spieler, der die Verantwortlichen der Bundesligaklubs den Atem anhalten lässt. Seit Tagen etwa soll Wolfsburgs Trainer-Manager Felix Magath an der Verpflichtung des spanischen Nationalspielers Be at Etxebarria von Betis Sevilla interessiert sein. Der wird aber voraussichtlich von Bilbao als Martinez-Ersatz verpflichtet, wenn der Transfer zu den Bayern doch noch über die Bühne gehen sollte.

Magath scheint das allerdings egal zu sein, er wird den Tschechen Petr Jiracek für angeblich vier Millionen Euro an den Hamburger SV verkaufen. Die Norddeutschen wiederum, die nach Pokal-Aus und Auftaktpleite schon mit dem Rücken zur Wand stehen, träumen eigentlich aber von der Rückkehr von Rafael van der Vaart.

Ganz andere Probleme drücken dagegen Schalke 04. Einen zweistelligen Millionenbetrag soll Zenit St. Petersburg für den 20 Jahre alten Abwehrhünen Kyriakos Papadopoulos bieten. Vor zwei Jahren zahlte Schalke gerade mal zwei Millionen Euro für den Griechen an Olympiakos Piräus; ein Verkauf brächte nun eine schöne Rendite – und genug Kleingeld, um endlich den Vertrag mit Top-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar zu verlängern.

Auf der Suche nach einem Ersatztorwart scheint dagegen Bayer Leverkusen bereits fündig geworden zu sein. Michael Rensing soll von Absteiger 1. FC Köln kommen. Allerdings möchte Leverkusen, dass Köln sich indirekt am Gehalt Rensings beteiligt. Weil der Bundesligist dem Ex-Bayern nur ein Reservisten-Gehalt zahlen möchte, soll Köln dem Topverdiener den Abschied mit einer ordentlichen Abfindung versüßen.

Wie einfach und reibungslos Transfers auch im Schlussverkauf vonstatten gehen können, hat dieser Tage Real Madrid bewiesen. Für den wuseligen Edeldribbler Luka Modric überwiesen die Madrilenen annähernd 30 Millionen Euro an Tottenham. Modric, nur 1,70 Meter klein, aber mit umso größeren Qualitäten als Spielmacher ausgestattet, soll das zuletzt etwas lahmende Offensivspiel der Mannen von Coach José Mourinho beleben und Mesut Özil und Co. Beine machen.

Durch Modric’ Verpflichtung ist nun ein Spieler aufs Abstellgleis geraten, der noch vor drei Jahren als bester Spielmacher der Welt galt: Kaká. Der Brasilianer könnte zu Milan zurückkehren, das nach Verstärkungen sucht, nachdem im Sommer in Zlatan Ibrahimovic, Thiago Silva (beide zu Paris St. Germain), Antonio Cassano (Inter), Alessandro Nesta (Montreal), Mark van Bommel (PSV Eindhoven), Clarence Seedorf (Botafogo) und Gennaro Gattuso (Sion) die größten Stars den Klub verlassen haben. Und manchmal können selbst Klubs im Schlussverkauf Transfercoups für sich verbuchen, von denen man es nie gedacht hätte. Gattuso in die Schweiz folgen könnte demnächst dessen 2006-Weltmeisterkollege Alessandro del Piero.

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