Personal-Schach beim FC Bayern: Wen schickt Kompany gegen Bergamo auf die gmahde Wiesn?
Allzu spannend sollte es nicht mehr werden an diesem Mittwochabend, wenn der FC Bayern Atalanta Bergamo zum Achtelfinal-Rückspiel der Champions League empfängt. Vor einer Woche haben die Münchner einen mehr als überzeugenden 6:1-Sieg bei den Bergamaschi gefeiert und damit das Viertelfinal-Ticket so gut wie sicher gebucht. Nun soll das Hinspiel-Ergebnis vergoldet und der wahrscheinliche Kracher gegen Real Madrid, das nach dem überraschend deutlichen 3:0-Sieg über Manchester City ebenfalls so gut wie sicher in der Runde der letzten Acht steht, endgültig fixiert werden.
Sportlich erwartet die Münchner also eine Pflichtaufgabe – ganz uninteressant dürfte die aber nicht werden. Vor dem Rückspiel gegen Bergamo hat Trainer Vincent Kompany zahlreiche Personalfragen zu klären. Kommt es im Tor zu einem Debüt? Wer wirbelt in der Offensive? Und wie geht der Bayern-Coach mit seinen vorbelasteten Spielern um? Kurzum: Wer darf am Mittwochabend in der Allianz Arena auf die gmahde Wiesn? Die AZ erklärt Bayerns Personal-Schach:
Reicht es für Urbig, oder feiert ein 16-Jähriger sein Debüt im Tor?
Auf der Torwartposition haben die Bayern aktuell die Seuche: Manuel Neuer (Muskelfaserriss), Sven Ulreich (Muskelbündelriss) und Leon Klanac (Oberschenkelverletzung) fallen sicher aus.
Hinter Jonas Urbig steht nach seiner Gehirnerschütterung aus dem Hinspiel noch ein Fragezeichen, bei ihm wird es ein Rennen mit der Zeit. Klar ist: Mit Urbig müssen die Verantwortlichen und Ärzte verantwortlich umgehen und dürfen kein Risiko eingehen. Dafür sind Kopfverletzungen, welche im schlimmsten Fall auch langfristige Konsequenzen haben können, zu heikel.
Sollte es für ihn nicht reichen, würde gegen Bergamo aller Voraussicht nach der gerade einmal 16-jährige Leonard Prescott von der U19 zu seinem Champions-League-Debüt kommen. Der junge US-Amerikaner mit deutschem Pass durfte zuletzt bereits regelmäßig mit den Profis mittrainieren und saß im Hinspiel gegen Bergamo sowie am Wochenende in Leverkusen bereits auf der Bank.

Lässt Kompany seine gelb vorbelasteten Stars auf der Bank?
Das Thema Gelbe Karten hat bereits nach dem Hinspiel eine große Rolle gespielt, nachdem sich Joshua Kimmich und Michael Olise wegen Zeitspiels ihre jeweils dritte Verwarnung eingehandelt haben und deshalb im Rückspiel gesperrt fehlen werden. Auch am Mittwoch gibt es zwei vorbelastete Spieler: Dayot Upamecano und Konrad Laimer. Lässt Kompany seine beiden Abwehr-Stars mit Blick auf eine drohende Sperre im Viertelfinal-Hinspiel vorsorglich auf der Bank?

Gut möglich! In Min-jae Kim stünde ein guter Ersatz für Upamecano bereit, die Position von Laimer könnte Youngster Tom Bischof einnehmen. Letzterer wäre auch eine Option als Ersatz für den gesperrten Kimmich, der höchstwahrscheinlich aber durch Leon Goretzka ersetzt wird.
Übrigens: Die Gelben Karten werden nicht nach den Achtelfinals, sondern erst nach den Viertelfinals gestrichen. Diese Regelung soll verhindern, dass ein Spieler ein mögliches Endspiel – wie einst Michael Ballack im WM-Finale 2002 – aufgrund einer Gelbsperre verpasst. Heißt für Laimer und Upamecano, dass das Damoklesschwert einer drohenden Sperre auch im Viertelfinale über ihnen hängen würde. Obacht ist also in jedem Fall geboten!
Olise gesperrt, Musiala angeschlagen, Fragezeichen bei Kane: Wer wirbelt in der Offensive?
Die Offensive wird Kompany im Vergleich zum Hinspiel aufgrund der Díaz-Sperre zwangsläufig umbauen müssen. Zudem hat Jamal Musiala eine Schmerzreaktion in seinem vergangenen Sommer operierten Sprunggelenk erlitten. Bei ihm werden die Bayern mit Blick auf die Schwere der Verletzung und die anstehenden, wichtigen Spiele nach der Länderspielpause kein Risiko eingehen. Für die beiden Offensiv-Stars stehen mit Serge Gnabry und Lennart Karl zwei gute Ersatzleute bereit.
Ein Fragezeichen steht derweil noch hinter Harry Kane. Der Torjäger hat vor knapp zwei Wochen einen Schlag abbekommen und fiel daraufhin länger aus, als zunächst angenommen. In Leverkusen wurde er am vergangenen Wochenende immerhin wieder eingewechselt. Ob er schon wieder bereit ist für die Startelf, wird sich zeigen. Wie bei Musiala werden die Bayern auch bei Kane kein unnötiges Risiko eingehen. Falls nicht, wird höchstwahrscheinlich Nicolas Jackson nach seiner Roten Karte aus dem Leverkusen-Spiel die Chance auf Wiedergutmachung bekommen. Ein Erfolgserlebnis könnte der Senegalese in jedem Fall gut brauchen.
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