Peps Meisterwerk – mit 259 Ausfällen

So oft musste Guardiola in Pflichtspielen ohne seine verletzten Stars spielen. Über den erneuten Ausfall von Holger Badstuber sagt er: „Ich bin sehr traurig“
| Julian Buhl
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Seit Pep Guardiola die Mannschaft des FC Bayern am 24. Juni 2013 übernommen hat, musste er immer wieder auf Verletzte Spieler verzichten.
firo/Augenklick Seit Pep Guardiola die Mannschaft des FC Bayern am 24. Juni 2013 übernommen hat, musste er immer wieder auf Verletzte Spieler verzichten.

München - Es war eine Transfer-Sensation, die ihresgleichen sucht, die Pep Guardiolas Übersetzer fast beiläufig verkündete. Seit der Trainer des FC Bayern mal den Satz „Thiago – oder nix“ sagte – und Taten folgen ließ – sind solche Ankündigungen von Guardiola durchaus ernstzunehmen. „Wir haben Messi und Neymar gekauft“, sagte der Übersetzer, nachdem der Bayern-Coach soeben eine Frage auf katalanisch beantwortet hatte.

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Der Übersetzer heißt Markus Hörwick und ist eigentlich Mediendirektor des FC Bayern. Und seine Interpretation der spanischen Antwort war natürlich als Scherz gemeint. Die beiden Superstars werden auch weiterhin für den FC Barcelona spielen, im Halbfinale der Champions League gegen den FC Bayern.

Auch Guardiola hatte zuvor mit Humor auf die angespannte Personalsituation reagiert: „Ich würde gerne einigen Spielern eine Pause geben, aber ich habe keinen Ersatzspieler im Moment. Vielleicht können wir noch vier oder fünf für einen Tag kaufen.“ Er bemühte sich dabei zu lachen, auf seiner Stirn zeichneten sich aber Sorgenfalten ab. Die Situation sei seit Monaten die gleiche: „Wir haben nur 14 Spieler, nicht mehr.“

Der FC Bayern hat in dieser Spielzeit tatsächlich einen Verletzungsfluch. Insgesamt 259 Pflichtspiele haben die Münchner Profis schon verpasst. Trauriger Spitzenreiter dieser Statistik ist der nun ins Teamtraining zurückgekehrte Javi Martínez, der im ersten der bisher 44 Pflichtspiele einen Totalschaden im Knie inklusive Kreuzbandriss erlitt. Landsmann Thiago verpasste 37 Partien, Bastian Schweinsteiger und Holger Badstuber jeweils 22, Ribéry 21, Lahm 19. David Alabas Fehlzeiten (bisher 15 Spiele) werden sich bis zu seiner möglichen Rückkehr Ende Mai zwangsläufig vergrößern, genau wie die von Badstuber.

Er ist vielleicht der größte aller (Bayern-)Pechvögel. Der Innenverteidiger fällt erneut wohl mindestens vier Monate aus, nachdem er einen – im Spiel gegen Porto noch unbemerkt – Muskelriss im linken Oberschenkel erlitten hat.

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„Er muss sich leider noch mal einer Operation unterziehen. Ich hoffe, es wird die letzte. Wir haben in dieser Saison alles versucht, dass das nicht passiert“, sagte Guardiola. Er hofft, „diesen überragenden Verteidiger im nächsten Jahr wieder haben“ zu können, denn: „Mit Holger haben wir immer gut gespielt. In der Welt gibt es wenige Spieler mit dieser Qualität. Ein super Mensch. Ich bin sehr traurig mit seiner Situation.“

Badstuber hatte Ende 2012 einen Kreuzbandriss erlitten, später gab’s einen weiteren. Der 26-Jährige fiel bis August 2014 aus und verpasste inklusive einer weiteren Pause wegen eines Sehnenrisses (September 2014 bis Januar 2015) fast 150 Pflichtspiele der Bayern.

Am Samstag geht es für die Guardiola-Truppe gegen Hertha. Da können sie bereits Meister werden. Doch selbst Guardiola gibt zu: „Mein Kopf ist beim BVB.“ Beim Pokalhalbfinale am Dienstag gegen Dortmund. Deswegen wird Guardiola Rafinha gegen Hertha wegen Adduktorenproblemen nicht einsetzen. Auch Arjen Robben sei zwar schmerzfrei, aber „noch nicht bereit“. „Schweinsteiger ist fit. Er muss normalerweise spielen“, sagte der Spanier.

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Und die Meisterschaft? Guardiola: „Wenn wir morgen gewinnen, ist es fast vorbei, nur mathematisch nicht. Wolfsburg müsste 30 Tore schießen.“ Holt Bayern im Fernduell mit Wolfsburg einen Punkt mehr, ist Peps Meisterstück auch rechnerisch vollendet. Das Zählen der bisher 259 Ausfälle noch lange nicht.

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