Olise provoziert Pauli-Fans: Jubel, Pfiffe, Gelbe

Bayerns Superstar eckt mit seinen provozierenden Gesten bei den Pauli-Fans an. Lothar Matthäus kritisiert den Franzosen: „Das muss nicht sein“
von  Patrick Strasser
Bayerns Flügelspieler Michael Olise hält sich nach seinem Treffer provokant die Hände an die Ohren – sein Jubel vor der Gegengerade bringt die St.-Pauli-Fans am Millerntor vollends auf die Palme.
Bayerns Flügelspieler Michael Olise hält sich nach seinem Treffer provokant die Hände an die Ohren – sein Jubel vor der Gegengerade bringt die St.-Pauli-Fans am Millerntor vollends auf die Palme. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

Pauli-Fans sind weltoffen, liberal, tolerant. Dafür steht der gesamte Verein. Nun ja, beim Stadtrivalen Hamburger SV hört die Nächstenliebe auf. Ebenso, wenn den Fans am Millerntor ein Spieler der gegnerischen Mannschaft durch sein Gehabe auf den Zeiger geht.

Privatduell mit Karol Mets

Bayerns Flügelspieler Michael Olise, ansonsten meist einer, der Fouls der Gegner mit stoischer Ruhe einsteckt, hatte ordentlich Beef mit den Pauli-Fans. Das kündigte sich beim 5:0 der Bayern ab der 20. Minute an. Der Franzose war ob der zahlreichen Fouls genervt, insbesondere von Linksverteidiger Karol Mets. Ein Foul hier, ein Schubser da. Das Privatduell war eröffnet, Olise wurde fortan kräftig ausgepfiffen. Nach einem Foul von Lars Ritzka zählte er mit den Fingern nach, das wievielte Mal dies gewesen sei. Als ihn Joel Chima Fujita legte - der nächste, bitte – hatte Motzki und Schubski Olise langsam genug und sah Gelb von Schiedsrichter Tobias Stieler (52.) für seine Reaktion.
Fortan tänzelte Olise mit seinen dünnen Zauberbeinchen auf dünnem Eis durch die Partie. Sinnvoller war die Antwort drei Minuten später – das 3:0. Als der Buhmann seinen Treffer demonstrativ und voller Gestik vor der Gegengerade bejubelte, wandelte der 24-Jähirge nach dieser Unsportlichkeit am Rande der Gelb-Roten Karte. Das hatte recht starke Effenberg-Vibes.

Bayerns Flügelspieler Michael Olise gerät am Millerntor mit St.-Pauli-Verteidiger Karol Mets aneinander – Sinnbild eines hitzigen Duells, das den Franzosen zum Provokateur der Heimfans werden lässt.
Bayerns Flügelspieler Michael Olise gerät am Millerntor mit St.-Pauli-Verteidiger Karol Mets aneinander – Sinnbild eines hitzigen Duells, das den Franzosen zum Provokateur der Heimfans werden lässt. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Kompany greift ein – Olise wird zum Provokateur

Trainer Vincent Kompany vernahm den Jubel, brüllte an der Seitenlinie "Michael! Michael" und gab seinen Leuten das Signal zum Auswechseln. Luis Díaz hatte sich allerdings ohnehin schon bereit gemacht. Bei der Auswechselung legte sich Olise ein letztes Mal ausgiebig mit den Heimfans an. Auf den Pfiffe-Orkan reagierte er mit hämischem Applaus. Vor der Bank angekommen quittierte er auf ihn geworfenes Konfetti mit der Daumen-hoch-Geste. Erst provoziert, dann Provokateur.

Bayerns Flügelspieler Michael Olise wird nach seinem provokanten Jubel von Trainer Vincent Kompany an der Seitenlinie beruhigt und ausgewechselt.
Bayerns Flügelspieler Michael Olise wird nach seinem provokanten Jubel von Trainer Vincent Kompany an der Seitenlinie beruhigt und ausgewechselt. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

Kritik von Matthäus, Rückendeckung von Eberl

"Das muss nicht sein", kommentierte Sky-Experte Lothar Matthäus das Gehabe von Olise. Verteidigt wurde der Offensiv-Star von Max Eberl: "Michael hat Emotionen. Er ist ein unfassbar guter Fußballer und muss natürlich immer damit rechnen, dass er auch mal geneckt und geärgert wird. Dann kamen natürlich die Emotionen von den Zuschauern, die natürlich St. Pauli unterstützen und da versucht haben, Einfluss zu nehmen", sagte der Sportvorstand und fügte an: "Klar, er war emotional, aber ich glaube, er hat seine Leistung auf dem Platz gezeigt. Ich finde, solche Emotionen gehören zu einem Fußballspiel auch dazu."

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.