Obacht, FC Bayern: Mehrere England-Klubs haben Interesse an Kölns Mega-Talent El Mala

Köln-Talent Said El Mala bekam jüngst eine WM-Ansage von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Trotzdem: Der FC Bayern und zahlreiche Klubs aus England beobachten den 19-Jährigen weiterhin.
von  Kilian Kreitmair
Hört, hört: Verschiedene Klubs aus der Premier League beobachten Köln-Youngster Said El Mala.
Hört, hört: Verschiedene Klubs aus der Premier League beobachten Köln-Youngster Said El Mala. © IMAGO

Er wurde gehypt und im Oktober mit zarten 19 Jahren von Bundestrainer Julian Nagelsmann erstmals zur Nationalmannschaft eingeladen. Ein neuer "Kölsche Prinz", der Nachfolger von Lukas Podolski: Said El Mala. Helau! Klar, dass man auch beim FC Bayern dieses Talent auf dem Zettel hat und die Entwicklung ganz genau verfolgt. DFB-Spieler und Top-Talent, das passt perfekt ins Beuteschema des Rekordmeisters.

Nagelsmann mit Ansage für El Mala

Und jetzt? Der Karneval ist vorbei, die Fastenzeit ist angebrochen. Und auch um den Linksaußen des 1. FC Köln ist es zuletzt ruhiger geworden. Die Euphorie ist ein wenig abgeflacht. Die Leistungen schwanken. Beim Effzeh ist El Mala nicht unangefochtener Stammspieler. Das heißt: Der Platz im WM-Kader ist ihm alles andere als sicher. "Es ist noch mal ein Unterschied, ob du bei Bayern oder bei Köln bist", sagte Nagelsmann zuletzt im "Kicker".

Für einen Sommer in den USA, Mexiko und Kanada müsse El Mala "einfach mehr Spielzeit in Köln bekommen". Ein Platz in der Startelf beim aktuellen Tabellendreizehnten oder der WM-Kaderplatz ist weg. So einfach, so klar die Ansage vom Nationalcoach an den Youngster. Und übrigens keine Kritik an Köln-Trainer Lukas Kwasniok, dessen Verhältnis zu El Mala als eher unterkühlt gilt.

Durfte schonmal beim DFB-Team schnuppern, für den WM-Platz muss er sich aber noch steigern: Said El Mala.
Durfte schonmal beim DFB-Team schnuppern, für den WM-Platz muss er sich aber noch steigern: Said El Mala. © IMAGO

Engländer haben weiter Interesse an Köln-Talent

"Er beobachtet genau, was er für sein Spiel benötigt, auch in der Defensive", meinte Nagelsmann. Das Gute für den Außenstürmer: Der Flieger ist noch nicht ohne ihn abgehoben. Es besteht noch die Chance auf ein Flugticket. "Es liegt letztendlich am jungen Spieler, dem Trainer zu zeigen: Du kannst dich immer auf mich verlassen! Und dann wird ein Trainer dieses Top-Talent auch spielen lassen", erklärte Nagelsmann.

Ob aufgrund der jüngsten Entwicklungsstagnation auch der Markt für den Flügelflitzer nachgelassen hat? Nein. Die AZ weiß, dass gleich mehrere Vereine aus der Premier League ihn genau beobachten. Im Kölner Rhein-Energie-Stadion sitzen regelmäßig Scouts von Klubs aus England auf der Tribüne. Vor allem Brighton & Hove Albion hat Interesse. Immerhin bringt El Mala die besten Voraussetzungen für die wohl stärkste Liga der Welt mit. Der gebürtige Krefelder ist körperlich robust und verfügt über ein hohes Tempo und Dribbelstärke.

Eberl: "Es macht Spaß, ihm beim Fußball spielen zu sehen"

Doch bisher war der Verein vom Rhein nicht bereit, sein Juwel abzugeben. Im Winter scheiterte der Klub, der von Fabian Hürzeler trainiert wird, mit einer Offerte knapp unter 30 Millionen Euro. Viel Geld für einen 19-Jährigen. Aber Köln will mehr. Das würde natürlich auch für einen möglichen Wechsel an die Säbener Straße gelten. Denn auch die Bayern beobachten die Situation von El Mala weiterhin genaustens. In München könnte er zunächst als Backup für Luis Díaz agieren.

"Es macht Spaß, ihm beim Fußball spielen zu sehen", meinte Sportvorstand Max Eberl vor wenigen Wochen. Auf die Frage, ob El Mala einer für die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany sei, antwortete er, wie in der Branche üblich, diplomatisch: "Da müssen sie die Kölner Kollegen fragen, was sie von ihm halten. Er ist beim FC unter Vertrag." Und das offiziell noch bis 2030.

Haben Said El Mala weiterhin auf dem Radar: Die Bayern um Sportvorstand Said El Mala.
Haben Said El Mala weiterhin auf dem Radar: Die Bayern um Sportvorstand Said El Mala. © IMAGO

Köln macht Tür für Sommerabgang nicht zu

Kommt es im Sommer also zum Wettbieten im El Mala? Nicht ausgeschlossen. Denn eine Ausstiegsklausel hat er nicht im Arbeitspapier. Die Rheinländer sind laut AZ-Information durchaus auch gesprächsbereit, wollen die Tür für einen Abgang vor oder nach der Weltmeisterschaft offen lassen. Bestenfalls lässt man El Mala natürlich nach einer starken WM mit einer Rekordablöse ziehen. Die bisherigen Rekordabgänge sind Anthony Modeste (für 29 Millionen Euro zu TJ Tianhai) und Podolski (für 15 Millionen Euro zum FC Arsenal).

Damit würde sich El Mala zum Kölsche Rekord-Prinzen machen. Ein Name, mit dem der 19-Jährige sicherlich leben kann. Davor gilt es für El Mala aber, sich einen Stammplatz in der Mannschaft von Kwasniok zu erkämpfen. Denn daran wird seine Zukunft hängen. Beim DFB-Team und beim 1. FC Köln.

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