Neuer zu Bayern: "Ich muss nicht - ich will"

Neuer ist vor dem Länderspiel gegen Österreich erleichtert, dass sein Wechsel zu Bayern endlich offiziell ist. „Das hat mich schon belastet“
| Thomas Becker
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Willkommen in München: Nationalkeeper Manuel Neuer.
dpa Willkommen in München: Nationalkeeper Manuel Neuer.

Manuel Neuer ist vor dem Länderspiel gegen Österreich erleichtert, dass sein Wechsel zu Bayern endlich offiziell ist. „Das hat mich schon belastet“

Wien - Und wieder musste Manuel Neuer warten. Etwa eine halbe Halbzeit lang dauerte es, bis der Nebenmann seine Ausführungen beendet hatte. Wie immer war der Bundestrainer bei der Pressekonferenz zuerst dran, erzählte vom „Bruderkrieg“, von „viel Dramatik“, einem „angeschlagenen Boxer“ und „keinem großen Fußball-Leckerbissen“. Joachim Löw sprach vom EM-Qualifikationsspiel seiner Nationalmannschaft gegen Österreich in Wien am Freitag (20.30 Uhr, ARD live). Dann war Neuer dran. Endlich.

Um 14.25 Uhr durfte Manuel Neuer sich auch selbst äußern zu seinem Wechsel zum FC Bayern. „Das hat sich ja jetzt über einige Zeit hingezogen", sagte er am Tag nachdem Schalke ihn endlich frei gegeben hatte für die Bayern, mit denen Neuer sich schon seit Monaten einig war.

Im neutral-grünen Trikot des DFB konnte der frühere Schalker Ultra nun nach dem monatelangen Hickhack um seine Person befreit über sein Innenleben reden: „Das hat mich schon belastet. Ich habe die Verantwortlichen in Schalke auch gebeten, mich aus all den Presserunden rauszuhalten. Es ist gut, dass ich diesem Druck standgehalten habe, aber ganz einfach war das sicher nicht. Ich habe in der vergangenen Saison einige neue Lebenssituationen kennen gelernt – das schadet nicht." Bei aller Vorfreude auf den FC Bayern vergaß er seine Heimat nicht, bedankte sich artig bei den Fans sowie Wegbegleitern und Förderern, ganz besonders bei seinem Torwart-Trainer Lothar Matuschak.

Eine Lederhose hat er schon - selbst gekauft

Wer beim FC Bayern sein Torwart-Trainer sein wird, damit will sich Neuer erst nach den Länderspielen beschäftigen. Auch für den Umgang mit den ihm kritisch gegenüber stehenden Südkurven-Fans der Schickeria, die ihn beim Schalker Gastspiel in der Allianz Arena mit Koan-Neuer-Plakaten empfangen hatten, hat er „noch keine konkrete Strategie“, meinte der Nationalkeeper. Es habe aber „Vorgespräche mit Verantwortlichen des FC Bayern" gegeben: Man wolle „auf die Fans zugehen und eventuell ein offenes Gespräch führen". Wichtig ist ihm auch eine Feststellung: „Ich muss nicht wechseln - ich will wechseln. Ich wollte nicht ins Ausland, sondern als deutscher Nationalspieler in Deutschland spielen, beim besten deutschen Verein. Die Bundesliga ist für mich eine lukrative Liga.“


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Vor Neuer hatte Löw mit größtmöglicher Gelassenheit kommentiert: „Für mich wird sich nichts ändern. Manuel hat bei uns seit einem Jahr in jeder Sekunde vollumfänglich das Vertrauen gerechtfertigt, absolut seine Leistungen gezeigt. Meine persönliche Meinung zu seinem Vereinswechsel: Es ist ein normaler, logischer Wechsel, mit dem Ziel sich weiter zu entwickeln. Der FC Bayern spielt jedes Jahr um Titel mit, und es ist eine gute Vereinspolitik der Bayern, vor allem deutsche Nationalspieler zu verpflichten." Bayern-Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge freute sich auch schon mal: „Der FC Bayern ist sehr glücklich, mit Manuel Neuer nicht nur die Nummer eins der Nationalmannschaft, sondern auch einen der weltbesten Torhüter langfristig verpflichtet zu haben."

Dann kann's ja endlich losgehen mit Neuer und dem FC Bayern. Sogar eine Lederhose hat er schon - selbst gekauft: „Die hat mir nicht der FC Bayern geschenkt." Das wäre auch nicht seine Art, denn schenken lässt sich einer wie Neuer nichts.
 

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