Neuer spricht über Nagelsmann: Geht da doch noch was Richtung WM?

Der Torhüter des FC Bayern äußert sich positiv über Bundestrainer Julian Nagelsmann: "Wir haben kein schlechtes Verhältnis, wir haben ein gutes Verhältnis." Doch die WM ist aktuell kein Thema.
von  Maximilian Koch
"Gutes Verhältnis": Manuel Neuer (r.) und Julian Nagelsmann.
"Gutes Verhältnis": Manuel Neuer (r.) und Julian Nagelsmann. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Geht da vielleicht doch noch was bei Manuel Neuer in Richtung WM im Sommer? Zumindest schlägt der Torhüter und Kapitän des FC Bayern plötzlich versöhnliche Töne gegenüber Bundestrainer Julian Nagelsmann an - und das inmitten der anhaltenden Diskussionen um eine mögliche Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft. "Wir haben kein schlechtes Verhältnis, wir haben ein gutes Verhältnis", sagte Neuer im ZDF-"Sportstudio" und ergänzte: "Was dann von außen gesprochen wird - ich glaube, das interessiert ihn nicht und mich auch nicht, und deshalb sind wir da entspannt."

Matthäus schürt Debatte

Neuers Friedenskurs. Zuletzt hatte unter anderem Rekordnationalspieler Lothar Matthäus behauptet, Nagelsmann würde wegen des angespannten Verhältnisses zu Neuer den 40-Jährigen nicht mehr für die Nationalmannschaft nominieren. "Dieses Tischtuch ist so zerschnitten, das kann der beste Schneider nicht mehr zusammennähen", sagte Matthäus.

Bundestrainer Nagelsmann mit DFB-Ikone Neuer (l.).
Bundestrainer Nagelsmann mit DFB-Ikone Neuer (l.). © IMAGO/Julia Rahn

Nagelsmann hatte unter anderem eingeräumt, Neuers 40. Geburtstag vergessen zu haben. "Ich bin überzeugt: Hätte sich Nagelsmann mehr um eine Rückkehr von Neuer in die Nationalmannschaft bemüht, hätte es eine Möglichkeit gegeben. Nun sehe ich aber keine Chance mehr", sagte Matthäus weiter.

Rufe nach WM-Comeback werden lauter

Die Rufe nach einem Comeback von Neuer in der DFB-Elf mit Blick auf die WM im Sommer waren zuletzt wieder lauter geworden, nicht zuletzt nach der starken Leistung des Keepers im Viertelfinal-Hinspiel des FC Bayern in der Champions League bei Real Madrid (2:1). Neuer gehört noch immer zu den besten Torhütern der Welt, er kann Spiele auf höchstem Niveau fast im Alleingang entscheiden. Eine Qualität von unschätzbarem Wert für eine Mannschaft.

Neuer bleibt bei Rücktritts-Entschluss

Neuer aber rückte nicht von seinem Rücktritt ab - auch am Samstag schloss er ein Comeback für das Turnier im Sommer aus. "Es wird die Weltmeisterschaft geben, aber ich bin jetzt gar nicht da drin und ich bin auch gar nicht Teil des Ganzen und deshalb schaue ich das entspannt von außen", sagte er. Er wolle aktuell lieber die Zeit mit dem FC Bayern "genießen", sagte Neuer nach dem 5:0 beim FC St. Pauli: "Es macht einfach Spaß in der Truppe und um alles zu spielen."

Mit Bayern auf Triple-Kurs: Neuer.
Mit Bayern auf Triple-Kurs: Neuer. © IMAGO/Fernando Soares

Baumann wird zur Nummer eins

Und so wird wohl Hoffenheims Oliver Baumann als Nummer eins in die WM gehen. "Für mich zählt Leistung, da möchte ich laut sein, nicht in irgendwelchen Debatten", sagte der 35-Jährige bei Sky: "Es ist doch alles gesagt, jeder hat seinen Senf dazugegeben. Dabei belasse ich es." Nach AZ-Informationen steht Nagelsmanns Entschluss: Baumann ist nach dem Verletzungspech von Marc-André ter Stegen der auserkorene Stammtorhüter - vor Alexander Nübel und Jonas Urbig. Neuer wird nicht zurückkehren - Stand jetzt.

Deutschlands Nummer eins: Oliver Baumann.
Deutschlands Nummer eins: Oliver Baumann. © IMAGO/Bernd Feil /M.i.S.

Zukunftsfrage beim FC Bayern offen

Doch was passiert mit dem Routinier auf Vereinsebene? Die entscheidenden Gespräche zwischen Neuer und den Bayern-Verantwortlichen über eine mögliche Vertragsverlängerung sollen nach dem Rückspiel gegen Real am Mittwoch stattfinden. Neuer hat auf der großen Bühne gezeigt, dass er noch immer ein Gigant ist - und dass er nichts von seinem Hunger eingebüßt hat.

Daher sollte man nicht überrascht sein, wenn er noch ein Jahr bei Bayern dranhängen würde.

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