Neue Hierarchie im Mittelfeld des FC Bayern? Sportdirektor Freund weicht Frage aus

Neben dem Platz sind Tom Bischof und Aleksandar Pavlović ziemlich beste Freunde. Die beiden Youngster des FC Bayern duellieren sich regelmäßig in UNO oder gehen shoppen. Auf dem Feld dagegen sind sie seit dieser Saison ziemlich beste Konkurrenten.
FC Bayern plant mit Bischof im Mittelfeld
Durch die Verpflichtung von Nathaniel Brown und den Abgang von Leon Goretzka ist Bischof fest in der Zentrale eingeplant. Nur noch in Ausnahmefällen soll der 21-Jährige auf der Linksverteidigerposition aushelfen. "Ich finde es okay, dass er als Links- und Rechtsverteidiger gespielt hat und dann wieder im Mittelfeld, weil ich glaube, dass du als junger Spieler diese Flexibilität brauchst", sagte Trainer Vincent Kompany nach dem 4:1-Sieg beim VfL Osnabrück über dessen Premierensaison in München: "Wir haben jetzt für ihn im Mittelfeld Raum gemacht."
Gegen den Zweitligaaufsteiger durfte Bischof neben Joshua Kimmich starten. Und bewies, dass er den Platz zu Recht bekam (AZ-Note 2). Vor allem im Pressing agierte Bischof stark. Er belohnte sich für sein Engagement selbst: Mit einem Ballgewinn auf Höhe der Mittellinie leitete er sein erstes Pokaltor für die Münchner ein.

Kimmich mit Lob für Bischof
"Es hat sich mit den Jungs gut angefühlt und ich bin auch froh über mein Tor, weil es mit dem 2:1 ein wichtiger Treffer war", lautete das Fazit des gebürtigen Amorbachers. Lob für seinen Auftritt gab es von den Mitspielern. "Er ist einer, der immer den Ball haben möchte und unserem Spiel guttut", schwärmte Kimmich auf AZ-Nachfrage.
Auch macht Bischof die Münchner im Mittelfeld flexibler. Wenngleich er den Treffer mit dem rechten Fuß markierte, ist Bischof im Gegensatz zu Kimmich und Pavlovic eigentlich ein Linksfuß. Mit anderen Worten: Bischof hat ein Alleinstellungsmerkmal im Mittelfeld.
Bischof soll viele Einsätze bekommen
Eines, das im Laufe der Saison noch zum Vorteil für ihn werden könnte. "Tom ist einfach ein sehr guter Fußballer", lobte auch Sportdirektor Christoph Freund, als ihn die AZ auf Bischof ansprach: "Es freut mich für ihn, weil er immer abliefert, wenn er gebraucht wird."
Schon in der Vorbereitung wusste der Spielgestalter, der durch die Nichtberücksichtigung durch Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann länger als seine Mittelfeldkonkurrenten Pause hatte, zu überzeugen. "Er ist ein junger Spieler, der in unserer Mannschaft schnell gewachsen ist", resümierte Kompany.

Hierarchie im Mittelfeld bleibt wohl zunächst bestehen
So sehr, dass er die Hierarchie im Mittelfeld des FC Bayern verändern kann? Bisher steht Bischof in der Rangordnung hinter Pavlovic und Kimmich. Der Pokalkampf in Osnabrück war sein erster Startelfeinsatz in dieser Saison. "Pavlovic spielt schon die zweite oder dritte Saison sehr stark", wich Freund der Frage aus: "Aber Tom ist deutscher Nationalspieler und auf einem richtig guten Weg. Die werden sich sicher sehr gut pushen."
Bedeutet: In den nächsten Wochen muss sich der Youngster wohl noch hinter seinem Kumpel einreihen. Trotzdem soll Bischof regelmäßig Einsätze bekommen. "Wir wollen seine Entwicklung unterstützen", so Kompany. Freund bestätigte das, versprach Bischof: "Er wird viele Minuten bekommen und ist ein wichtiger Spieler für uns. Wir sind froh, dass wir einen Spieler in seiner Qualität haben."

FC Bayern hat vier Spieler für die Doppelsechs
Generell sieht sich der FC Bayern im Mittelfeld gut für diese Saison gerüstet. "Wir haben drei Sechser für zwei Positionen", sagte der Österreicher: "Mit Bara Ndiaye haben wir zusätzlich noch einen jungen Spieler. Aber diese Qualität brauchen wir auf dieser Position unbedingt."
Immerhin ist auszugehen, dass es zwischenzeitlich zu Ausfällen kommt. Und wer weiß, vielleicht kann Bischof diese Chance nutzen, sich dauerhaft in die Startelf zu spielen. Man traut es ihm auf jeden Fall beim FC Bayern zu. "Er wird auch immer seine Tore machen", ist sich Kompany sicher: "Er hat einfach ein unglaubliches Gefühl für Tore."