Nach Tod von Keegan: Ex-FC-Bayern-Trainer tief erschüttert

Sein vielleicht größtes Vermächtnis ist die Tatsache, dass er sich immer treu geblieben ist. Am Ende war auch Kevin Keegan nicht mehr so oft zu sehen: Das Alter und seine Krebserkrankung setzten ihm zu.
Keegan verstarb im Alter von 75 Jahren
Aber wenn er etwas sagte, dann war es meistens genau wie früher: leidenschaftlich, emotional und vor allem authentisch. Die ehemalige Legende des Hamburger SV, des FC Liverpool und der englischen Fußball- Nationalmannschaft war nicht nur in England als echter Typ bekannt. Nun ist Keegan im Alter von 75 Jahren gestorben.
Anfang Januar hatte seine Familie öffentlich gemacht, dass Keegan an Krebs erkrankt sei und sich einer Behandlung unterziehen müsse. Einen Tag nach dem WM-Finale gaben seine engsten Angehörigen "in tiefer Trauer" bekannt: "Kevin kämpfte gegen den Krebs und war in seinen letzten Augenblicken von seiner Frau und seinen Töchtern umgeben."
Keegan schaffte es sogar auf Platz zehn der Hitparade
Der Fußball verliert damit einen weiteren Menschen, wie es sie heute in diesem Millionen-Business kaum noch gibt. Keegan stammte zwar aus einer Zeit, in welcher er seine Hemdsärmeligkeit ohne Sorge vor negativen Konsequenzen noch vor Mikrofonen ausleben konnte. Aber er veränderte sich und seine offene Art auch nicht, als der Fußball längst zum Medienzirkus verkommen war.
Die Nachricht vom Tod des einstigen Weltstars, der es mit seinem Hit "Head over Heels in Love" sogar in auf Platz zehn der deutschen Hitparade schaffte, hat auch bei seinen ehemaligen HSV-Kollegen tiefe Bestürzung ausgelöst.

Magath: "Ich bin tief erschüttert"
Felix Magath, der zusammen mit Keegan die glorreiche Ära der Rothosen begründete, war immer noch ganz fassungslos, als ihn die AZ am Montagnachmittag erreichte: "Ich bin tief erschüttert. Kevin Keegan war immer voll Energie. Er hat unermüdlich auf dem Platz für die Mannschaft gearbeitet, war immer hoch aktiv. Es ist traurig, dass er so früh schon von uns gegangen ist."
Für den ehemaligen Bayern-Trainer war Keegan mehr als nur ein Teamkamerad: "Er war ein Star. Das hat er aber nicht raushängen lassen. Er war ein typischer Mannschaftsspieler und für alle ein Vorbild." Seine persönlichste Erinnerung an den unvergleichlichen Dribbler mit dem Spitznamen "Mighty Mouse": "Kevin hatte damals aus England zwei Bobtails mitgebracht und die haben Junge bekommen. Dann haben Manfred Kaltz und ich einen Bobtail von ihm bekommen."

Keegan gelang Durchbruch mit Wechsel zu den Reds
Begonnen hat für Keegan aber alles als Spieler. Sein großer Durchbruch gelang ihm 1971 mit seinem Wechsel zum FC Liverpool. Mit seinem aggressiven Spielstil und seinem unermüdlichen Willen eroberte der Angreifer die Herzen der Fans. Die gewonnenen Titel waren sicher auch kein Nachteil: in sechs Jahren an der Anfield Road holte er drei englische Meisterschaften, den FA Cup und 1977 den Europapokal der Landesmeister.
Das machte ihn auch für einen für damalige Verhältnisse bemerkenswerten Schritt interessant: den Wechsel zum HSV.
"Die Leute hielten mich für verrückt, Liverpool zu verlassen. Vielleicht hatten sie recht. Aber ich musste mir selbst etwas beweisen", begründete Keegan den Transfer damals. Was er sich beweisen wollte? Dass er der erste Engländer sein könnte, der sich in Deutschland durchsetzt – was ihm auf eindrucksvolle Art und Weise gelang.