Nach Polizeieinsatz im Gästeblock: Strafverfahren gegen 29 FC-Bayern-Fans eingeleitet
Die legendäre Südtribüne brannte Sekunden vor Anpfiff. Die Ultras von Borussia Dortmund zündeten Pyro, formten dazu den Giga-Schriftzug: "Heja BVB". Die Extraladung Motivation vor dem Klassiker gegen den FC Bayern. Und die Ultras der Münchner? Der vordere Teil des Gästeblocks blieb leer. Auch die üblichen Banner wurden nicht ausgerollt. Ebenfalls waren keine Fahnen da. Ob die Fans etwa im Stau steckten? Nein.
Auseinandersetzung zwischen Polizei und Bayern-Ultras
Wie die AZ aus Ultrakreisen erfuhr, gab es eine Auseinandersetzung mit der Polizei direkt hinter dem Block. Beamte gingen mit Schlagstöcken und Pfefferspray auf einen Teil der Ultras los. Ultras berichten von Verletzten. Die Polizei Dortmund sagt auf AZ-Nachfrage, dass eine 29-köpfige Gruppe an Bayern-Fans zuvor versucht habe, sich mit gefälschten oder nicht regulären Tickets in den Gästeblock zu schleusen.
Nachdem die Fans die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes körperlich angegriffen haben sollen, schritten die Einsatzkräfte ein. Diese Personen seien von den Beamten kontrolliert worden und hätten wohl das Stadion anschließend betreten dürfen. Jedoch entschieden sich die Fans außerhalb des Gästeblocks zu bleiben, boykottierten den Klassiker anschließend.

Als Jamal Musiala in der 30. Minute zum Aufwärmen ging, blickte er ratlos in den Gästeblock. Mit rudernden Armen ermunterte er die übrig gebliebenen Bayern-Fans mehr Stimmung zu machen.
BVB zeigen sich solidarisch mit Bayern-Ultras - Strafverfahren gegen 29 Personen
Zu Beginn der zweiten Hälfte hörte man im Stadion "Alle Bullen sind Schweine"-Fangesänge. Dazu hissten die BVB-Ultras ein Banner mit der Aufschrift: "Freiheit für Gästefans in Dortmund!" Auch die übrigen Bayern-Fans entrollten einen "Freiheit für alle Fußballfans"-Schriftzug. Eine Botschaft in Richtung der Polizei. Diese hat mittlerweile, wie es in einer Pressemitteilung heißt, gegen die 29 Personen ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet.

Nach dem 3:2-Sieg wurden die Gästefans wegen des ÖPNV-Streiks von Einsatzkräften bis zum Hauptbahnhof begleitet. Die Abreise verlief störungsfrei.
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