Nach Patzer gegen den FC Augsburg: Kompany sollte Neuer zur Nummer zwei des FC Bayern machen
PRO: Vorzeitiger Generationenwechsel im Bayern-Tor
Am Dienstag im Champions-League-Spiel bei Viking Stavanger wird Jonas Urbig seine nächste Chance im Tor des FC Bayern erhalten – und die hat er auch verdient. Der 23-Jährige zeigte bei seinen Auftritten in dieser Saison blitzsaubere Leistungen, er ist sowohl auf der Linie als auch mit dem Ball am Fuß stark, zudem strahlt er eine große Souveränität und Sicherheit aus. Das alles erinnert an Manuel Neuer, von dem Kronprinz Urbig in der gemeinsamen Bayern-Zeit viel gelernt hat.
Urbig sollte mehr Spielpraxis erhalten
Die Konstellation ist daher ideal für die Münchner: Urbig wird in dieser Saison weiter herangeführt, ehe Neuer im Sommer zu 99 Prozent aufhört. Damit dieser Übergang noch reibungsloser verläuft, sollte Urbig mehr Spielpraxis erhalten als bisher schon. Er braucht diese Erfahrungen, gerade in Topspielen, um Neuer ab der kommenden Spielzeit ersetzen zu können. Daher wäre es sinnvoll, wenn Trainer Vincent Kompany die Rollen tauschen würde: Urbig schon jetzt als Nummer eins, Neuer als starke Nummer zwei mit weiteren Einsätzen. Das wäre ein stilvoller Abschied.
Von Maximilian Koch
KONTRA: Vorzeitiger Generationenwechsel im Bayern-Tor
Was genau ist da in Augsburg passiert? Eigentlich nichts Besonderes. Ein Fußballer hat einen Fehler gemacht, der zu einem Gegentor geführt hat – so wie Dutzende andere Spieler an diesem Spieltag. Es spricht viel mehr für Manuel Neuer und seinen Ausnahmestatus, dass der Bayern-Keeper offenbar immer noch als Halbgott im Tor gilt – und Halbgötter machen keine Fehler! Mit dieser Erwartungshaltung dürfte allerdings auch Harry Kane, nach seinem Fehlschuss in der Nations League, zukünftig keine Elfmeter mehr für England schießen. Das wäre in etwa so sinnvoll wie ein vorzeitiger Generationenwechsel im Bayern-Tor.
Fakten sprechen für Neuer
Die Fakten sprechen so oder so klar für den Kapitän des Rekordmeisters: Neuer gewinnt Titel, Neuer ist auch mit 40 Jahren zu Fabelleistungen wie in der vergangenen Champions-League-Saison im Halbfinale gegen PSG fähig und Neuers Aura wirkt trotz des ein oder anderen Patzers immer noch einschüchternd auf jeden Gegner. All das weiß auch Vincent Kompany – und der erfolgsbesessene Bayern-Coach wäre definitiv der Letzte, der Neuer nur aus Folklore ins Tor stellen würde.
Von Krischan Kaufmann
