"Mussten lange kämpfen": Muss man sich um den Schläfrig-FC-Bayern Sorgen machen?
Nach seinem Treffer packte ihn Nicolas Jackson wieder aus, seinen Schlaf-Jubel. Der Bayern-Stürmer schloss die Augen und setzte zum imaginären Nickerchen an. Wenige Sekunden zuvor hatte die Bayern-Leihgabe den Ball cool an Kiezkicker-Keeper Nikola Vasilj zum 3:1 vorbeigeschoben. Es war der Schlusspunkt gegen den FC St. Pauli, mit einem Jubel, der kaum besser hätte passen können zum Auftritt des FC Bayern.
Freund: "Es ist Fußball, das passiert"
Denn die Münchner taten sich lange gegen den Tabellenvorletzten schwer. Es wirkte in der Anfangsphase gar, als befänden sich die Mannen von Coach Vincent Kompany im Winterschlaf. Nach sechs Minuten wurde das eiskalt bestraft. "Ich glaube, dass wir einfach zu wenig achtsam waren", sagte Präsident Herbert Hainer in der Mixed-Zone über den frühen Gegentreffer durch Andréas Hountondji und schob hinterher: "Wir müssen künftig auch von der ersten Minute da sein."
Denn ist es nicht das erste Mal, dass die Bayern früh in Rückstand geraten. Im Gegenteil: Vier (!) Mal am Stück lag man zuletzt zurück. Bei Union Berlin nach 27 Minuten, beim Arsenal nach 22 Minuten. Und im Heimspiel gegen den SC Freiburg, da fing man sich bis zur 22. Minute gleich zwei Gegentreffer. Die Schläfrig-Bayern. "Es ist Fußball, das passiert", meinte Sportdirektor Christoph Freund. Einen Grund hatte er dafür nicht.

Díaz bringt FC Bayern erst spät auf die Siegerstraße
Ob das beim FC Bayern Grund zur Sorge macht? "Nein, im Gegenteil", so Hainer: "Wenn wir von Anfang an führen, wird es noch leichter." Heißt: Man macht sich aktuell das Leben nur unnötig selbst schwer. So brauchte es gegen St. Pauli nochmal einen echten Kraftakt, um im zwölften Spiel ungeschlagen zu bleiben. Erst in der 94. Minute, die ersten Bayern-Fans waren da schon auf dem Heimweg, gelang es Luis Díaz mit seinem 2:1 die Bayern auf die Siegerstraße zu bringen.
"Wir mussten lange kämpfen", fasste es das Vereinsoberhaupt zusammen: "Auf der anderen Seite zeigt es die Moral der Mannschaft, dass sie an sich glauben und dann zum Schluss das Spiel noch drehen. Ich kann mich erinnert, dass wir da in der vergangenen Saison aufgehört haben zu spielen und haben solche Spiele eben nicht mehr gewonnen." Auch Freund meinte: "Ich liebe solche Siege."

Hainer über Union Berlin: "Die werden alles reinschmeißen"
Dass das jedoch nicht zur Tagesordnung beim FC Bayern werden sollte, dem ist man sich bewusst. "Es wird auch wieder Spiele geben, in denen wir in Führung gehen", so der Sportdirektor des FC Bayern: "Dann geht es wieder leichter von der Hand." Am besten schon am kommenden Mittwoch. Da steht für den FC Bayern der Showdown im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Union Berlin (20.45 Uhr) an.
"Die werden alles reinschmeißen", ist sich Hainer sicher: "Wir sehen immer, dass jede Mannschaft gegen Bayern 110 Prozent gibt." Trotzdem zeigte er sich zuversichtlich, dass die Münchner am Ende den nächsten Schritt in Richtung Sehnsuchtsort Berlin machen werden: "Man merkt, die wollen alle am Mittwoch gewinnen." Ob's gelingt, ganz ohne Nickerchen zum Start?
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