Missverständnis vor dem Ende? Portugal-Riese zeigt wohl Interesse an Palhinha

Kann der FC Bayern in diesem Sommer auch hinter das zweite große Missverständnis der vergangenen Jahre einen Haken machen? Nachdem zuletzt bereits der aussortierte Alexander Nübel zu Besiktas verkauft wurde, rückt nun ein anderer Star in den Fokus, der beim Rekordmeister ebenfalls keine Rolle mehr spielen wird: Joao Palhinha.
Der Mittelfeldspieler, der es nicht in den WM-Kader Portugals geschafft hatte, war in der vergangenen Saison an Tottenham Hotspur verliehen und trug einen wichtigen Anteil dazu bei, dass die Spurs dem Abstieg am letzten Spieltag doch noch entgangen sind. Obwohl er bei den Londonern zum Stammpersonal zählte (45 Spiele, sieben Tore, drei Vorlagen), wurde die vertraglich vereinbarte Kaufoption in Höhe von 30 Millionen Euro nicht gezogen. Stand heute wird Palhinha beim Trainingsauftakt der Bayern am kommenden Montag also dabei sein.
Bayern-Trainer Kompany setzt im Mittelfeld auf andere Spieler
Eine Zukunft hat der zweikampfstarke Sechser in München aber nicht. Unter Trainer Vincent Kompany sind im zentralen Mittelfeld Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic gesetzt, die Herausforderer-Rolle hat Youngster Tom Bischof inne. Die Bayern wollen Palhinha daher im Sommer unbedingt verkaufen, um sich sein Gehalt von angeblich 8,5 Millionen Euro pro Jahr zu sparen und zumindest einen Teil der 50-Millionen-Ablöse, die im Zuge seiner Verpflichtung im Sommer 2024 an den FC Fulham geflossen ist, wieder einzunehmen.

Laut einem Bericht der "Bild" könnte es Palhinha nun wieder zurück in die Heimat nach Portugal ziehen. Demnach zeigt Top-Klub Benfica Interesse an einer Verpflichtung. Einer der treibenden Kräfte hinter den Bemühungen ist Trainer Marco Silva, der mit dem 31-Jährigen bereits zwei Jahre beim FC Fulham zusammengearbeitet hat. Unter ihm entwickelte sich Palhinha zu einem der besten Sechser der Premier League – und machte so auch die Bayern auf sich aufmerksam.
Benfica kann Palhinha-Transfer finanziell wohl nicht stemmen
Verhandlungen zwischen beiden Klubs soll es bislang allerdings noch nicht gegeben haben. Ein Grund: Laut dem portugiesischen Blatt "A Bola" tut sich Benfica – immerhin einer der zahlungskräftigsten Klubs der iberischen Halbinsel – schwer damit, den Transfer zu finanzieren. Den Bayern schwebt demnach eine Ablöse von 25 Millionen Euro vor. Benfica soll allerdings schon Probleme damit haben, ein Gesamtpaket von 20 Millionen an Ablöse plus Gehalt zu stemmen. Soll der Deal über die Bühne gehen, müssen sowohl die Bayern als auch Palhinha ihre Forderungen reduzieren.
Eine mögliche Option wäre eine erneute Leihe. Ob die Münchner Verantwortlichen dafür aber offen sind, ist fraglich. Sie würden das unglückliche Kapitel Palhinha am liebsten in diesem Sommer endgültig beenden. Der 31-Jährige, der auf Drängen des damaligen Trainers Thomas Tuchel eigentlich schon 2023 zu den Bayern hätte wechseln sollen, konnte sich in München nie durchsetzen und kam unter Tuchel-Nachfolger Kompany, der im Mittelfeld eher auf spielstarke Spieler setzt, lediglich auf 25 (Teil-)Einsätze und war an keinem Tor beteiligt.