Matthäus hat Zweifel bei Nagelsmann – und schwärmt von einem Bayern-Youngster
Ein gut gemeinter Rat für den gescheiterten Ex-Bundestrainer: Nach Ansicht von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sollte sich Julian Nagelsmann lieber im Ausland nach der nächsten Aufgabe umschauen.
"Ich glaube nicht, dass Nagelsmann so schnell einen Top-Job in Deutschland bekommt", schrieb Matthäus in seiner Sky-Kolumne: "Hier steht er unter größerer Beobachtung als im Ausland."

Matthäus kritisiert Nagelsmann
Matthäus begründete: "Niemand will ihm persönlich was Böses, auch ich nicht. Aber er hat in der jüngsten Vergangenheit zu empfindlich auf Kritik reagiert und war teilweise sehr eingeschnappt." Das könnte sich hierzulande als Bumerang herausstellen. "Im Profifußball gibt es Kritik, wenn die Ergebnisse nicht stimmen oder kein attraktiver Fußball gespielt wird", schrieb der frühere Bayern-Profi: "Bei Julian war beides der Fall."
Harte Worte gegen Nagelsmann, der mit der DFB-Elf bereits im WM-Sechzehntelfinale an Paraguay scheiterte und inzwischen durch Jürgen Klopp ersetzt wurde.

Breiter Kader des FC Bayern als Schlüssel
Gewohnt meinungsstark äußerte sich Matthäus auch zu seinem Ex-Klub, dem FC Bayern. "Generell halte ich den Konkurrenzkampf um die Stammplätze beim FC Bayern für spannender als das Rennen um die deutsche Meisterschaft. Brown und Saibari werden um ihre Plätze kämpfen. Karl, Olise, Gnabry und Musiala ebenso. Alles Top-Spieler, die von Anfang an auf dem Platz stehen wollen", schrieb Matthäus: "Gerade die enorme Kaderbreite dürfte den Bayern nicht nur in der Champions League helfen. Sie verschafft ihnen auch im Bundesliga-Alltag Vorteile, die die Konkurrenz kaum ausgleichen kann."
Mittelfeld-Youngster Tom Bischof traut Matthäus besonders viel zu: "Aufgrund einer Verletzung von Joshua Kimmich bildeten zuletzt Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic die sogenannte Doppel-Sechs in der Bayern-Zentrale. Natürlich hat Kimmich hier die Nase vorn, wenn er fit ist. Einen Freifahrtschein wird auch er nicht bekommen, aber vor allem Pavlovic wird sich dem Zweikampf mit Bischof stellen müssen."

Der Ex-Hoffenheimer, so Matthäus weiter, habe "bereits bei der TSG und in der vergangenen Saison beim FC Bayern regelmäßig gezeigt, was für ein herausragender Fußballer er ist. Er hat einen großen Schritt unter Kompany gemacht, Spiele schon an sich gerissen und mit seinen Schüssen aus der zweiten Reihe wertvolle Tore erzielt."
Lobeshymnen auf Tom Bischof
Mit Bischof sei "insbesondere auf seiner angestammten Position zu rechnen", ergänzte Matthäus: "Er kann auch als Rechtsverteidiger eingesetzt werden und hat diese Rolle phasenweise sogar überzeugender interpretiert als sein Kapitän bei der WM. Auch wenn das mit einem leichten Augenzwinkern von mir gemeint ist."

