"Macht einen großen Fehler": Kompany sieht FC-Bayern-Keeper Urbig klar als Nummer eins
Bei Jürgen Klopps erster Kadernominierung als Bundestrainer ließen sich schon einige Botschaften herauslesen – gerade auch auf der Torhüterposition. Oliver Baumann, in den Monaten vor der WM noch Julian Nagelsmanns Nummer 1 und dann plötzlich doch die zweite Wahl hinter Manuel Neuer, dürfte keine Zukunft mehr im DFB-Team haben. Klopp verzichtete bei seinem Premierenaufgebot für die anstehenden Länderspiele in der Nations League auf den 36-Jährigen von der TSG Hoffenheim. Ein klares Zeichen.
Ter Stegen wird die Nummer 1 beim DFB
"Ich habe mich für Marc-André ter Stegen entschieden in dieser erfahrenen Position. Und danach wollte ich die nächste Generation haben", begründete der DFB-Coach seine Entscheidung. Heißt: Neben Baumann wird auch der Schalker Loris Karius (33) in Zukunft wohl keine Rolle spielen. Hinter dem 34-jährigen ter Stegen, der nach seinem Wechsel vom FC Barcelona zu Ajax Amsterdam wieder zu alter Stärke zurückfindet, rangeln jüngere Keeper um die Positionen. Einer von ihnen: Jonas Urbig.
Der 23-Jährige vom FC Bayern ist auf Sicht das hoffnungsvollste Talent im deutschen Tor. Ihm werden noch bessere Perspektiven bescheinigt als Alexander Nübel (29/Besiktas Istanbul), Noah Atubolu (24/Eintracht Frankfurt) und Finn Dahmen (28/FC Augsburg), die ebenfalls von Klopp nominiert wurden. Dafür muss man nur Bayern-Trainer Vincent Kompany zuhören.

Kompany geht von Urbig als künftiger Nummer 1 beim DFB aus
"Wenn einer glaubt, dass er nicht irgendwann die Nummer eins wird, der macht einen großen Fehler. Der Junge wird irgendwann die Nummer eins sein, aber das wird Jürgen Klopp entscheiden, ob das in einem oder fünf Jahren ist", sagte der Belgier auf der Pressekonferenz vor der Partie der Münchner gegen Union Berlin.
Es spiele keine Rolle, dass Urbig derzeit im Verein nur die Nummer zwei sei, ergänzte Kompany. "Man muss auch bei der Nationalmannschaft für die Zukunft planen", sagte er. Urbigs Berufung nannte der Coach daher "eine vernünftige, stabile Entscheidung. Ich würde es genauso machen. Man muss als Land sein eigenes Talent auch ein bisschen schützen und weiterentwickeln."
Man muss auch bei der Nationalmannschaft für die Zukunft planen.
Urbig könnte gegen Serbien DFB-Debüt feiern
Urbig, der wohl am 1. Oktober in München im Spiel gegen Serbien zwischen den Pfosten des DFB-Teams stehen wird, könnte entweder bei der EM 2028 oder spätestens bei der WM 2030 seine Chance als Stammkeeper erhalten. Vielleicht sogar früher. Denn ter Stegen sei nur "für den Moment" die Nummer 1, wie Klopp deutlich machte: "Es wird immer von der Leistung abhängig sein. Wir haben keinerlei Torhüterproblem." Definitiv nicht.
Urbigs Plan sieht so aus, dass er sich im Training der Nationalmannschaft und mit Einsätzen im Klub bei Klopp aufdrängt. Zwar ist Neuer bei Bayern weiter zwischen den Pfosten gesetzt, doch Kronprinz Urbig erhält immer wieder Möglichkeiten, sich zu zeigen. 34 Partien hat der Youngster bereits für die Münchner absolviert, elf Mal blieb er dabei ohne Gegentor. Auch in dieser Saison hat Urbig schon zwei Spiele über 90 Minuten absolviert – und dabei überzeugt.

Neuer ist ein Befürworter von Urbig
Das Warten auf die Nummer 1 – Urbig braucht Geduld. Doch irgendwann wird seine Zeit kommen. "Ich glaube, dass man ihm auf jeden Fall vertrauen kann. Er hat das in allen Wettbewerben gezeigt", sagte Neuer über Urbig. "Da habe ich ein sehr gutes Gefühl." Und das haben auch die Trainer Kompany und Klopp.

