Luiz Gustavo: Der neue Leitwolf

Luiz Gustavo ist seit seinem Wechsel von Bayern nach Wolfsburg Führungspersönlichkeit geworden. An diesem Samstag will er seinen Ex-Arbeitgeber ärgern.
| SID
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Die 22 ist seine Glückszahl: Luiz Gustavo.
dpa | Foto: Peter Steffen Die 22 ist seine Glückszahl: Luiz Gustavo.

Luiz Gustavo ist seit seinem Wechsel von Bayern nach Wolfsburg Führungspersönlichkeit geworden. Jetzt will er seinen Ex-Arbeitgeber ärgern

Wolfsburg - Vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte wurde Luiz Gustavo nur kurz wehmütig. „Klar habe ich noch viele Freunde und freue mich, sie wiederzusehen”, sagt der Neu-Wolfsburger vor dem Spiel bei Bayern München am Samstag (15.30 Uhr/Sky). „Aber ich habe noch mit keinem telefoniert. Ich will Fußball spielen. Das ist das Wichtigste.” Fußball spielen.

Das konnte der brasilianische Nationalspieler nach seinem Wechsel zu den Niedersachsen zuletzt nur bedingt. Zwei Gelb-Rote Karten in den ersten drei Ligaspielen: Der 20 Millionen-Euro-Transfer vom Triple-Sieger aus München erlebte bisher beim VfL Licht und Schatten. Sollte der 26-Jährige aber von weiteren Platzverweisen verschont bleiben, dürfte das Licht bald überwiegen: „Ich versuche aus diesen Dingen zu lernen, damit sie nicht wieder passieren. Mehr kann ich nicht tun”, sagt er im Bayern-Magazin.

Denn schon in seinen ersten Begegnungen deutete der Brasilianer an, wie wichtig er für seinen neuen Klub werden könnte. Umsichtig, meist unspektakulär, aber mit ungebrochener Siegermentalität agierte er bisher auch im VfL-Trikot. Bei Trainer Dieter Hecking ist Gustavo als unangefochtener Leitwolf gesetzt.

Ganz anders als beim neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola. Dort drohte er aufs Abstellgleis geschoben zu werden. Obwohl Guardiola öffentlich nie ein schlechtes Wort über den Neu-Wolfsburger verloren hat. Gustavo spricht nur respektvoll über den Spanier. Es habe „keine Probleme” mit ihm gegeben, er hätte auch in München, „eine gute Chance gehabt zu spielen”.

Das aber darf man zumindest bezweifeln, im Mittelfeld des Champions-League-Siegers herrscht ein Überangebot an Top-Spielern. Und so sah es auch ein wenig nach Flucht aus, als Gustavo Mitte August beim Werksklub in Wolfsburg unterschrieb, um seine WM-Chancen in der brasilianischen Nationalmannschaft nicht zu verspielen.

Und obwohl auch namhaftere europäische Spitzenklubs in München angefragt haben sollen, entschied sich der Brasilianer, 2007 für 300 000 Euro Leihgebühr vom Provinzklub Alagoano (2. Liga) nach Hoffenheim gekommen, für Wolfsburg.

Anpassungsprobleme hat Gustavo nicht, mit Spielmacher Diego und Innenverteidiger Naldo bildet er beim VfL eine namhafte brasilianische Achse – auf und neben dem Platz. Ähnlich wie in München mit Dante und Rafinha. Und auch in der VW-Stadt fühlt er sich mittlerweile wohl. „Es ist eine kleine und ganz ruhige Stadt und erinnert mich ein bisschen an meine Zeit in Hoffenheim. Für meine Familie und mich passt das alles ganz gut hier”, sagt er. Seine Verlobte Milene ist derzeit schwanger.

Von den fußballerischen Qualitäten her ist der defensive Mittelfeldspieler ohnehin über jeden Zweifel erhaben. „Wir müssen 90 Minuten voll konzentriert sein und uns so wenig Fehler wie möglich erlauben”, betont er: „Und Glück haben.” Denn die Vorzüge des Gegners, für den er exakt 100 Pflichtspiele absolvierte, kennt er nur zu genau. „Jeder Spieler dort hat Qualität, jeder Spieler kann jederzeit überraschen.”

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