Lenny war einmal: Was Karl aus seinen Real-Aussagen lernen muss
Nach seinem ersten von zwei Toren beim 5:0 in Salzburg wählte Lennart Karl den Cristiano-Ronaldo-Jubel. Mit beiden Händen nach unten deutete der Youngster des FC Bayern in Richtung Fankurve, als wolle er die Zuschauer beruhigen. Genau so hatte Ronaldo einst im Dress von Real Madrid gejubelt, wenn die Kritik an Portugals Superstar besonders groß war. Calma, calma - mal ganz locker bleiben! In der Red Bull Arena hatte Karl seinen Ronaldo-Moment. Nach unruhigen Tagen.

Denn Karls ehrliche Aussage bei einem Fanklub-Besuch am Sonntag, dass Real Madrid sein Traumverein sei und er "irgendwann" für die Königlichen spielen wolle, hatte bei einigen Fans für Verärgerung gesorgt. In den Sozialen Netzwerken wurde der Offenspieler teils heftig attackiert. Nun gab Karl die sportliche Antwort. Nach seiner Einwechslung zur Halbzeit traf Karl zunächst mit seinem starken linken Fuß zum 2:0, ehe er das 3:0 durch Felipe Chávez, Bayerns peruanischem Juwel, mit einem Pass vorbereitete. Das 4:0 erzielte Karl wieder selbst - per Kopf. Es war die nächste Gala des 17-Jährigen, der am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg (17.30 Uhr) wieder in der Startelf stehen dürfte.
Bosse des FC Bayern gelassen
Seine Real-Schwärmerei? Abgehakt aus Sicht des FC Bayern. Er sei bei dem Thema "völlig entspannt", sagte Sportvorstand Max Eberl und verriet, dass Karl gleich am Tag nach dem Fanklub-Besuch "zu uns kam und uns gesagt hat: ,Ich glaube, ich habe da was nicht so ganz Gutes gesagt, was man fehlinterpretieren kann.'"

Die Sache sei damit erledigt, stellte Eberl klar. Schließlich zeige Karl "seine Leistung auf dem Platz. Er fühlt sich sauwohl beim FC Bayern. Er weiß, was er hier hat. Das hat er uns noch mal unterstrichen. Und das ist das, was zählt. Ich glaube, ein 17-Jähriger darf auch mal einen Fehler machen und in seiner Euphorie etwas sagen, wo er hinterher sagt, ,okay, das hätte ich anders machen können.'"
Neuer Vertrag bis 2031?
So ist es. Und dennoch wird sich Karl, der erfrischend offen spricht, in Zukunft vielleicht genauer überlegen, was er sagt. Weil seine Worte schon jetzt Gewicht haben. "Auf dem Platz ist er verdammt gut. Und das Drumherum? Das wird er lernen", ergänzte Eberl: "Er ist eben nicht mehr der Lenny, der 17-Jährige, den niemand kennt. Sondern er ist Lennart Karl, wo jetzt ganz Deutschland weiß, was er kann und was er ist."
Nämlich: Bayerns großer Hoffnungsträger für die Zukunft. Daher soll Karl nach AZ-Informationen an seinem 18. Geburtstag am 22. Februar einen neuen Vertrag unterschreiben, die "Sport Bild" berichtet von einer Laufzeit bis 2031 und einer Gehaltserhöhung auf bis zu sieben Millionen Euro brutto pro Jahr. Dann gehört Karl endgültig zum Kreis der Bayern-Stars. Lenny war einmal.
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