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FC-Bayern-Südkurve verurteilt "Polizeigewalt in Dortmund" – Solidarität von BVB-Ultras

Wegen einer Auseinandersetzung mit der Polizei vor dem Gästeblock ist ein Teil der Ultras des FC Bayern im Klassiker nicht im Innenraum. Es kam zu zahlreichen Verletzungen.
Kilian Kreitmair
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Boykottieren nach dem Polizeieinsatz den Klassiker: Die Fans des FC Bayern.
Boykottieren nach dem Polizeieinsatz den Klassiker: Die Fans des FC Bayern. © IMAGO

Die legendäre Südtribüne des Signal-Iduna-Parks brannte. Die Ultras von Borussia Dortmund zündeten viel Pyro, und formten dazu den Giga-Schriftzug: "Heja BVB". Die Extramotivation vor dem Duell gegen den FC Bayern. Und die Ultras der Münchner?

Ultras berichten von mehreren Verletzten 

Der vordere Teil des Gästeblocks blieb über die vollen 90 Minuten leer. Auch die üblichen Banner wurden nicht ausgerollt. Keine Fahnen, keine Trommeln und nur ein leiser Fangesang. Als Jamal Musiala in der 30. Minute zum Aufwärmen ging, schaute er recht ratlos auf die Tribüne. Mit rudernden Armen ermunterte er die wenigen anwesenden Bayern-Anhänger, mehr Stimmung zu machen.

Wenig später wurde er von einem der Fans am Zaun über die Hintergründe aufgeklärt, die die AZ bereits wenige Minuten nach dem Anpfiff aus Ultrakreisen erfahren hatte. Es gab eine Auseinandersetzung zwischen Fans und der Polizei direkt vor dem Gästeblock. Beamte gingen mit Schlagstöcken und Pfefferspray auf einen Teil der Anhänger los. Ultras berichten von mehreren Verletzten.

Südkurve: "Übertraf das Maß an Polizeigewalt vergleichbarer Übergriffe"

"Neben Knochenbrüchen und Gesichtsverletzungen mussten vor allem schwere Reizungen der Augen und Atemwege attestiert werden", schreibt die Südkurve in einer Mitteilung am Sonntag: "In Quantität wie Intensität übertraf das Maß an Polizeigewalt in Dortmund vergleichbare Übergriffe, die wir in Madrid oder Athen erleben mussten." Wie es dazu kam?

Jamal Musiala erkundigt sich am Zaun bei den Fans weshalb die Ultras die Mannschaft nicht aktiv unterstützen.
Jamal Musiala erkundigt sich am Zaun bei den Fans weshalb die Ultras die Mannschaft nicht aktiv unterstützen. © IMAGO/Maximilian Koch

Die Polizei Dortmund erklärte am Samstagabend auf AZ-Nachfrage, dass eine 29-köpfige Gruppe zuvor versucht habe, sich mit nicht regulären Tickets in den Gästeblock zu schleusen. Nachdem mehrere Mitarbeiter des BVB-Ordnungsdienstes körperlich angegriffen worden seien, hätten Einsatzkräfte eingegriffen. Die betroffenen Fans seien in der Folge von den Beamten kontrolliert worden und hätten die Gästetribüne wohl sogar betreten dürfen.

Situation im Signal-Iduna-Park eskaliert 

Aus Solidarität mit den festgehaltenen Anhängern, so schreibt es die Polizei Dortmund in einer Mitteilung, kam es zu "tätlichen Angriffen auf Polizeibeamte". Die Situation eskalierte. Auch, weil die Einsatzkräfte laut Südkurve überhart vorgingen: "Der Polizei wären wesentlich ungefährlichere Maßnahmen wie Videoüberwachung, die zahlreichen eingesetzten szenekundigen Beamten oder auch eine weniger konfrontative Ansprache zur Verfügung gestanden."

So seien die Verletzungen ohne Not "bewusst in Kauf genommen" worden. Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hatte, entschieden sich die Ultras des Rekordmeisters für einen Boykott. Rund 500 Personen blieben bis zum Abpfiff vor dem Eingang des Gästeblocks. Im Innenraum hörte man zu Beginn der zweiten Halbzeit "Alle Bullen sind Schweine"-Fangesänge. Dazu hissten die BVB-Ultras ein Banner mit der Aufschrift: "Freiheit für Gästefans in Dortmund!" 

Zeigen sich solidarisch mit den Bayern-Fans: Die Ultras von Borussia Dortmund.
Zeigen sich solidarisch mit den Bayern-Fans: Die Ultras von Borussia Dortmund. © Patrick Strasser

Polizei leitet Strafverfahren gegen 29 Bayern-Fans ein

Auch die übrigen Anhänger der Bayern solidarisierten sich mit den Ultras. Sie entrollten einen Schriftzug. Darauf in fetten Lettern: "Freiheit für Fußballfans." Eine klare Botschaft in Richtung der Polizei Dortmund, die gegen die erwähnten 29 Fans ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet hat. Borussia Dortmund hatte nach Polizeiangaben einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Kurz nach der Partie kochte die Situation nochmal über. Als ein Beamter einen Fan, der zuvor an einem "Angriff" auf Beamte beteiligt gewesen sei, unter der Tribüne wiedererkannte, kam es erneut zu Gewalt.

Im Zuge der Personalienfeststellung, so schreibt es die Polizei, sei es zu "Angriffen auf die Einsatzkräfte" gekommen.  Zum zweiten Mal an diesem Abend wurde zum Pfefferspray und Schlagstock gegriffen. Dazu schreibt die Südkurve: "Der Großteil der eingesetzten Beamten ließ auch deutlich optisch wie verbal ihren Gefallen an dem Angriff auf die Fans erkennen." Klarer geht Kritik in Richtung der Polizei kaum. 

Bayern-Fans verschandeln Bahnhof in Pasing

Nach Angaben der Polizei sind fünf Einsatzkräfte und ein Ordner durch einen körperlichen Angriff verletzt worden. Der stellvertretende Dortmunder Polizeipräsident Achim Stankowitz fordert von den Vereinen eine "deutliche Positionierung und eigenständige Maßnahmen gegen die identifizierten Straftäter" und kritisiert zugleich die Darstellung der Vorfälle durch die Südkurve als "reflexhafte Schuldzuweisung" an die Polizei. Strafbare Handlungen der Fans hätten das Eingreifen der Polizei nötig gemacht, das Vorgehen der Fans geplant gewesen. Insgesamt wurden laut Polizei 30 Strafanzeigen wegen Beleidigung, Körperverletzung, Angriffen auf Vollstreckungsbeamte, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Urkundenfälschung gestellt.

Übrigens: Es war nicht der einzige Vorfall am Klassiker-Wochenende. Schon in der Nacht von Freitag auf Samstag kam es in Pasing zu einem Einsatz. Nachdem der Sonderzug nach Dortmund zu spät kam, hielten sich rund 250 Fans ab circa 3.30 Uhr für eine Stunde in der Unterführung des Bahnhofes auf. Die Wartezeit nutzten diese, um diverse Graffiti-Tags und Aufkleber an den Wänden und Schaukästen anzubringen.

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38 Kommentare
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  • Perlacher am 02.03.2026 23:59 Uhr / Bewertung:

    Ja genau, die böse Polizei schlägt brave und gesittete
    Hooligans!

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  • Wolff am 03.03.2026 13:17 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Perlacher

    Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. "Alle Bullen sind Schweine"-Fangesänge sagen doch schon alles über die Grundhaltung dieser Gruppierungen. Wer die Auseinandersetzung sucht, muss ich auch nicht beschweren, wenn er verliert.

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  • Der Münchner am 02.03.2026 10:42 Uhr / Bewertung:

    Gestern im Doppelpass freuen sich die Experten noch über die ach so tolle Pyryo Chorografie der Dortmunder Wand!
    Da fängt es an!
    Warum gibt es in England keine Pyro?

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