Kompanys Bayern kommen spät – aber heftig: Die Statistik, die Angst macht

Der FC Bayern dominiert die Bundesliga, doch zuletzt traf Kompanys Mannschaft meist erst nach dem Seitenwechsel. Vor dem Derby gegen Augsburg bleibt der Trainer gelassen: "Problem für die anderen Teams."
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In der zweiten Halbzeit drehen sie auf: Der FC Bayern um Harry Kane (r.) und Trainer Vincent Kompany.
In der zweiten Halbzeit drehen sie auf: Der FC Bayern um Harry Kane (r.) und Trainer Vincent Kompany. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Ob sich so mancher Haupttribünen-Fan des FC Bayern überlegt, am Samstag beim Spiel gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky) vielleicht noch ein bisschen länger im warmen Innenbereich zu bleiben? So weit wird es trotz der angekündigten Minustemperaturen wohl nicht kommen. Und doch dürfte sich herumgesprochen haben, dass es bei den Münchnern seit dem Jahreswechsel erst in der zweiten Halbzeit richtig torreich wird: Nur einmal führten die Münchner in den vier Partien nach der Winterpause, beim 8:1 gegen Wolfsburg. Insgesamt lautet das Torverhältnis in Durchgang eins 3:3. Aber dann ging jedes Mal die Post ab: 15:0 hieß es in Summe in den zweiten Spielhälften. Der FC Bayern ist ganz klar der Meister der zweiten Halbzeit - und das schon die ganze Saison über.

FC Bayern dominiert die zweite Halbzeit

42 von 71 Treffern hat das Team von Trainer Vincent Kompany in der zweiten Hälfte erzielt, alle anderen Mannschaften kommen auf maximal 19 Tore. Ebenfalls beeindruckend: Die 42 Bayern-Tore in Halbzeit zwei hat kein anderer Bundesligist über die volle Spielzeit erreicht. Eintracht Frankfurt schafft es als beste Mannschaft nach Bayern auf 38 Tore - insgesamt. Allein in der Schlussviertelstunde hat Bayern schon 24 Treffer erzielt. Kompanys Team kommt spät, aber heftig. In der vergangenen Woche etwa beim 5:1 in Leipzig und beim 2:0 in der Champions League gegen Union Saint-Gilloise.

Matchwinner gegen Saint-Gilloise: Kane.
Matchwinner gegen Saint-Gilloise: Kane. © IMAGO/FC Bayern München v R. Union Saint-Gilloise

Der Coach sieht die etwas schwächeren Darbietungen in der ersten Halbzeit nicht als Problem. "Ich habe diese Frage oft bekommen und mal überlegt", sagte Kompany am Freitag: "Eigentlich, wenn man das ein bisschen dreht, könnte man sagen, dass das ein Problem für die anderen Teams ist - weil sie immer in der zweiten Hälfte schwächer geworden sind." Stimmt!

Kompany bleibt gelassen

"Es ist Bundesliga", ergänzte der Trainer, "wenn der Gegner so frisch ist in den ersten 45 Minuten und alles gibt, um das Spiel zu gewinnen, dann ist es nicht so einfach, dass wir zwei, drei Tore machen und alles ist vorbei bis zur Halbzeit." Wie in Leipzig. "Leipzig war deutlich besser gegen uns in der ersten Halbzeit, das möchte ich nicht sehen", sagte Kompany: "Wir haben überlebt und in der zweiten Halbzeit eine andere Geschichte geschrieben." Mit fünf Toren. Doch jedes Mal wird es Bayern nicht gelingen, ein Spiel zu drehen. Oder?

Bayerisch-schwäbisches Derby: Bayern-Coach Kompany gegen Augsburgs Manuel Baum (r.).
Bayerisch-schwäbisches Derby: Bayern-Coach Kompany gegen Augsburgs Manuel Baum (r.). © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

"Optimal ist es, wenn wir drei, vier Tore machen in der ersten Halbzeit und das Spiel trotzdem physisch stark in der zweiten Halbzeit beenden", sagte Kompany. "Nicht, dass die erste Halbzeit gut ist und die zweite Halbzeit schlecht. Wenn das bei uns so sein würde, würde das vielleicht ein größeres Thema sein."

Baums Derby-Plan gegen den FC Bayern

Und doch wird Kompany hoffen, dass das bayerisch-schwäbische Derby gegen Augsburg schon ein bisschen früher entschieden ist. "Ich kann mir vorstellen, dass sie einiges vorhaben und an sich glauben", sagte Kompany, in dessen Team ein Virus umgeht, über das Team von Coach Manuel Baum: "Für den Gegner ist es wie ein Finale. Und für uns heißt es, dass die Motivation voll da ist und wir keinen Unterschied machen zwischen Leipzig und Augsburg."

Zumal der FCA ein unangenehmer Gegner sein kann. Im April 2014 beendete Augsburg einst die längste Ungeschlagen-Serie des FC Bayern nach 53 Bundesliga-Partien ohne Niederlage mit einem 1:0. Stoppt der Außenseiter den FC Bayern um Harry Kane (schon sieben Tore gegen Lieblingsgegner Augsburg) nun nach 27 unbesiegten Liga-Spielen? "Wir brauchen so ein Schweizer Taschenmesser-Prinzip. Je nachdem wer auf dem Platz ist, ist es die Säge oder die Schere oder was es auch immer ist, was wir ausklappen müssen", sagte Trainer Baum. Und vor allem brauchen die Augsburger: zwei ganz starke Halbzeiten.

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