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Real-Wirbel um Bayern-Juwel Karl: Wo ist der Skandal?

Lennart Karl wurde nach seinen Aussagen über einen Wechsel zu Real Madrid auf Social Media heftig attackiert. AZ-Reporter Maximilian Koch hat dafür kein Verständnis.
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Es hat im neuen Jahr nicht lange gedauert bis zum ersten Aufreger-Thema - zumindest für die, die sich an einem 17-Jährigen abarbeiten wollen. Lennart Karls Sätze beim Fanklub-Besuch am Sonntag wurden von Bayern-Fans auf Social Media zum Teil mit Entsetzen aufgefasst. Manch einer legte Karl sogar einen sofortigen Vereinswechsel nahe. Weil es das Mittelfeldjuwel des FC Bayern doch tatsächlich gewagt hatte, auf die Frage eines Fans eine ehrliche, unverstellte Antwort zu geben. Welch schlimmes Vergehen!

Ob er einen Traumverein außer den FC Bayern habe, wurde Karl gefragt. Und der Youngster antwortete in dieser lockeren Atmosphäre so: "Der FC Bayern ist ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, dort zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid, das ist mein Traumverein. Aber das bleibt unter uns. Natürlich ist Bayern etwas sehr Besonderes und es macht sehr viel Spaß." Wo ist da der Skandal?

Karl gibt sich auch am Mikrofon forsch

Wer sich jetzt beklagt und Karl für seine Aussage kritisiert, der sollte in Zukunft auch nicht mehr nach Typen im Fußball schreien oder authentische Antworten einfordern. Karl ist erfrischend anders in einem Business, in dem Interviews geglättet werden und junge Spieler aufgrund von Medientraining oft wie Roboter in der Öffentlichkeit sprechen. Wenn sie sich - anders als der mutige und offene Karl - überhaupt mal vor die Mikrofone trauen.

Sicher: Unter professionellen Gesichtspunkten waren Karls Sätze vielleicht unglücklich gewählt, manch einer erkennt womöglich fehlende Demut. Aber Karl ist nun mal ein junger Mensch, dem Unachtsamkeiten passieren dürfen. Lasst ihn bitte 17 sein!

Karls Real-Traum ist nicht verwerflich

Zumal Karls Äußerungen im Kern nachvollziehbar sind. Wenn es einen Klub in Europa gibt, der in Sachen Renommee, Champions-League-Titel und Anziehungskraft über dem FC Bayern steht, dann ist es Real Madrid. Dass ein Youngster wie Karl davon träumt, irgendwann in ferner Zukunft das weiße Real-Trikot zu tragen, ist weder überraschend noch verwerflich.

Im Gegenteil: Es zeigt den Ehrgeiz dieses jungen Mannes, es ganz nach oben in die Weltspitze zu schaffen. Und davon wird nicht zuletzt der FC Bayern in den kommenden Jahren profitieren.

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  • Natzl vor 9 Stunden / Bewertung:

    Das der Junge Real als seinen Traumverein nennt ist doch kein Problem und vollkommen in Ordnung. Im Leben muss man sich auch Ziele stecken, wenn man etwas erreichen will.
    Mir ist diese Aussage von Karl wesentlich lieber, als die damalige Aussage von Waldemar Anton den Fans gegenüber, dass er weiter beim VFB bleibt und ein paar Tage später zum BVB gewechselt ist.
    Solange es die Anonymität in den sozialen Netzwerken gibt, wird es auch die Plattform für diese kranken und durchgeknallten Hirne/Chaoten und Freaks.

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  • Südstern7 vor 23 Stunden / Bewertung:

    "... Social Media ..."
    ... ist nicht das wahre Leben sondern ist und bleibt immer noch ein Tummelplatz für durchgeknallte Freaks.

    Wer einen klaren Verstand besitzt wird immer zu der gleichen Einschätzung der Lage kommen, wie sie dankenswerterweise auch Maximilian Koch beschrieben hat. Und um es gleich vorweg zu sagen: Die Anhänger der Vereine haben einen klaren Verstand und sind keineswegs irgendwelche überreizten Marktschreier. Denen liegt nämlich nichts am Fußball sondern sich selbst zu produzieren, und das bei zu kurz gekommenem Verstand.

    Herr Koch hätte also gar nicht auf diesen auf social media gekritzelten Unsinn einzugehen brauchen. Es gibt wichtigeres als ständig die Meinungen dieser Schreiberlinge mit einer Schlagzeile zu versehen.

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