Kommentar: Das Rotationsprinzip beim FC Bayern München

Die Bayern sind raus aus der Champions League. Trotz Rotation im Spielerkader. Aber wie rotieren eigentlich die Trainer beim FCB? Ein Kommentar.
| Patrick Strasser
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Wie rotieren die Trainer im breiten Kader des FC Bayern? Ein Kommentar von Patrick Strasser.
dpa/AZ Wie rotieren die Trainer im breiten Kader des FC Bayern? Ein Kommentar von Patrick Strasser.

Ottmar Hitzfeld hat an der Säbener Straße einst die Rotation eingeführt. 1A-Profis schonen, 1B-Spieler bei Laune halten. Die Bayern-Bosse schauten sich das systematische Wechselspiel für ihre Übungsleiter ab. Als Hitzfeld 2004 nach sechs Jahren im Amt die Zügel schleifen ließ, holte man Schleifer Felix Magath. Als dieser den gesamten Verein mit seiner speziellen Art ermüdete, wurde Hitzfeld zurückgerufen. 2008 der Neustart mit Sommermärchler und Visionär Jürgen Klinsmann. Zur Beruhigung des ganz und gar nicht fantastischen Fantasten kam "Fußball-Lehrer" Jupp Heynckes. Dank Louis van Gaal glückte spielerisch der Sprung in ein neues Zeitalter, die Launen des unberechenbaren Holländers ertrug der gesamte Verein lediglich 22 Monate.

Onkel-Prinzip mit Heynckes

Also zurück zum Onkel-Prinzip mit Heynckes, der 2013 als schlauer Verwalter das Triple gewann. Nächster Schritt: Mut zum Expressionismus. Mit dem Übertrainer Pep Guardiola legte ein Entwickler, ein Tüftler los. Nach drei rastlosen Jahren brauchte es? Genau. Einen Beruhiger, einen Verwalter, einen väterlichen Freund der Spieler. Carlo Ancelotti passte perfekt. In der Vita des Italieners war eine Henkelpott-Titelgarantie verankert, das zielgesteuerte Frühjahrscoaching seine Spezialität.

Doch nun scheiterte er im ersten Anlauf. Ancelotti muss sich Fragen stellen (lassen). Trainingsintensität, Auswechslungen, Führungsstil, Talenteförderung. Alles ausbaufähig. Der 57-Jährige bekommt die Chance, in seiner zweiten Saison zu zeigen, dass er in Zeiten des Umbruchs auch Entwickler und Visionär sein kann. Und wenn es sein muss: Schleifer. Geht die Ancelotti-Verwandlung schief, greift die Trainer-Rotation der Bosse, man wird sich wieder etwas trauen. 2018 könnte Julian Nagelsmann die Reife haben für den FC Bayern.

Lesen Sie auch: Nach Real - Nix war's mit der Champions League: Und jetzt, Bayern?

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren