Kimmichs bewegende Worte nach dem Tod seines Vaters

Auf dem Platz hatte Joshua Kimmich seinen großen Wert mal wieder gezeigt für den FC Bayern beim 2:2 im Gipfel gegen Borussia Dortmund - noch beeindruckender war der Auftritt des Vizekapitäns nach der Partie.
Nicht einmal zwei Wochen nach dem Trauerfall im engsten Familienkreis sprach Kimmich darüber, wie er mit dieser extrem belastenden Situation umgeht. Das nötigte sehr viel Respekt ab.
"Die letzte Woche war schon sehr hart für meine Familie, auch für mich. Mein Vater hat mich immer begleitet. Er stand immer an meiner Seite. Er hat mich immer unterstützt und in Phasen an mich geglaubt, in denen ich selbst es nicht getan habe", sagte Kimmich nach dem wohl schwierigsten Spiel seiner Karriere. "Darum ist es schon auch hart wieder zurückzukommen. Weil gerade, wenn ich auf dem Platz stehe, ist es eigentlich die Zeit, in der ich am meisten an ihn denken muss", sagte der Mittelfeldspieler, der die Bayern bei seiner Rückkehr in Abwesenheit von Manuel Neuer als Spielführer anführte.
"Die Anteilnahme vom Verein, vom DFB, von allen Menschen drumherum, war sehr besonders"
Berthold Kimmich war in der vergangenen Woche im Alter von 57 Jahren gestorben. Sein Sohn hatte daraufhin drei Pflichtspiele gefehlt und war gegen Dortmund erstmals wieder dabei. Fußball helfe manchmal in der Trauer, sagte Kimmich. "Es war wichtig, wieder zurückzukommen, wieder zu versuchen, in den normalen Alltag zu kommen. Auch wenn man sich manchmal wünscht, dass so die Welt ein bisschen stehen bleibt. Aber sie dreht sich leider - und zum Glück - weiter."
Er sei froh, wieder bei der Mannschaft zu sein. Kimmich dankte für das Mitgefühl und die Beileidsbekundungen, die ihn und seine Familie erreichten. "Die Anteilnahme vom Verein, vom DFB, von allen Menschen drumherum, war sehr besonders. Das hat mir sehr viel bedeutet", sagte er.
Kovac umarmt Kimmich während des Spiels
Es war auch zu beobachten, wie Dortmunder Nationalmannschafts-Kollegen wie Nico Schlotterbeck ihn nach dem Schlusspfiff in den Arm nahmen. Er war nicht der einzige BVB-Protagonist, der das tat. In der ersten Spielhälfte kam es sogar zu einer Umarmung von Kovac mit Kimmich am Spielfeldrand.
Der ehemalige Bayern-Trainer hatte Kimmich unter der Woche eine Nachricht geschrieben und kondoliert. "Das fand ich sehr besonders. Deswegen habe ich mich dafür bedankt", klärte Kimmich die Szene auf und ergänzte: "Ich muss auch sagen, die Anteilnahme auch des Vereins, wie der hinter mir stand, auch der DFB, wer dann alles auf der Beerdigung war, das war schon für mich persönlich, für meine Familie sehr, sehr besonders."
Kimmich imponiert Eberl: "Er stand auf dem Platz wie ein Leader"
Sportvorstand Max Eberl war voller Hochachtung für Kimmich, den Vollprofi und Unverzichtbaren des FC Bayern. Er sei "einfach stolz", einen solchen Spieler beim FC Bayern haben, sagte er bei Sky. "Das Leben ist für ihn und seine Familie ein anderes geworden, wenn man ein geliebtes Familienmitglied verliert. Er stand auf dem Platz wie ein Leader. Das hat mir sehr imponiert. Kimmich hat mir vorher schon imponiert, aber heute noch mal mehr."
Es sind schwierige Wochen für den FC Bayern. Und speziell für Kimmich. Doch die Münchner kämpfen sich irgendwie durch. "Da merkt man, was es heißt, ein Team zu sein. Und wenn ich in der Kabine sitze, habe ich das Gefühl, wir sind ein sehr, sehr gutes Team", sagte Kimmich.
Am Dienstag geht es weiter mit dem kniffligen Auswärtsspiel bei Atlético Madrid. Kimmich wird sein Team erneut anführen.