Kimmich spricht über Beinahe-Wechsel zu PSG: "Das Finanzielle war krass"

Derart spannende Einblicke hat man von einem Schlüsselspieler des FC Bayern selten bekommen! In der neuen ZDF-Dokumentation "sportstudio produktion: Kapitän Kimmich" spricht Joshua Kimmich offen darüber, dass er den Rekordmeister im Sommer 2024 schon beinahe sicher verlassen hatte. Damals hatte der Mittelfeldspieler nur noch ein Jahr Restlaufzeit und auch schon einen Verein an der Hand, der ihn unbedingt verpflichten wollte: Paris Saint-Germain.
"Der Support des Vereins war nicht so da, wie man sich das erhofft oder wünscht", sagt Kimmich über seine damalige Situation bei den Bayern. Der Verein habe ihm offen mitgeteilt, dass ein Verkauf durchaus möglich sei, sofern er dies wünsche. "Ich hatte das Gefühl, dass die Bayern sehr offen sind, mich abzugeben. Das trägt nicht dazu bei, dass die Bindung zwischen Verein und Spieler größer wird", so der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Sportvorstand Max Eberl habe ihm in einem persönlichen Gespräch die Tür für einen Wechsel geöffnet und gesagt: "Wenn du weg möchtest, dann bist du zum Verkauf, dann ist das möglich."
Kimmich war "zu 95 Prozent" weg vom FC Bayern
Wie ernst es Kimmich damals mit einem Abgang aus München meinte, unterstreicht ein Interview-Ausschnitt aus dem Sommer 2024. "Stand jetzt weiß ich nicht, was passieren sollte, dass ich hier verlängern würde", sagte er gegenüber den Doku-Machern: "Selbst wenn wir hier 30 Spiele in Folge gewinnen und das finanzielle Angebot Wahnsinn ist und der Verein voll hinter mir steht. Ich will es nicht zu 100 Prozent ausschließen, aber zu 95 Prozent sehe ich es nicht kommen, dass ich hier verlängere."
Paris Saint-Germain, das sich seinerzeit nach der international erfolglosen Glamour-Ära um Neymar, Kylian Mbappé und Lionel Messi im Umbruch befand, wollte Kimmich unbedingt verpflichten. "Mit Paris war ein Verein da, der sich sehr committet hat. Einer, den ich auch gar nicht so auf dem Zettel hatte. Ich habe mich schon mit dem Sportdirektor (Luis Campos / d.Red.) und dem Trainer von Paris (Luis Enrique / d.Red.) ausgetauscht", erzählt der 31-Jährige. Nachdem sich im Sommer 2024 der Wechsel zerschlagen hatte, zeigten die Pariser nur ein halbes Jahr später erneut Interesse an einer Verpflichtung. Wieder platzte der Transfer und Kimmich verlängerte seinen Vertrag bei den Bayern schlussendlich bis 2029.
Kimmich bestätigt PSG-Angebot: "Das Finanzielle war krass"
Was bislang noch nicht bekannt war: PSG-Sportdirektor Campos besuchte den Mittelfeldspieler sogar in seinem Haus in München und lud Kimmich auch nach Paris ein. Um keinen unnötigen Aufruhr zu erzeugen, blieb der Bayern-Star allerdings in München und ließ seine Frau Lina alleine nach Paris fliegen. "Wir haben uns alles angeschaut. Schulen, Wohngegenden", so Lina Kimmich, die sich auch mit PSG-Trainer Enrique traf.
Weiter berichtet Kimmich, dass ihm bereits ein hochdotiertes Angebot vorlag: "Das Finanzielle war krass. Wirklich. Sehr, sehr krass, muss ich sagen. Ich wollte das aber nicht zum Ausschlaggebenden machen."
Dass er seinen Vertrag bei den Bayern verlängerte, lag neben Trainer Vincent Kompany ("Ich hab noch nie ein so großes Vertrauen gespürt, wie jetzt") auch an seiner Familie, die in München mittlerweile fest verwurzelt ist. "Es ist nicht so, dass ich Single bin und nur für meine Karriere entscheiden kann. Man hat auch die Verantwortung, für die Personen aus meiner Familie zu entscheiden und das Richtige zu tun", so der DFB-Kapitän.