Keine Fan-Choreographie beim Barcelona-Spiel

Neues Kapitel im Südkurvenstreit beim FC Bayern: Weil das Misstrauen gegenüber der Vereinsführung wächst und die Fans sich uneins sind, gibt's gegen Barcelona keine große Fan-Choreopraphie.
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Gähnende Leere in der Südkurve, stattdessen ein Plakat: Einige Bayern-Ultras bleiben wieder dem Spiel fern
sampics Gähnende Leere in der Südkurve, stattdessen ein Plakat: Einige Bayern-Ultras bleiben wieder dem Spiel fern

München - Der Südkurvenstreit (hier mehr zum Thema), der bei bislang allen Champions-League-Spielen des FC Bayern für ein "graues Loch" in der Südkurve gesorgt hat, schwelt weiter.

Weil sich die Fangruppen untereinander uneins sind und das Misstrauen gegenüber der Vereinsführung und Fanbetreuern stetig wächst, hat nun der inoffizielle Südkurvenrat unter Vorsitz des der Fan-Organisation "Club Nr. 12" eine bereits geplante Ganz-Stadion-Choreographie für das Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona abgesagt.

"Die Frustration über die aktuelle Situation ist seit Beginn der Saison stark gewachsen", schreibt der "Club Nr. 12" in einer Erklärung und spricht von einer "Kampfabstimmung im Südkurvenrat, in denen die Fangruppen, die sich für eine Choreografie aussprachen, knapp den Kürzeren zogen".

Pech für die Club-Nr.-12-Aktivisten, die den Südkurvenrat ja selbst ins Leben gerufen hatten, nun aber von diesem überstimmt wurden. "Es entspricht nicht unserem demokratischen Verständnis, erst ein Gremium selber mit aufzubauen, und es dann zu ignorieren, wenn einem eine Entscheidung nicht in den Kram passt. Deshalb haben wir in diesem Fall das Votum des Südkurvenrats sogar über das Votum der eigenen Mitglieder gestellt", so das Statement.

Ganz nebenbei stellt der "Club Nr. 12" in punkto Dialog mit dem FC Bayern ein vernichtendes Zeugnis aus. Ein Beispiel: "Die Hauptintention der 'runden Tische' mit dem Präsidium, die in den vergangene zwei Jahren zweimal stattfanden, liegt nach unserem Eindruck darin, den wenigen anwesenden kritischen Fanorganisationen in Anwesenheit anderer Fanclubvorsitzender bzgl. tatsächlich vorgekommenen Fehlverhaltens (Pyrotechnik) oder auch aufgrund der von der offiziellen Vereinslinie abweichenden Meinung den Kopf zu waschen."

Der Vorwurf: "Insbesondere in den letzten zwei Jahren haben viele Fans den Eindruck gewonnen, dass der Stehplatzfan in der Südkurve von Seiten der Vereinsführung in erster Linie als Sicherheitsrisiko wahrgenommen wird."

Zudem bemängelt der "Club Nr. 12", dass im Zuge des Südkurvenstreits keinerlei Kompromissbereitschaft zu sehen sei. Das Problem werde von Vereinsseite nicht am Schopfe gepackt. Es sei bis "heute keine Strategie von Seiten der Vereinsführung bekannt, die geeignet wäre das Problem nachhaltig zu lösen. Die Erhöhung von Zäunen oder ein elektronisches Einlasssystem verhindert zwar eine drohende Überfüllungsgefahr. Gleichzeitig wird aber auch der Großteil der jungen Generation ausgesperrt."

Obwohl es nun keine große Choreographie gegen Barcelona geben wird, hofft der "Club Nr. 12" auf gute Stimmung im ausverkauften Stadion: "Für das Spiel am kommenden Dienstag appellieren wir an alle Fans, bis zur Heiserkeit und gerne auch darüber hinaus unsere Mannschaft zum Sieg zu schreien und akustisch das auszugleichen, was uns an Optik zum Anpfiff fehlen wird."

 

 

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