Kein Risiko, kein Neuer: "Wäre gerne dabei gewesen"

Nach 130 Tagen feiert der Torhüter sein Comeback bei Bayern – doch die Länderspielreise lässt er aus. "Ich wäre schon gerne dabei gewesen. Wir wollen kein Risiko eingehen, ich war ja vier Monate weg."
| Patrick Strasser
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Manuel Neuer wurde bei seinem Comeback im Bayern-Tor kaum bis gar nicht geprüft.
Carmen Jaspersen/dpa Manuel Neuer wurde bei seinem Comeback im Bayern-Tor kaum bis gar nicht geprüft.

München - Schneeweiß sein Trikot, blütenweiß seine Weste. Manuel Neuer stand beim 2:0 in Bremen nach 130 Tagen erstmals wieder im Kasten. Ohne wirklich gefordert zu werden. Der Fuß, Mitte April beim Viertelfinal-Rückspiel der Champions League in Madrid gegen Real gebrochen, hielt. „Ich hatte nicht so viele Aktionen, musste nur ein paar lange Bälle spielen. Alles in Ordnung“, sagte Neuer.

Der 31-Jährige ist zurück – aber nicht so richtig. Kaum dabei, pausiert der Bayern-Torhüter wieder. Halb freiwillig. Denn trotz seines Comebacks steht Nationalelf-Kapitän Neuer nicht im DFB-Kader für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele in Tschechien am Freitag und gegen Norwegen am 4. September in Stuttgart.

So wurde es abgesprochen, bei einem Telefonat mit Bundestrainer Joachim Löw. "Ich wäre schon gerne dabei gewesen", sagt Neuer, der bekannt dafür ist, immer im Tor stehen zu wollen. Selbst vor unwichtigen Testspielen der Nationalmannschaft muss Löw seine Nummer eins davon überzeugen, mal eine Pause einzulegen.

Elf Länderspiele ohne Neuer

Neuers letzter Länderspiel-Einsatz ist auch schon eine Weile her. Nummer 74 war am 11. Oktober 2016 beim 2:0 gegen Nordirland. Danach fanden elf (!) DFB-Partien hintereinander, Confed Cup inklusive, ohne den Welttorhüter statt.

Auf die Nachfrage "Es hätte Sie also doch gereizt?" antwortet Neuer diplomatisch: "Wir wollen kein Risiko eingehen, ich war ja vier Monate weg. Ich habe mit dem Bundestrainer und mit Andreas Köpke abgesprochen, dass ich in Bremen mein erstes Spiel nach vier Monaten mache und dabei mal schaue, wie alles so funktioniert. Normalerweise hat man ja eine Vorbereitung mit Testspielen und dann gewöhnt man sich wieder an alles."

Hatte Neuer nicht. Doch weil die Zeit so knapp war, entschied man sich, auf Neuer im ersten Länderspiel-Block des Herbstes zu verzichten. "Die Absage ist eine logische Entscheidung", erklärte der Bayern-Torhüter, "die Verantwortlichen wollen natürlich nicht, dass jetzt wieder etwas passiert. Im nächsten Sommer steht ja die WM in Russland an." Mit ihm als Titelverteidiger-Torwart.

Die Mini-WM Confed Cup mit dem DFB-Perspektivteam hat er während seines Urlaubs verfolgt. Hat sich nun Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona als Nummer zwei etabliert, will die AZ wissen. Neuer: "Ich kann nichts dazu sagen, was hinter mir passiert. Wer die Nummer zwei ist, wurde nie ausgesprochen von den Verantwortlichen der Nationalelf."

Neuer: Ich bin die Nummer Eins!

Will heißen: Ich bin die Eins! Neuer weiter: "Man wird sehen, wie sich das weiterentwickelt. Ich weiß nur, dass wir vier sehr gute Torhüter haben – auch die drei, die nun im Kader stehen (neben ter Stegen noch Bernd Leno und Kevin Trapp, d.Red.). Auf der Torhüter-Position haben wir keine Probleme. Ich drücke den Jungs die Daumen und werde weiterhin gut arbeiten." Allerdings an der Säbener Straße.

„Wir haben, glaube ich, fünf Spieler im Training kommende Woche wegen der Länderspiel-Abstellungen, davon drei Torhüter“, sagte Neuer schmunzelnd. „Aber trotzdem: Ich muss jetzt weiter an meiner Fitness und der Routine in den Abläufen arbeiten. Wenn man so lange weg ist, helfen einem Spiele und Spielformen am meisten.“ Belastung und Fokus seien dann ganz anders als im Training.

Die hätte er in Tschechien und Stuttgart auch haben können. „Ich bin einfach froh, dass ich wieder dabei bin – das ist jetzt das Wichtigste“, sagte er noch. „Und dass ich gesund bleibe.

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