Kaum einer hat noch eine Zukunft: Kann der FC Bayern seine Leihspieler zu Geld machen?

Stand jetzt kehren im Sommer elf verliehene Spieler zum FC Bayern zurück – wirklich geplant wird aber mit keinem davon. Max Eberl und Christoph Freund sind nun als Verkäufer gefragt. So ist der Stand bei Alexander Nübel, Joao Palhinha und Co.
Bernhard Lackner |
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Bayerns Sportdirektor Christoph Freund und Sportvorstand Max Eberl.
Bayerns Sportdirektor Christoph Freund und Sportvorstand Max Eberl. © IMAGO/Frank Hoermann

Einen großen personellen Umbruch wird es beim FC Bayern in diesem Sommer nicht geben. Warum auch? Unter Vincent Kompany hat der Kader, der vor der vergangenen Saison von vielen Experten und Beobachtern mit Blick auf vermeintlich fehlende Qualität und Quantität kritisiert worden war, phasenweise herausragenden Fußball gespielt und sich endgültig wieder als eines der bestens Teams Europas etabliert.

Ein paar Nachbesserungen sollen in den kommenden Wochen und Monaten aber schon vorgenommen werden. Neben einem zentral und auf der linken Seite einsetzbaren Abwehrspieler als Ersatz für Verkaufskandidat Hiroki Ito suchen die Bosse des Rekordmeisters außerdem nach einer neuen Offensivkraft, die ebenfalls zentral und auf dem linken Flügel spielen kann, um unter anderem Vielspieler Luis Díaz zu entlasten.

FC Bayern will Gordon, doch der wäre extrem teuer

Als Top-Kandidat haben die Verantwortlichen laut übereinstimmenden Medienberichten Anthony Gordon von Newcastle United auserkoren. Das Problem: Der 17-malige englische Nationalspieler hat bei den Magpies noch einen langfristigen Vertrag bis 2030, der keine Ausstiegsklausel enthält. Zudem sollen mehrere Klubs aus der zahlungskräftigen Premier League ebenfalls Interesse am 25-Jährigen zeigen.

Aktuell bei Newcastle United unter Vertrag: Anthony Gordon.
Aktuell bei Newcastle United unter Vertrag: Anthony Gordon. © IMAGO

Alles Umstände, die die Ablöse enorm in die Höhe treiben. Wie aus England zu hören ist, soll Newcastle für Gordon rund 90 Millionen Euro fordern. Eine Summe, die die Bayern nicht bezahlen werden. Sie sollen lediglich bereit sein, 60 Millionen für den Angreifer zu bezahlen, was laut dem Portal "transfermarkt.de" auch seinem Marktwert entspricht.

Eberl und Freund müssen auch heuer wieder Spieler verkaufen

Klar ist aber auch: Um auf dem Transfermarkt in diesem Sommer über den nötigen Handlungsspielraum zu verfügen, wird die sportliche Führung um Max Eberl und Christoph Freund wie schon im vergangenen Jahr Geld über Spielerverkäufe einnehmen müssen. Zum Beispiel, in dem man Leihspieler abgibt.

Insgesamt haben die Bayern aktuell elf Spieler an andere Klubs verliehen – eine Zukunft beim Rekordmeister hat kaum einer davon. Prominenteste und dringlichste Personalie ist Nationalspieler Alexander Nübel, der die vergangenen drei Spielzeiten bei Pokalfinal-Gegner VfB Stuttgart verbracht hat. Stand jetzt kehrt der 29-Jährige im Sommer nach München zurück. Die Bayern-Verantwortlichen haben aber bereits betont, dass man fest mit dem Torhüter Trio Manuel Neuer, Jonas Urbig und Sven Ulreich plant und Nübel künftig keine Rolle spielen wird.

Nübel stehen bis Vertragsende noch 44 Millionen Euro zu

Ein Verkauf des Keepers gestaltet sich allerdings schwierig. Nübel wurde im April 2024 mit einem Top-Vertrag bis 2030 ausgestattet, der ihm pro Jahr bis zu elf Millionen Euro an Gehalt einbringen soll. Bis zu seinem Vertragsende stehen dem Torhüter also nur rund 44 Millionen Euro zu. Umso wichtiger wäre es für Eberl und Freund, den 29-Jährigen schnellstmöglich von der Gehaltsliste zu bekommen. Die Zahl der Klubs, die ein derartiges Salär zahlen, ist allerdings überschaubar.

Alexander Nübel hat beim FC Bayern noch vier Jahre Vertrag, aber keine Zukunft mehr.
Alexander Nübel hat beim FC Bayern noch vier Jahre Vertrag, aber keine Zukunft mehr. © IMAGO/Joaquim Ferreira

Nübel ist allerdings nicht der einzige Leih-Rückkehrer, bei dem sich die Bayern das Gehalt einsparen und im Optimalfall noch eine Ablöse kassieren wollen. Am lukrativsten wäre aller Voraussicht nach ein Verkauf von Mittelfeldspieler Joao Palhinha. Der Portugiese wurde vergangenen Sommer an Tottenham Hotspur ausgeliehen. Ob die Londoner die Kaufoption in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro ziehen, ist aber noch völlig offen – zumal die Londoner nach einer Horror-Saison den Klassenerhalt rechnerisch noch immer nicht gesichert haben. Vor dem letzten Spieltag liegt Tottenham nur zwei Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt.

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Zieht es Palhinha zurück zu Ex-Klub Sporting Lissabon

Im Falle eines Abstiegs wäre eine feste Palhinha-Verpflichtung endgültig vom Tisch – nicht zwingend aber auch ein Bayern-Abgang. Zuletzt berichtete die portugiesische Zeitung "A Bola", dass Ex-Klub Sporting Lissabon Interesse an einer Verpflichtung habe. Bei einem Wechsel würden die Münchner allerdings deutlich weniger Ablöse kassieren als die rund 50 Millionen Euro, die vor zwei Jahren bei Palhinhas Verpflichtung an den FC Fulham überwiesen wurden.

Joao Palhinha kämpft mit Tottenham Hotspur noch immer um den Klassenerhalt in der Premier League.
Joao Palhinha kämpft mit Tottenham Hotspur noch immer um den Klassenerhalt in der Premier League. © IMAGO/Dennis Goodwin

Viele Leih-Rückkehrer haben beim FC Bayern keine Zukunft

Weitere potenzielle Verkaufskandidaten unter den Leih-Rückkehrern sind Sacha Boey (aktuell an Galatasaray verliehen), Bryan Zaragoza (AS Rom) oder Daniel Peretz (FC Southampton). Auch die Youngsters Armindo Sieb (FSV Mainz 05), Tarek Buchmann (1. FC Nürnberg) oder Lovro Zvonarek (Grasshoppers Zürich) werden in der ersten Mannschaft aller Voraussicht nach keine Zukunft haben und dürfen gehen.

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