Kapitänsamt bei den Bayern: Das sagt Joshua Kimmich

Joshua Kimmich spricht über Bayerns Neuanfang mit Jupp Heynckes, seine Erwartungen an den Coach und Hierarchie. "Ich brauche nicht die Binde am Arm, um meine Meinung sagen zu können."
| Julian Buhl
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Begriffe wie "Shootingstar" oder "Youngster" passen bei ihm mittlerweile nicht mehr: Bayerns Rechtsverteidiger Joshua Kimmich.
Uwe Anspach/dpa Begriffe wie "Shootingstar" oder "Youngster" passen bei ihm mittlerweile nicht mehr: Bayerns Rechtsverteidiger Joshua Kimmich.

München - Bei Bundestrainer Joachim Löw ist Joshua Kimmich längst gesetzt, absolvierte zuletzt 23 seiner 24 Länderspiele in Folge über die kompletten 90 Minuten. Gegen Aserbaidschan übernahm er zum wiederholten Mal sogar die Kapitänsbinde.

Auch bei Bayern ist der 22-Jährige in dieser Saison durchgestartet, verpasste keine einzige Minute der elf Pflichtspiele. Selbst die Total-Rotation von Carlo Ancelotti konnte ihm nichts anhaben. Mit der Rückholaktion von Ex-Coach Jupp Heynckes hat der FC Bayern einen Neuanfang eingeläutet. Am Rande eines Sponsorentermins äußerte sich Kimmich unter anderem dazu.

Kimmich über ...:

... die Aufbruchstimmung beim FC Bayern: "Natürlich hat sich was verändert, wenn man einen neuen Trainer hat. Man merkt an der Stimmung schon, dass man etwas verändern möchte, dass man wieder in die Erfolgsspur kommen möchte. Der Trainer, wir Spieler, der Verein. Es war viel Feuer im Training, jeder hat Gas gegeben. Es sollte aber der Anspruch von uns allen sein, das so oder so jeden Tag zu machen."

... Heynckes’ Ansatzpunkte: "Das ist eine gefährliche Frage, weil man aus den Antworten ableiten könnte, dass man nachtritt. Das will ich nicht. Für uns Spieler ist es wichtig, dass wir wieder auf unser Level kommen. Es geht um Fitness, Taktik, das Mentale. Dass wir Spieler wieder bei 100 Prozent sind und als Team wieder besser funktionieren. Da muss jeder bei sich selber anfangen. Wenige Spieler können sagen, dass sie auf Top-Niveau und an ihrem Limit waren. Wir haben so viel Qualität. Wenn jeder sein Top-Level erreicht, dann funktionieren wir auch wieder als Mannschaft. Der Trainer muss da mithelfen, auch mannschaftstaktisch."

... Sorgen um seinen Stammplatz: "Die ersten Spiele habe ich zwar alle gemacht und habe keine einzige Minute verpasst. Trotzdem muss es nichts Schlechtes sein, wenn ein neuer Trainer kommt. Ich hatte jetzt meinen Stammplatz und den will ich natürlich auch behalten. Auf der anderen Seite ist Heynckes ein weiterer Weltklassetrainer, den ich mit meinen 22 Jahren habe. Es ist für mich als junger Spieler gut, von verschiedenen Trainern zu lernen. Das ist immer auch eine Chance, Neues mitzunehmen."

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... Gespräche mit Heynckes: "Auf dem Trainingsplatz ist er schon ein, zwei Mal hergekommen und hat mir ein paar Dinge gesagt und gezeigt, die ich vielleicht auch verbessern muss. Da ging es um Kleinigkeiten, die am Ende aber nun mal wichtig sind."

... seinen Platz in Heynckes’ neuer Hierarchie: "Es ist nicht mein Ziel, zu sagen: Ich muss in dieser Hierarchie jetzt unbedingt klettern. Ich glaube, dass man in der Mannschaft und im Verein Anerkennung bekommt, wenn man seine Leistung bringt. Das ist das, was ich beeinflussen kann. Ich glaube, wenn man das konstant abliefert, dass man dann automatisch in so ein Hierarchie-Gebilde hineinwächst."

... seine Kapitänsrolle beim DFB: "Ich habe es gegen Aserbaidschan zuerst gar nicht mitbekommen, dass Thomas vom Feld geht und war etwas überrascht. Natürlich ist das für mich ein Riesenmoment. Ich durfte ja beim Confed Cup die Binde schon zwei Mal tragen. Das macht mich natürlich stolz, dass ich für die Nationalmannschaft überhaupt spielen darf und erst recht, wenn ich dann auch noch die Kapitänsbinde tragen darf. Das ist ein Riesengefühl. Ich kann nicht mal sagen, dass das ein Kindheitstraum war, weil man als Kind gar nicht so weit denkt. Da war mein Ziel, irgendwann Nationalspieler zu werden. Das war jetzt schon ein Moment, der für mich nicht so vorhersehbar war, sehr speziell."

... das Kapitänsamt beim FC Bayern: "Ich war in der Jugend das ein oder andere Mal Kapitän. Es ist schon eine Rolle, die schön ist. Sie bedeutet, dass man in der Mannschaft hohes Ansehen hat, beim Trainer und im Verein. Das ist aber etwas, wo man hineinwachsen muss, über kontinuierliche Leistungen. Aber ich brauche jetzt nicht die Binde am Arm, um meine Meinung sagen zu können."

... Impulse, die er von Heynckes erwartet: "Einige. Mit 22 ist man noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. Da hat man noch sehr viel Luft nach oben, sehr viele Dinge, die man verbessern kann. Darauf hofft man natürlich auch als Spieler: von einem neuen Trainer wieder Neues mitzunehmen, dass man Dinge gezeigt bekommt, die man vorher noch nicht gesehen hat und so als Spieler kompletter zu werden."

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