"Kann es reichlich diskutieren": Handelfmeter von Davies sorgt beim FC Bayern für Unverständnis

Der FC Bayern verliert in einer irren Partie bei Paris Saint-Germain mit 4:5. Der Handelfmeter von Alphonso Davies sorgt nach dem Spiel für Diskussionen.
von  Kilian Kreitmair
Stand gegen Paris Saint-Germain mit seinem Handelfmeter im Fokus: Alphonso Davies.
Stand gegen Paris Saint-Germain mit seinem Handelfmeter im Fokus: Alphonso Davies. © IMAGO

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommen der FC Bayern und Paris Saint-Germain daher. Beide Teams zeigten am Dienstagabend im Parc de Princes eindrucksvoll, dass sie derzeit über die besten Offensivreihen der Welt verfügen. Traumtore, Blitzangriffe, Dribblings. Fußballherz, was willst du mehr? Wäre da nicht eine Szene kurz vor der Pause gewesen, ein strittiger Handelfmeter – zumindest, wenn es nach den Bayern geht. 

Videoschiedsrichter griff bei der Szene ein

"Der Handelfmeter vor der Pause war unglücklich", formulierte es Joshua Kimmich in der Mixed-Zone. Deutlich klarer in der Wortwahl wurde da schon Manuel Neuer, der allerdings vorausschicken musste: "Ich kann da jetzt nicht nach Bildern gehen, sondern nach der Spielsituation." Ginge es danach, hätte der Kapitän für die Aktion von Alphonso Davies "auf keinen Fall" auf den Punkt gezeigt. 

Doch der Schweizer Schiedsrichter Sandro Schärer tat es in jener Nachspielzeit der ersten Hälfte, weil er eben die Videos nochmal anschaute. Anweisung vom VAR. Videoschiedsrichter Carlos del Cerro Grande aus Spanien hatte ihm den Befehl aufs Ohr gegeben. In der Review-Area entschied er letztlich auf Strafstoß, den Ousmane Dembélé (45.+5) eiskalt zum zwischenzeitlichen 3:2 verwandelte. 

Zeigte nach dem Blick auf dem Monitor sofort auf den Punkt: Schiedsrichter Sandro Schärer.
Zeigte nach dem Blick auf dem Monitor sofort auf den Punkt: Schiedsrichter Sandro Schärer. © IMAGO

Eberl: "Es ist unglücklich, dass er die Arme erst hinter dem Körper hat"

Was war genau passiert? Eine Dembélé-Flanke landete aus kurzer Distanz unglücklich von Davies Hüfte an der Hand. Unglücklich deshalb, weil der Kanadier die Hand lange hinter dem Rücken hielt und sie in einem aus Bayern-Sicht ungünstigen Zeitpunkt kurz ausfuhr. "Für mich sah es jetzt nicht so aus, als würde er mit der Hand aktiv versuchen, die Flanke zu verhindern", meinte Neuer. 

Ähnlich sah es Sportvorstand Max Eberl, der die TV-Aufnahmen gesehen hatte. "Man kann es reichlich diskutieren", holte der Niederbayer aus: "Es ist unglücklich, dass er die Arme erst hinter dem Körper hat. Dann geht er kurz raus und wieder zurück. Diese zwei Bewegungen wertet er. Er hat es leider gepfiffen." Geht es nach dem Regelwerk, muss der das auch. Denn nach diesem hat Davies mit der Bewegung seines Arms die Abwehrfläche vergrößert. 

Elfmeter nach Regelwerk richtig

Nur wenn der Ball zuvor zum Beispiel auf die Brust statt auf die Hüfte gegangen wäre, hätte Schärer den Elfmeter nicht geben müssen. So blieb ihm am Ende nichts anderes übrig, den sofort reklamierenden Pariser den Strafstoß im Nachfassen zuzusprechen.

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