Jens Scheuer: Mia san mia? Ich bin ich

Trainer Jens Scheuer will die Frauen des FC Bayern in Europas Spitze führen. Er will "das Spiel dominieren".
| Sebastian Kratzer
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Seit Sommer Trainer beim FC Bayern: Jens Scheuer.
FC Bayern Seit Sommer Trainer beim FC Bayern: Jens Scheuer.

München - Auf die Frage, ob der neue Trainer der Frauenfußballerinnen des FC Bayern, Jens Scheuer, das Bayern-Gen "Mia san Mia" schon verinnerlicht habe, antwortete dieser trocken: "Ich könnte jetzt sagen, ich bin ich." Zumindest die Grundaussagen beider Mottos scheinen sich nicht groß voneinander zu unterscheiden.

Die Zukunft der Bayern-Frauen

Während die Männer den deutschen Fußball seit Jahrzehnten dominieren, mussten sich die Frauen in den vergangenen Jahren aber dem großen Konkurrenten VfL Wolfsburg sowohl in der Liga als auch im Pokal geschlagen geben. Zuletzt konnte man 2016 die Meisterschaft gewinnen – ein Zustand, der sich mit Scheuer nun wieder ändern soll. Er ist zum FC Bayern gekommen, um Titel zu gewinnen. Und er will sogar noch mehr: "Man muss im Leistungssport den Ehrgeiz besitzen, der Beste in ganz Deutschland zu werden – und auch der Beste in Europa."

Eine Denkweise, die den Verantwortlichen wohl imponiert hat. Er selbst fühlt sich geehrt, mit der Aufgabe betraut worden zu sein: "Ich bin sehr froh, für einen so tollen Verein Trainer sein zu dürfen und sehe das als Privileg an, dass ich dafür ausgesucht worden bin."

Scheuer über Achtelfinalduell

Für Scheuer entstand mit der neuen Aufgabe auch ein neuer fußballerischer Anreiz. "Ich will mit meiner Mannschaft das Spiel dominieren, und das will ich auch gegen starke Gegner wie Wolfsburg versuchen", sagte der 41-Jährige vor dem Achtelfinalduell mit dem VfL Wolfsburg am Samstag (14 Uhr/live im BR) im DFB-Pokal: "Das ist ein hohes Ziel, und es wartet auch eine Menge Arbeit auf uns, allerdings will ich diesen Schritt mit dem FC Bayern gehen."

Scheuer war zuvor vier Jahre lang bei der Frauenabteilung des SC Freiburg als Cheftrainer tätig und überzeugte dort mit erfrischendem Offensivfußball. Für ihn spielten schon damals neben der Taktik auch Spielfreude und Freiheiten auf dem Platz eine große Rolle: "Ich bin keiner, der auf totale Kontrolle aus ist." Seine menschliche Seite als Trainer wurde unter anderem von Christian Streich geprägt, unter dem er als Jugendlicher beim SC Freiburg selbst aktiv spielte.

 Ähnlich wie Streich steht für ihn gegenseitiges Vertrauen über allem, um erfolgreich Fußball spielen zu können. Dieses Vertrauen habe er mit seiner neuen Mannschaft immer mehr aufgebaut. Die Auswärtsreise ins 4.500 Kilometer entfernte Schymkent in Kasachstan soll der entscheidende Schlüsselpunkt gewesen sein. Durch tagelanges Auskommen auf engem Raum sei ein regelrechter Team-Spirit entstanden. Sein persönliches Fazit nach der Reise: "Jetzt ist es meine Mannschaft!" Für die Ambitionen des FC Bayern scheint der richtige Trainer gefunden.

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