Kuriose Szene bei Bayern-PK: Plötzlich wird Kompany zum Dolmetscher

Vincent Kompany lobt Minjae Kim, der unbedingt bleiben will – und verrät dessen spezielles Talent. Klare Worte für Sacha Boey, Joao Palhinha und Bryan Zaragoza.
Christina Stelzl
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Viel Lob von Trainer Vincent Kompany (li.) für Bayern-Profi Minjae Kim.
Viel Lob von Trainer Vincent Kompany (li.) für Bayern-Profi Minjae Kim. © picture alliance/dpa

Eine Pressekonferenz der ganz besonderen Art. Am Montag stellte sich auf der südkoreanischen Insel Jeju, bekannt für ihren Mandarinen-Export, neben Vincent Kompany passenderweise auch Landsmann Minjae Kim den Fragen der Journalisten. So weit, so normal.

Doch als die erste Frage auf Deutsch gestellt wurde, entschuldigte sich der Dolmetscher, dass eine Übersetzung vom Deutschen ins Koreanische oder Englische nicht möglich sei. Nur vom Englischen ins Koreanische ginge das. Kompany lachte und fragte in die Runde: "Aber wer übersetzt denn die deutschen Fragen für Minjae?" Letztendlich war es Kompany selbst, der von Deutsch auf Englisch übersetzte. Kompany der Dolmetscher.

Kim freut sich auf Zeit in seiner Heimat: "Eine sehr bedeutende Zeit für mich"

Nach den Startschwierigkeiten konnte die erste PK auf der Audi Summer Tour losgehen. "Ich bin sehr froh, mit der Mannschaft hier zu sein, es ist eine sehr bedeutende Zeit für mich in Korea", sagte der 29-jährige Kim.

Im Anschluss fand im Jeju World Cup Stadium das Abschlusstraining vor dem ersten Testspiel in Asien am Dienstag (13 Uhr MESZ im AZ-Liveticker) gegen Bayerns Partnerverein Jeju SK FC statt.

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Natürlich mit dabei und gegen Jeju, wie bereits beim Test gegen Rottach-Egern (15:0), wieder in der Startformation wird Abwehrhüne Kim sein. Zusammen mit Jonathan Tah, Dayot Upamecano weilt derzeit noch im Sonderurlaub nach der WM.

Abgang vom FC Bayern für Kim kein Thema

Beim immer wieder als Wechselkandidat gehandelten südkoreanischen Star ist ein Abgang derweil kein Thema. "Ich bin sehr froh, bei Bayern zu sein und sehr zufrieden", sagte der Innenverteidiger. "Ich habe einige Spiele absolviert und da immer mein Bestes gegeben und alles auf dem Platz gelassen. Ich hoffe, dass ich diese Saison viele Einsätze erhalte vom Trainer und bleiben kann."

Kim kam in der vergangenen Saison auf 37 Pflichtspiel-Einsätze, hatte aber in den wichtigen Duellen stets das Nachsehen gegenüber dem Stamm-Duo Tah und Upamecano. "Ich bin sehr froh, mich mit Tah und Upamecano messen zu können. Wir haben in jeder Saison bei Bayern einen großen Wettkampf um die Plätze, aber auch ein gutes Verhältnis. Und wir sprechen viel über die Situationen, daher bin ich sehr zufrieden, ich kann viel lernen."

Auch Kompany wollte von einem Kim-Abgang nichts wissen. "Das Wichtige ist, dass man sich beweist auf dem Feld. Ich muss Minjae ein Kompliment machen: Wie er sich darstellt, was er leistet auf dem Platz – und dass er nicht redet", erklärte der Coach des Rekordmeisters.

Kuchen in Form des Stadions zum Abschluss der PK für Kim und Kompany
Kuchen in Form des Stadions zum Abschluss der PK für Kim und Kompany © picture alliance/dpa

Kompany begrüßt die klare Linie bei Palhinha, Boey und Zaragoza

"Er ist in jeder Situation mit der richtigen Antwort da: Seine Leistungen waren immer top für uns. Für mich ist es wichtig zu sehen, dass er leistet, was er tut. Und entsprechend müssen die anderen auch Leistungen bringen."

Konkret wurde Kompany hingegen bei den drei Wechselkandidaten der Münchner. Der Belgier begrüßt die klare Linie des FC Bayern gegenüber João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza. "Ich finde, es ist positiv, dass der Verein mit den Spielern klar kommuniziert. Ich als Spieler hätte das damals auch gewollt. Der Klub hat ein klares Statement abgegeben, da sind wir auf einer gemeinsamen Linie", sagte der Coach bei seiner ersten Pressekonferenz in der Vorbereitung.

Sportvorstand Max Eberl hatte zuletzt erklärt, dass die drei Leihrückkehrer in der Transferperiode abgegeben werden sollen. "Wenn sich dann einer entscheidet, hierzubleiben, dann wird es relativ hart und kompliziert für ihn, weil er eben keine große Rolle spielen wird", hatte der 52-Jährige gesagt.

Kompany verrät Kims spezielles Talent

Bei Kim hingegen, der im Sommer 2023 für rund 50 Millionen Euro vom SSC Neapel an die Isar wechselte, hob Kompany zum Abschluss nochmals dessen besondere Eigenschaften hervor: "Er ist wirklich ein Abwehrmonster und richtig schnell! Ich halte sehr viel von ihm als Fußballer", sagte Kompany und überraschte: "Aber er hat auch einen tollen Humor. Das ist sicher etwas, was die wenigsten von ihm wissen." Genauso wie von Kompanys Dolmetscher-Qualitäten.

Am Ende gab es für Kompany und Kim einen Kuchen in Form des Stadions – natürlich mit Mandarinen...

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