Immer ein bisschen weniger Spielzeit: Verliert Bayern-Star Pavlovic seinen WM-Stammplatz?

Aleksandar Pavlovic offenbart gegen Ecuador Schwächen und muss sich im Sechzehntelfinale steigern. Reißt Julian Nagelsmann sein Sechser-Duo gar auseinander? Leon Goretzka ist im Mittelfeld-Ranking abgerutscht.
Patrick Strasser |
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Aleksandar Pavlovic gerät zunehmend unter Druck.
Aleksandar Pavlovic gerät zunehmend unter Druck. © IMAGO/Goal Sports Images

Jedes Mal, bei jedem Einsatz ein bisschen weniger Spielzeit. Beim WM-Auftakt gegen Außenseiter Curacao (7:1) hatte Aleksandar Pavlovic komplett durchgespielt. Es war seine Premiere auf der großen Bühne WM, überhaupt sein erster Turnier-Einsatz, da er auf die Heim-EM 2024 wegen einer Mandelentzündung hatte verzichten müssen.

Als der Bayern-Profi im zweiten Gruppenspiel gegen die physisch starken Spieler der Elfenbeinküste im Mittelfeldzentrum mehr und mehr Probleme bekam, wurde er nach 60 Minuten ausgewechselt. Es war der Moment, als Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem 0:1-Rückstand den Sieg einwechselte.

Kimmich: "Wir laden den Gegner mit Ballverlusten immer wieder ein"

Beim abschließenden Gruppenspiel in New Jersey gegen Ecuador (1:2) durfte er nur eine Halbzeit mitmachen. Weil er kurz vor der Pause eine Gelbe Karte – die erste und bisher einzige der deutschen Nationalelf bei dieser WM – wechselte ihn Nagelsmann aus. Nicht nur deshalb. Pavlovic' Leistung im Aufbauspiel und vor allem gegen den Ball, in den Zweikämpfen, ließ zu wünschen übrig. Er hatte keine Kontrolle über das Spiel im Maschinenraum, dem Epizentrum der Ballkontakte, verlor hin und wieder die Übersicht, wurde hektisch.

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"Wir laden den Gegner mit Ballverlusten immer wieder ein, machen ihn dadurch stark", analysierte Kapitän Joshua Kimmich pauschal und erklärte: "Wir müssen die Ballverlustquote minimieren, dann können wir jeden schlagen." Zu 99 Prozent, so Berechnungen findiger Mathematiker, heißt der Gegner im Sechzehntelfinale am Montag (22.30 Uhr, ARD & MagentaTV) in Foxborough bei Boston: Paraguay. Wieder eine südamerikanische Mannschaft, die mit viel Leidenschaft und Emotion spielt, mit hoher Körperlichkeit. Allerdings individuell ohne die Top-Spieler, die Ecuador (Rang 24 der Fifa-Weltrangliste) aufzubieten hatte.

Kapitän Joshua Kimmich.
Kapitän Joshua Kimmich. © IMAGO/DeFodi.de

Nagelsmann will sein Sechser-Duo nicht auseinanderreißen

Das Mittelfeldzentrum wird extrem gefordert sein. Nagelsmann will sein Sechser-Duo Pavlovic (22) und Felix Nmecha (25), der das schwächste seiner bisherigen drei Spiele bei der WM machte, nicht auseinanderreißen. Vor allem Pavlovic, sonst beim FC Bayern an der Seite von Joshua Kimmich, als zuverlässige Ballmaschine bekannt, muss sich steigern. Fehlt ihm Kimmich, im DFB-Team Rechtsverteidiger mit Drang zur Mitte im Ballbesitz?

Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Bundestrainer Julian Nagelsmann. © IMAGO/William Volcov

"Mit dem Ball erwarte ich mehr Klarheit, mehr Dominanz. Wir sind nicht Weltspitze. Wir sind aber auch nicht schlecht. Wir sind da", erklärte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger, früher selbst zentraler Mittelfeldspieler. Der Ex-Bayer warnte: "Gegen Mannschaften, die robust sind im Zweikampf, technisch gut sind und gegen den Ball gut arbeiten, hinten gut stehen, tun wir uns extrem schwer." Was gegen Paraguay, den 37. der aktuellen Weltrangliste, erneut droht. "Wenn du körperlich unterlegen bist, musst du klarer spielen", forderte Schweinsteiger und findet: "Da haben wir deutlich Luft nach oben."

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Stiller in der Sechser-Hierarchie noch vor Goretzka

Und wenn Nagelsmann doch zur Überzeugung kommt, im Sechzehntelfinale Pavlovic rauszulassen, weil seine Formkurve nach unten zeigt? Welche Spieler wären die Alternativen? Angelo Stiller durfte in der zweiten Halbzeit gegen Ecuador sein WM-Debüt geben, hielt ordentlich dagegen, war allerdings zu brav und manchmal recht statisch im Spielaufbau. Der 25-jährige Münchner vom VfB Stuttgart rangiert jedoch in der Sechser-Hierarchie noch vor Leon Goretzka, der bislang nur zwei Kurzeinsätze sammeln konnte.

Leon Goretzka sammelte bisher nur zwei Kurzeinsätze.
Leon Goretzka sammelte bisher nur zwei Kurzeinsätze. © IMAGO/DeFodi.de

Was für eine Enttäuschung und ein Absturz für den 31-Jährigen, der den FC Bayern mit dem Ende dieser Saison nach acht Jahren verlassen musste, weil sein Vertrag nicht verlängert wurde. Von den sechs WM-Qualifikationsspielen im Herbst bestritt er fünf von Anfang an (vier über die volle Distanz), wurde einmal eingewechselt. In den letzten fünf Länderspielen (WM-Vorrunde plus beide Vorbereitungsspiele) kommt Goretzka auf gerade einmal etwas mehr als 30 Minuten Spielzeit. Der Dortmunder Nmecha hat ihm den Stammplatz unter Nagelsmann weggeschnappt. Falls nun Pavlovic doch raus müsste, würde Stiller reinkommen. Pascal Groß (35/Brighton & Hove Albion) ist offensiver ausgerichtet und im Ranking der zentralen Mittelfeldspieler nur die Nummer fünf.

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  • d.peter vor 54 Minuten / Bewertung:

    Warum wohl Kimmich jedesmal sich über die bereits schon zur Gewohnheit gewordenen Fehlpässe beschwert.Er sollte endlich mal mit seinen unnötigen gefährlichen Dribblings im eigenen 16m Raum aufhören.Er hat ja selbst schon einige unnötige Tore mit seinen unüberlegten Zauberkünsten verursacht.Was stimmt,sind wie bei Bayern München unzählige Ballverluste,Stoppfehler,und diese Fehlpassorgien vieler Spieler,die ihresgleichen suchen.Pavlovic ist bei den Pässen auch nur sicher,wenn er einige Meter den Ball jemandem zuschiebt.Ansonsten ist er genauso wie der größte Teil der Mannschaft technisch unausgereift.Anstatt mit dem Finger auf viele andere zu zeigen,sollte Kimmich sich als erster bei seiner Nase nehmen.

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