Im Spiel beim FC Bayern: Wolfsburger Draxler voraussichtlich nicht dabei

Nach den Pfiffen von den eigenen Fans ist nicht sicher, ob der Wolfsburger Julian Draxler am Samstag fürs Bundesligaspiel beim FC Bayern nominiert wird. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus wirft Draxler "Charakterschwäche" vor.  
| dpa/az
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Schwierige Zeiten für Wolfsburgs Nationalspieler Julian Draxler.
dpa Schwierige Zeiten für Wolfsburgs Nationalspieler Julian Draxler.

Nach den Pfiffen von den eigenen Fans ist nicht sicher, ob der Wolfsburger Julian Draxler am Samstag fürs Bundesligaspiel beim FC Bayern nominiert wird. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus wirft Draxler "Charakterschwäche" vor.

Wolfsburg/München - Trainer Valérien Ismaël hat die Nominierung von Mittelfeldspieler Julian Draxler für das Spiel am Samstag beim FC Bayern offen gelassen. Es gebe "noch keine Entscheidung", sagte der Coach des kriselnden Bundesligisten VfL Wolfsburg am Dienstag nach dem Training.

Zuvor hatte er ein Einzelgespräch mit dem 23 Jahre alten Nationalspieler geführt. Der am vergangenen Samstag von den eigenen Fans ausgepfiffene Profi habe bei der ersten Übungseinheit nach dem 2:3 gegen Hertha BSC "normal trainiert", berichtete der Trainer.

Er erwarte "nichts besonderes" von dem Spieler, der seinen im Sommer geäußerten Wechselwunsch nach der Niederlage gegen die Berliner wiederholt hatte. Der VfL-Coach betonte, "dass ich nicht tagelang einzelne Spieler thematisieren möchte. Die Gesamtsituation des Klubs ist wichtiger."

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Der VfL ist auf Rang 15 abgerutscht. Zu den Pfiffen der eigenen Anhänger sagte Ismaël: "Das war unschön. Das war aber zum großen Teil selbst verschuldet." Im Fußball gebe es die Chance, "das durch Leistung gerade zu rücken". Ob Draxler das im Trikot des VfL Wolfsburg wirklich kann, blieb allerdings offen.

Matthäus wirft Draxler "Charakterschwäche" vor

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus rät sämtlichen Klubs ab, den Mittelfeldspieler zu verpflichten. "Ich sage es ganz deutlich: Als großer Verein würde ich aktuell Draxler nicht verpflichten", schreibt Matthäus in seiner Kolumne in der "Sport Bild": "Zum einen wegen seiner Charakterschwäche, zum anderen, da er zwar ein Talent ist, aber noch nicht dauerhaft unter Beweis gestellt hat, auf hohem Niveau den Unterschied zu machen."

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Zudem ist Matthäus sicher, dass sich der VfL auf einen Verlust beim Verkauf des wechselwilligen Nationalspielers einstellen muss. "Ich glaube nicht, dass der Verkauf von Julian Draxler dem VfL Wolfsburg trotz des langfristigen Vertrags mehr einbringt, als die 33 Millionen Euro plus sieben Millionen Euro Bonus, die Wolfsburg für ihn zahlte", erklärte Matthäus: "Sein Marktwert hat in den vergangenen Jahren schwer gelitten."

"Zeichen stehen auf Abschied"

Auch der frühere Wolfsburg-Profi Zvjezdan Misimovic äußerte sich zu einem möglichen Abgang von Weltmeister Draxler. "Alles deutet auf eine Trennung im Winter hin. Die Zeichen stehen auf Abschied. Ich habe schon am Anfang der Saison gesagt, dass es am besten gewesen wäre, man hätte eine Lösung für beide Seiten gefunden", sagte Misimovic in einem Interview mit "Sky Sport News HD".

Und er fügte hinzu: "Julian Draxler war anscheinend nicht mehr zufrieden und wollte den nächsten Karriereschritt machen. Es war klar, dass die Leistungen darunter leiden werden. Leider sind beide Seiten nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen."

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