Idee entstand beim Kaffeetrinken: Dante verrät seinen Weg zum Cheftrainer beim FC Bayern

Dante strahlte, als er in den Pressekonferenzraum an der Säbener Straße kam. Es war für den Brasilianer eine Reise in die Vergangenheit. Zurück in die Jahre 2012 bis 2015. Damals war er noch Verteidiger beim FC Bayern. Nun ist Dante Cheftrainer bei den Amateuren. "Hier hat sich ein bisschen was verändert", stellte er fest.
Bayern-Kontakt kam über Eberl
Das Trainingsgelände wurde im Laufe der Zeit immer wieder modernisiert. Auch von den Spielern ist nur noch Manuel Neuer übrig geblieben. Und selbst der ist aktuell noch im Urlaub. Dafür blieben zahlreiche Mitarbeiter dem Klub erhalten. "Ich habe mich riesig gefreut, die Leute wiederzusehen", so Dante.
Auch Sportvorstand Max Eberl. "Schon als er hierherkam, habe ich ihm gratuliert", sagte der mittlerweile 42-Jährige. Beide haben bei Borussia Mönchengladbach zusammengearbeitet. Dass Dante den Kontakt zu Eberl hielt, lohnte sich. Denn der Niederbayer war maßgeblich daran beteiligt, dass er den Trainerjob beim Rekordmeister bekam.

Dante feiert Pflichtspielpremiere gegen Eltersdorf
Ein Kaffee-Date öffnete Dante die Tür. "Ich war in München und habe ihn gefragt, ob wir einen Kaffee trinken wollen", verriet der Brasilianer, der erst vor wenigen Wochen seine Profikarriere bei OGC Nizza beendet hatte: "Ich habe ihm dann erzählt, dass ich unbedingt Trainer werden möchte."
Nachdem auch Sportdirektor Christoph Freund von dem Vorhaben überzeugt war, wurde der Deal eingefädelt. Und nun steht am Freitag (19 Uhr) gegen den SC Eltersdorf sein Pflichtspieldebüt als Übungsleiter an. Ob Dante aufgeregt ist, wollte die AZ wissen. "Natürlich", meinte er und grinste: "Fußball ist Emotion." Dante ist Emotion.
Dante fordert harte Arbeit, Disziplin und Professionalität
Schon als Spieler stand er für eine leidenschaftliche Spielweise. Diese Tugenden will Dante den Youngsters auch vermitteln. "Die Mannschaft soll mit Freude spielen", sagt der Coach, merkte aber noch im selben Atemzug an: "Hinter der Freude stehen harte Arbeit, Disziplin und Professionalität." Dante, der auch das verkörpert, will die Jungspunde so optimal auf die Profizeit vorbereiten.
Konkrete Trainervorbilder hat er für seine neue Aufgabe bei den Bayern nicht. Vielmehr baue seine Identität auf den Lehren aus seiner Zeit unter Jupp Heynckes, Pep Guardiola und Lucien Favre auf. "Ich nehme mir das Gute von Pep, von Jupp und Lucien", erklärte er. Aber auch Vincent Kompany ist jemand, von dem er sich viel abschauen will.

Dante will von Kompany lernen
Und hat das auch schon gemacht. Vor wenigen Tagen hielten die beiden eine XXL-Einheit mit sämtlichen Spielern der U23 und U19 an der Säbener Straße ab. Kompany wollte die Spieler sichten, Dante lernen. "Vinnie hat mir unglaublich geholfen, um zu verstehen, was ein Trainer braucht, um die Jungs zu entwickeln", schwärmte er.
Auch in Zukunft plant Dante, sofern es die Zeit zulässt, Einheiten von Kompany zu beobachten. Ohnehin wollen die beiden ehemaligen Verteidiger eng zusammenarbeiten. "Er hat Bock, junge Spieler zu entwickeln", sagt Dante. Und das ist etwas, das der ehemalige Bayern-Spieler von den Münchnern in der Art nicht gewohnt war.
Kompany nimmt Großteil des Dante-Kaders mit nach Wiesbaden
"Die jungen Spieler hatten damals nicht so viele Chancen wie jetzt unter Vinnie", gibt Dante zu: "Deswegen müssen sie jeden Tag hart arbeiten, um zu zeigen, dass sie zu ihm wollen." Dante möchte hier als Zulieferer für Kompany agieren: "Mein Hauptziel ist es, die Jungs als Spieler und Mensch zu entwickeln." Dass ihm seine besten Akteure in der Folge womöglich nicht immer zur Verfügung stehen, stört ihn nicht.
Schon bei seiner Heimpremiere muss er mit einem dezimierten Kader auskommen. Kompany nimmt einen Großteil seiner Spieler mit nach Wiesbaden, wo am Samstag (15.30 Uhr) das erste Testspiel gegen Wehen ansteht. "Ich habe mit Vinnie gesprochen und er wird meine Mannschaft nehmen", bestätigte Dante.

Dante freut sich schon auf das Derby gegen TSV 1860
Ob ihm so nach der Vorbereitung mit vier Pleiten am Stück der erste Sieg als Trainer gelingt? "Ich habe Vertrauen in mein Team", meint er. Klar ist: Dante will natürlich auch erfolgreich beim FC Bayern sein. Und gerade in einem Duell zeigen, wozu seine Talente in der Lage sind.
"Das Duell gegen Sechzig ist am 17. Oktober", sagt er. Schon jetzt fiebert Dante dem Spiel gegen den Lokalrivalen entgegen. "Im ersten Freundschaftsspiel haben mich die Fans auf das Derby angesprochen. Derbys sind mit mehr Emotionen und Adrenalin. Auf solche Spiele freust du dich."