Holger Badstuber: „Ich vermisse den Rasen“

Nach zwei Kreuzbandrissen spricht Holger Badstuber vom FC Bayern München in Doha über das absehbare Ende seiner Leidenszeit, über Tipps für Sami Khedira und aufmunternde Gesten von Pep Guardiola.
| Florian Bogner
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Holger Badstuber träumt von der WM in Brasilien. Auf der Pressekonferenz in Doha stellt er sich den Fragen der Journalisten
Holger Badstuber träumt von der WM in Brasilien. Auf der Pressekonferenz in Doha stellt er sich den Fragen der Journalisten

Doha - Holger Badstuber ist voller Zuversicht mit den Bayern nach Doha ins Trainingslager gereist. Der Verteidiger braucht aber noch viel Geduld bei seinem Reha-Programm. Dennoch träumt er von einer WM-Teilnahme in Brasilien. In der Pressekonferenz stellt er sich den Fragen der Journalisten.

Holger Badstuber über...

...seine Reha in Doha: „Ich vermisse den Rasen, vermisse das Spiel. Aber ich kann einschätzen, was noch alles kommen muss. Ich habe hier alles, was ich brauche, um die nächsten Schritte einzuleiten. Um Laufen zu können, muss die Muskulatur stimmen, die Stabilität. Es werden Reize gesetzt, dann muss ich immer wieder schauen, wie sich das Knie verhält. Ich bin oft im Wasser oder im Fitnessraum. Ich mache jetzt zweimal am Tag was, das alleine ist schon eine Umstellung fürs Knie.“

...den Zeitpunkt für den Einstieg ins Lauftraining: „Ich kann’s nicht so recht beurteilen, wann ich dafür bereit sein werde. Das lasse ich offen. Wenn’s so weit ist, ist es soweit.“

...die Ungeduld: „Ich brenne, will unbedingt auf den Platz. Vorsichtiger bin ich nach dem zweiten Kreuzbandriss jetzt nicht, nur erfahrener. Ich kann mit der Situation besser umgehen, bin gelassener geworden.“

...die Angst vor einem weiteren Rückschlag: „Habe ich überhaupt nicht im Kopf. Ich bin wieder gesund, ich brauche einfach nur Zeit, bis wieder alles reibungslos funktioniert.“

...die lange Ausfallzeit: „Ich habe enorm viel gelernt im letzten Jahr, über mich. Das kann ich bestimmt später auch im Fußball einsetzen. Ich habe viele andere Verletzte getroffen, mir ihre Geschichten über ihre Schicksalsschläge angehört. Wenn man nicht doof ist, kann man da viel draus ziehen. Ich habe mich nie verkrochen, sondern immer mit Leuten ausgetauscht.“

...Leidensgenossen: „Ich habe mit Sami Khedira und Hamit Altintop gesprochen, viel aber auch mit anderen Sportlern, unter anderem mit Handballern. Sportlern, bei denen der finanzielle Aspekt eine viel größere Rolle spielt. Das hat mich auf den Boden der Tatsachen geholt. Das war sehr interessant.“

...Sami Khedira, den er in der Reha traf: „Ich kann nicht in ihn reinschauen. Klar will ich ihm helfen. Ich habe auch eine Geschichte zu erzählen. Er hat sich das angehört. Ich habe ihm gesagt, dass er sich gedulden, sich keinen Druck machen soll. Er muss erst gesund werden. Was er daraus zieht, kann ich nicht sagen.“

...seine Lehren aus der Verletzung: „Ich bin in der Sache nicht mehr so verbissen, bin relaxter. Man schätzt die Dinge mehr. Das gibt mir innere Ruhe. Ich habe mir gesagt: Komm runter, mach dir keinen Druck. Du hast immer die Rückendeckung vom Verein, von der Nationalmannschaft. Das Umfeld ist toll, was willst du mehr? Werde gesund, dann wirst du auch wieder auf dem Platz stehen.“

...seinen zweiten Kreuzbandriss: „Die Ursache dafür ist schwer zu erklären, es ist selten, aber es kann vorkommen. Den genauen Zeitpunkt weiß ich gar nicht selbst. Es wurde einfach irgendwann festgestellt.“

...seinen Traum von der WM-Teilnahme: „Der Wunsch ist immer vorhanden. Ich schließe nichts aus, weil ich nicht weiß, wie es voran geht. Ich setze mich nicht unter Druck. Ich weiß, wie lange ich circa noch brauche, aber ich muss auch erst reinkommen. Da spielen viele Faktoren eine Rolle, die alle zusammen spielen müssen, um das erreichen zu können.“

...seinen Austausch mit Pep Guardiola und Jogi Löw: „Pep bezieht mich ab und zu mit ein, macht Smalltalk, fragt mich, wie der Tag war. Er gibt mir einfach ein gutes Gefühl. Er zeigt mir, dass ich Teil der Mannschaft bin, dass ich trotz der langen Verletzungszeit dazugehöre und auch meinen Platz wieder kriege. Das ist ein schönes Gefühl. Auch zum Bundestrainer gibt es in gewissen Abständen Kontakt.“

...das Coming Out von Thomas Hitzlsperger: „Respekt, es gehört Mut dazu, viel Kraft, sich als einer der ersten Sportler zu äußern, weil er eine Person der Öffentlichkeit ist. Ich kenne ihn persönlich nicht so gut, andere Spieler können vielleicht mehr über ihn sagen. Ich finde das eine gute Sache, toleriere das vollkommen. Wann der Zeitpunkt dafür der richtige ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Er hatte seine Gründe, wann er sich outen wollte. Er wird sich was dabei gedacht haben.“

 

 

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